# taz.de -- Digitaler Euro: Völlig überflüssig
> Die EZB will einen digitalen Euro einführen. Eine PR-Aktion in der
> Hoffnung, damit den Hype um Kryptowährungen zu beenden.
(IMG) Bild: Völlig überflüssig und mehr eine PR-Aktion, der digitale Euro (Symbolfoto)
Digitaler Euro: Das klingt ein bisschen geheimnisvoll, denn das neue Geld
soll erst 2029 kommen. Aber eine weitere Hürde ist jetzt genommen: Der
zuständige Ausschuss im EU-Parlament stimmte in dieser Woche dafür, dass
die [1][Europäische Zentralbank (EZB)] das Mandat erhält, den digitalen
Euro in ein paar Jahren auszugeben. In diesem parlamentarischen Verfahren
ging allerdings die zentrale Frage unter: Was soll ein digitaler Euro
überhaupt? Der Zahlungsverkehr funktioniert auch jetzt.
Unter anderem sind im Angebot: Bargeld, Überweisungen, Lastschriften,
EC-Karten, Kreditkarten, Paypal. Früher gab’s auch noch Schecks und
Wechsel. Die Welt des Geldes ist in ständigem Wandel. Wer einst
Reiseschecks gezückt hat, nimmt heute seine EC-Karte. Da wirkt es modern,
dass auch die EZB mit der Zeit gehen und einen digitalen Euro einführen
will. Trotzdem bleibt ungeklärt, wofür man dieses Zentralbankgeld brauchen
soll.
Bisher sind die Zentralbanken nicht stark ins Alltagsgeschäft involviert,
den normalen Geldtransfer wickeln vor allem private Banken ab. Die
Zentralbanken drucken nur die Banknoten – was sie auch künftig tun wollen.
Die EZB versichert, dass sie das Bargeld nicht abschaffen möchte und es den
digitalen Euro nur zusätzlich geben soll.
Er soll wie [2][virtuelles Bargeld] funktionieren, weil das echte Bargeld
an Bedeutung verliert. Diese EZB-Begründung ist seltsam zirkulär: Wenn man
Bargeld kaum noch braucht, ist es auch digital überflüssig. In Wahrheit ist
der digitale Euro vor allem eine PR-Maßnahme der EZB, um den Hype um die
Kryptowährungen zu beenden. Bitcoin oder Ethereum tun so, als wären sie
digitales Geld – sind aber spekulative Schneeballsysteme.
Die EZB hat recht, wenn sie die [3][Kryptowährungen] kritisiert. Trotzdem
dürfte ein digitaler Euro diesen Wahnsinn nicht beenden. Denn die
Kryptowährungen sind so erfolgreich, weil sie versprechen, ganz ohne Staat
auszukommen. Die EZB ist aber bekanntlich eine öffentliche Institution. Der
digitale Euro ist überflüssig. Normalbürger brauchen ihn nicht, und
Kryptofans werden sich nicht für ihn interessieren.
25 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Ulrike Herrmann
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