# taz.de -- Kulturpolitikpreis für Iris Berben: Seit Jahrzehnten für Demokratie im Einsatz
       
       > Die Schauspielerin Iris Berben erhält den Deutschen Kulturpolitikpreis
       > 2026. Gewürdigt wird ihr Engagement gegen Antisemitismus, Rassismus und
       > Rechtsextremismus.
       
 (IMG) Bild: Mehr als Rosa Roth: Iris Berben
       
       taz/kna Die einen mögen sie als Kommissarin Rosa Roth aus der gleichnamigen
       Krimireihe in Erinnerung haben. [1][In der Rolle war Iris Berben bis 2013
       für knapp zwei Jahrzehnte zu sehen]. Die anderen haben sie vielleicht Ende
       der siebziger Jahre an der Seite von Ingrid Steeger in der Komödienserie
       „Zwei himmlische Töchter“ erlebt. Aus jüngerer Zeit mag man sich auch an
       ihren Part in [2][Ruben Östlunds Satire „Triangle of Sadness“ erinnern, mit
       dem der Regisseur in Cannes 2022 die Goldene Palme gewann]. Dass die
       Schauspielerin Iris Berben ihre Karriere nicht allein vor der Kamera
       verbracht, sondern sich auch in verschiedener Form politisch engagiert und
       engagiert hat, gehört ebenfalls zu ihrem Lebenswerk.
       
       Dafür erhielt sie schon zahlreiche Ehrungen. Die jüngste ist der Deutsche
       Kulturpolitikpreis 2026. Ausgezeichnet wird sie „für ihren beharrlichen
       Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus sowie für
       Erinnerungskultur, jüdisches Leben und demokratische Bildung“, wie der
       Deutsche Kulturrat am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die Preisverleihung
       mit einer Laudatio des [3][Pianisten Igor Levit] soll am 24. September
       folgen.
       
       „Iris Berben zeigt seit Jahrzehnten, welche gesellschaftliche Kraft
       Künstlerinnen und Künstler entfalten können, wenn sie ihre öffentliche
       Stimme auch für andere erheben“, begründete der Geschäftsführer des
       Kulturrats, Olaf Zimmermann, die Auszeichnung. „Sie widerspricht, wo
       Schweigen bequem wäre, und macht deutlich, dass die Auseinandersetzung mit
       Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus eine dauerhafte Aufgabe
       unserer Gesellschaft ist.“
       
       ## Als Jugendliche bei der Hamburger APO
       
       Die Formulierung „seit Jahrzehnten“ ist keine Übertreibung. Schon als
       Jugendliche engagierte sich die in Hamburg aufgewachsene Berben bei der
       Hamburger APO. Ebenfalls als Jugendliche fuhr sie nach dem Sechstagekrieg
       1967 zum ersten Mal nach Israel. Vom Zentralrat der Juden in Deutschland
       erhielt sie 2002 den Leo-Baeck-Preis für ihr anhaltendes Engagement gegen
       Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus und für das Existenzrecht
       Israels in sicheren Grenzen.
       
       Seitdem kamen, zusätzlich zu den Ehrungen für Berbens schauspielerische
       Leistungen, diverse Preise für gesellschaftliches Engagement hinzu, zuletzt
       in diesem Jahr der vom Arbeiter-Samariter-Bund verliehene
       Annemarie-Renger-Preis, benannt nach der SPD-Politikerin Renger, die als
       erste demokratisch gewählte Präsidentin eines deutschen Parlaments in die
       Geschichte einging. Übrigens kann sich Iris Berben seit 2022 auch mit dem
       Orden wider den tierischen Ernst schmücken.
       
       6 Aug 2026
       
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