# taz.de -- Reality Show „Selling the OC“: Auch Makler:innen haben Probleme
       
       > Immobilien-Shows auf Netflix sind trashige TV-Dramen. Und gerade deswegen
       > die beste Ablenkung gegen den hiesigen Mietenwahnsinn.
       
 (IMG) Bild: Zu verkaufen: Ein mickriges Haus mit Mini-Pool
       
       Haben Sie auch Probleme, eine Wohnung zu finden, und [1][verzweifeln am
       Mietmarkt deutscher Großstädte]? Gute Tipps, wie man eine Wohnung findet,
       gibt es viele. Die meisten bringen nichts, hilfreich ist nur: Verdammt viel
       Geld haben oder eine Immobilienmakler_in daten. Wenn Sie beides nicht zur
       Hand haben, [2][hilft nur Ablenkung]. Zum Beispiel mit den Problemen der
       anderen.
       
       Wussten Sie, wie schwer es ist, millionenschwere Villen an der Westküste
       der USA unter die Leute zu bringen? Die Makler_innen Alex, Gio und Brandi
       wissen es, denn sie versuchen in der ersten Staffel von „Selling the OC“
       eine Villa mit 8 Zimmer und 15 Badezimmern für 106 Millionen US-Dollar in
       Laguna Beach – natürlich mit einer Treppe, die zu einem privaten Strand
       führt, und einem Schlafzimmer, in dem sich per Knopfdruck das Dach zur
       Seite schiebt – zu verkaufen. Es winkt eine Kommission von 3 Millionen
       Dollar.
       
       Wer wissen möchte, ob es ihnen gelingt, muss 8 Episoden der Reality-Show
       angucken, in der die Arbeit des Immobilienbüros der Oppenheim Group in
       Orange County, Kalifornien, begleitet wird. Und ist dann wahrscheinlich
       längst Fan geworden.
       
       Die Show wurde bislang nicht verlängert und befindet sich in einer nicht
       näher definierten Pause. Doch Sie müssen keine Langeweile fürchten, denn
       Netflix ist voll mit Immobilienpornos. Angefangen [3][mit dem Klassiker
       „Selling Sunset“ aus Los Angeles], in dem nur Frauen miteinander um die
       besten Hausverkäufe konkurrieren. Aber auch die Show „L’Agence“, in der
       eine französische Familie millionenschwere Apartments in Paris verhökert,
       oder „Buying Beverly Hills“, wo die Kinder Umanskys um die Gunst ihres
       Vaters buhlen, sind unterhaltsam.
       
       Egal ob in New York, Tampa oder Paris: Die vollkommen ungescripteten und zu
       hundert Prozent realen Shows laufen immer gleich ab. Die Luxusimmobilien
       mit Heimkino und Whirlpool werden zum Nebenschauplatz, eigentlich geht es
       um das Drama. Zum Frühstück gibt es Kaviar, zum Lunch Spray-Tan und zum
       Dinner einen stundenlangen Streit zwischen intriganten Makler_innen. Wer
       bekommt die besten Listings? Wer wird von seinem Mann betrogen? Und wieso
       hat die eine der anderen gesagt, dass wiederum eine ganz andere eine
       hinterhältige Bitch ist?
       
       Zwischen Infinity-Pools und Tennisplätzen wird schnell klar: Hier gönnt
       niemand jemand anderem irgendwas. Also alles ganz wie auf dem Mietmarkt
       deutscher Großstädte.
       
       19 Aug 2026
       
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