# taz.de -- Übernahmepoker mit Unicredit: Die Commerzbank macht Rekordgewinn
> Die Übernahmegespräche mit der Unicredit haben begonnen. Die italienische
> Großbank besitzt mittlerweile fast die Hälfte der Stimmrechte.
(IMG) Bild: Commerzbank-Zentrale in Frankfurt
AFP | Mit einem Rekordergebnis im Rücken verhandelt die Commerzbank mit der
italienischen Großbank Unicredit über die geplante Übernahme. Dazu „haben
wir Gespräche aufgenommen“, sagte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp am
Donnerstag bei Vorlage der Halbjahresbilanz. Sie will am bisherigen
Geschäftsmodell der Bank festhalten – der Plan von Unicredit für die
Commerzbank berge „erhebliche Umsetzungsrisiken“, warnte sie.
Die Commerzbank-Führung und die Bundesregierung lehnen die Übernahme
vehement ab. Allerdings hat sich die Unicredit in den vergangenen Monaten
fast die Hälfte der Stimmrechte an der Frankfurter Bank gesichert. Orlopp
kritisierte erneut das Zustandekommen: „Ein erheblicher Teil der
angedienten Aktien kam von mit der Unicredit verbundenen Finanzinstituten,
die sich diese vorher sehr wahrscheinlich geliehen hatten.“
Unicredit-Chef Andrea Orcel will nach einer Übernahme der Commerzbank das
Auslandsnetz ausdünnen; der Betriebsrat fürchtet den Abbau Tausender
Stellen. Die Großbank hatte 2005 bereits die Bayerische Hypovereinsbank
übernommen. Ziel von Orcel ist ein europäisches Gegengewicht zur mächtigen
US-Konkurrenz.
Zuletzt legte die Bank ein Rekordergebnis vor: Im zweiten Quartal machte
sie 898 Millionen Euro Gewinn, im Halbjahr standen unter dem Strich 1,8
Milliarden Euro. Dieses Ergebnis zeige, „welche Kraft in unserem
Geschäftsmodell steckt“, erklärte Orlopp. Auf dieser Grundlage plant die
Commerzbank den nächsten Aktienrückkauf in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.
Damit kann das Geldhaus den Aktienkurs steigern.
Der Gewinn im ersten Halbjahr stieg um 40 Prozent im Vorjahresvergleich.
Die Steigerung ist auch so groß, weil im Vorjahr noch hohe Kosten für den
Abbau Tausender Stellen zu Buche geschlagen hatten. Orlopp setzte bei der
Gegenwehr gegen die Übernahme auf eine Strategie der Eigenständigkeit, dazu
gehörten auch ehrgeizige Gewinnziele und großzügige Dividenden.
6 Aug 2026
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