# taz.de -- Bäume und Klimaanlagen gegen die Hitze: Wie eine US-Wüstenstadt die Hitze bekämpft
       
       > Phoenix in Arizona gilt als die heißeste Großstadt in den USA. Seitdem
       > die Stadt einen eigenen Hitzebeauftragten hat, sinkt die Zahl der
       > Hitzetoten.
       
 (IMG) Bild: Ein Mann sitzt während einer Hitzewelle in Phoenix im Schatten. Die Stadt bekämpft mit Maßnahmen die immer extremeren Temperaturen
       
       Hitzewellen und Temperaturen von über 45 Grad Celsius sind in der
       amerikanischen Wüstenstadt Phoenix keine Seltenheit. Die größte Stadt im
       US-Bundesstaat Arizona gilt als die heißeste Großstadt in den Vereinigten
       Staaten. Im Sommer beträgt die durchschnittliche Temperatur mehr als 34
       Grad und an mehr als 100 Tagen im Jahr zeigt das Thermometer über 100 Grad
       Fahrenheit (ca. 38 Grad Celsius) an.
       
       Da Phoenix in der heißen Sonora-Wüste liegt, war Hitze schon immer ein
       Problem für die 1881 gegründete Stadt. Doch in den vergangenen Jahren haben
       die Hitzewellen deutlich zugenommen. Erreichten die Höchsttemperaturen zu
       Beginn des 20. Jahrhunderts noch an weniger als zehn Tagen im Jahr die
       Marke von 110 Grad Fahrenheit (ca. 43 Grad Celsius), so stieg die Anzahl
       der heißen Tage in den vergangenen Jahren deutlich an. Im Rekordjahr 2024
       wurden 110 Grad Fahrenheit oder mehr an 70 Tagen gemessen.
       
       Außerdem sind auch die nächtlichen Tiefsttemperaturen angestiegen, was den
       Menschen zusätzlich zu schaffen macht, da sich der Körper kaum erholen
       kann. Leider sterben in Maricopa County, dem Landkreis zu dem Phoenix
       gehört, aufgrund dieser Begebenheiten [1][jedes Jahr Hunderte Menschen an
       den Folgen der Hitze].
       
       ## Abteilung für Hitzebekämpfung seit 2021
       
       Die Stadt, in der mehr als 1,6 Millionen Menschen leben, hatte sich deshalb
       im Jahr 2021 dafür entschieden, als erste amerikanische Großstadt eine
       Abteilung zur Hitzebekämpfung zu schaffen. David Hondula, ein Klima- und
       Gesundheitsforscher an der Arizona State University, leitet das Referat
       seit dessen Gründung als Hitzebeauftragter der Stadt.
       
       Das Ziel des Referats ist es, die Zahl der hitzebedingten Todesfälle und
       Erkrankungen zu reduzieren und Wege zu finden, die Stadt abzukühlen und sie
       langfristig lebenswerter zu gestalten.
       
       Nachdem der Landkreis im Jahr 2023 noch 645 Hitzetote gezählt hatte, ist
       die Zahl im vergangenen Jahr auf 405 gefallen. Experten sagen, dass die
       neue Abteilung mit ihren bisherigen Maßnahmen zu diesem Rückgang
       beigetragen habe.
       
       ## Mehr Zugang zu klimatisierten Einrichtungen
       
       „Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das Thema Hitzebekämpfung
       präsent ist, wenn Entscheidungen getroffen, Haushalte aufgestellt und
       politische Maßnahmen geprüft werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die
       hitzerelevanten Aspekte der jeweiligen Initiative oder Richtlinie
       angemessen berücksichtigt werden – wobei wir diese natürlich gegen die
       vielen anderen Interessen abwägen müssen, mit denen sich Städte ebenfalls
       auseinandersetzen müssen“, erklärt Hondula die Aufgabe des Referats in
       Gespräch mit taz.
       
       Ein Fokus von Hondula und seinem Team liegt auf der Ausweitung des Zugangs
       zu klimatisierten Einrichtungen, [2][da vor allem einkommensschwache
       Menschen und Obdachlose unter den Hitzetoten zu beklagen sind]. Für
       Bedürftige gibt es auch ein Programm zum kostenlosen Erwerb oder Reparatur
       von Klimaanlagen.
       
       „Wir bieten die einzige rund um die Uhr geöffnete Zufluchtsstätte vor der
       Hitze im gesamten Bundesstaat Arizona an“, sagte er.
       
       ## Bäume, Wasser und Schatteneinrichtungen
       
       Die Stadt Phoenix hat auch in öffentliche Wasserstationen und
       Baumbepflanzung Millionen von Dollar investiert. Allein 60 Millionen
       fließen durch verschiedene Programme in die Baumpflanzung. Damit sollen bis
       zum Ende des Jahrzehnts 27.000 neue Bäume gepflanzt und über 500
       Schatteneinrichtungen gebaut werden.
       
       Studien haben gezeigt, dass Bäume und andere Vegetationsarten wie Sträucher
       oder hohe Gräser die Erd- und Lufttemperatur tatsächlich senken können. Sie
       spenden nicht nur Schatten, sondern sorgen durch Verdunstung auch dafür,
       dass die Temperaturen in Gebieten mit Bepflanzung im Durchschnitt um mehr
       1,5 Grad niedriger sind als dort ohne.
       
       „Ich denke, wir müssen die Stadt im Blick haben, in der unsere Kinder und
       deren Kinder leben werden – um sicherzustellen, dass wir heute sinnvolle
       Investitionen tätigen“, sagte Hondula.
       
       Es ist ein Spagat den Phoenix und viele andere Städte aktuell versuchen. Es
       braucht zum einen sofortige Lösungen, um sicherzugehen, dass die Menschen
       im Notfallen einen klimatisierten Zufluchtsort haben, [3][gleichzeitig muss
       sich die Stadt aber so verändern], dass sie auch in 20 oder 30 Jahren bei
       gestiegenen Temperaturen noch immer lebenswert ist.
       
       21 Aug 2026
       
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 (DIR) Hansjürgen Mai
       
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