# taz.de -- Weltkatzentag: Hunde sind die besseren Katzen
> Anlässlich des Weltkatzentags am 8. August werfen wir einen Blick auf die
> beliebtesten Haustiere Deutschlands. Nicht alles ist so niedlich, wie es
> scheint.
(IMG) Bild: Die Fellnasen sind kratzig, eigensinnig und schwer erziehbar
Diese kleinen, haarigen Wesen. Sie sehen süß aus – meistens. Aber der
Schein trügt. Katzen sind unberechenbarer Wildwuchs. Sie kratzen, beißen,
fauchen. An diesem Samstag ist Weltkatzentag. Wer ihn eingeführt hat, weiß
niemand. Es gibt ihn seit 2002 und er findet am 8. August statt.
Laut einer [1][repräsentativen Befragung] leben in Deutschland rund 16
Millionen Katzen; etwa 24 Prozent der Haushalte halten eine. Ein
Marktforschungsinstitut erhob die Zahlen 2025. Demnach ist die Katze das
beliebteste Haustier. Im Vergleich dazu gibt es „nur“ 10 Millionen Hunde.
Als Hundeliebhaber gehöre ich also einer Minderheit an.
Ich habe Katzen auch schon friedlich erlebt, sogar liebenswert. Doch ich
weiß nie, was mich erwartet. Katzen sind Meister der Täuschung. Neulich bei
einem Freund in der Küche: Ich streichle, sie fährt die Krallen aus.
Zerkratzt mich. Habe ich vielleicht an der falschen Stelle gekrault oder
ihr nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt? Eine Antwort darauf gibt sie mir
nicht.
Katzen verlieren Haare und verteilen sie überall in der Wohnung – außer sie
haben keine, aber das will man ja auch nicht sehen. Sie sind nicht
erziehbar. Sie laufen über den Esstisch und lassen sich nur vertreiben, nie
belehren.
Katzenfreunde argumentieren, dass Katzen ihren eigenen Charakter haben und
eigensinnig sind. Genau das mache sie liebenswert und besonders. Sie zeigen
Liebe auf ihre eigene Art. Wenn Katzenbesitzer von der Arbeit nach Hause
kommen, kann es passieren, dass Herr Kater oder Frau Katze sie erst einmal
ignoriert – als Strafe für die Abwesenheit. Ich finde es schöner, wenn sich
mein Haustier freut, wenn ich zurückkomme. So wie ein Hund.
## Hierzulande gibt es immer mehr Straßenkatzen
Zum Weltkatzentag gehören auch Schattenseiten. [2][Laut Deutschem
Tierschutzbund] leben etwa 2 Millionen Straßenkatzen in Deutschland. Sie
seien oft krank und hätten eine sehr kurze Überlebenszeit. Und sie
vermehren sich wie die Katzen: Aus einer einzigen Katze könnten in zehn
Jahren bis zu 200 Millionen Nachkommen entstehen, heißt es. Der
Tierschutzbund nimmt die Katzenbesitzer in die Pflicht: Freigänger müssen
kastriert werden. Von der Politik fordert er eine bundesweite
Kastrationspflicht. Allerdings können Kommunen bereits eigene Verordnungen
erlassen. Das haben 3.300 bereits getan – etwa ein Viertel aller Kommunen
in Deutschland. Die Zahl von Straßenkatzen steige dennoch. Tierheime seien
vielerorts ausgelastet. Fazit der Tierschützer: Ohne die Fürsorge von
Menschen ist ein Katzenleben oft qualvoll und sehr kurz.
Was für den Katzentag bleibt: Die Fellnasen sind kratzig, eigensinnig und
schwer erziehbar. Sie tun so, als bräuchten sie uns nicht. Aber: Sie
schenken vielen Menschen auch Nähe, helfen gegen Einsamkeit und beruhigen
im Alltag. Ihr Schnurren wirkt auf uns [3][stressmindernd].
Zugegeben: Katzenvideos sind unschlagbar. Dennoch: Hunde sind die besseren
Katzen. Sie sind schlicht loyaler.
8 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.zzf.de/marktdaten/heimtiere-in-deutschland
(DIR) [2] https://www.tierschutzbund.de/fileadmin/Seiten/tierschutzbund.de/Downloads/Berichte/Der_grosse_Katzenschutzreport.pdf/
(DIR) [3] /Merz-Beschwerde-ueber-Krankenstand/!6146636
## AUTOREN
(DIR) Sean-Elias Ansa
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