# taz.de -- Aktionskünstler Milan Knížák gestorben: Der Erfinder der „Broken Music“
       
       > Milan Knížák prägte die tschechische Kunstszene als Aktionskünstler und
       > Pädagoge. Seine Arbeit als Rektor der Akademie der Bildenden Künste Prag
       > polarisierte. Ein Nachruf.
       
 (IMG) Bild: Milan Knížák 2023 in einer Ausstellung vor einem seiner Bilder
       
       dpa/taz | Der tschechische Aktionskünstler Milan Knížák ist tot. Der
       frühere langjährige Leiter der Prager Nationalgalerie starb am Sonntag im
       Alter von 86 Jahren, wie der tschechische Kulturminister Oto Klempir auf X
       mitteilte. Knížák habe die Freiheit des Menschen und die Freiheit des Werks
       in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt, betonte der Politiker. Als
       Pädagoge habe er Generationen von Künstlern geprägt.
       
       Während der Zeit des Sozialismus war Knížák in der Untergrund-Kunstszene
       aktiv und Gründer der Rockgruppe „Aktual“. Als Vertreter der
       Fluxus-Bewegung beteiligte er sich an Happenings.
       
       Im Jahr 1965 entwickelte [1][Knížák die „Broken Music“], für die er
       Schallplatten zerbrach, verbrannte oder verkratzte. Fragmente verschiedener
       Platten klebte er zu neuen Platten zusammen, einige davon bemalte er und
       spielte sie dann ab, nicht unbedingt zum Vorteil der verwendeten
       Plattenspieler. Aufnahmen der Ergebnisse dieser kreativen Zerstörung
       erschienen 1979 auf – heilen – Schallplatten.
       
       ## Kritik an Führungsstil
       
       Nach der demokratischen Wende von 1989 wurde [2][Knížák Rektor der Akademie
       der Bildenden Künste in Prag]. Von 1999 bis 2011 stand er an der Spitze der
       Prager Nationalgalerie mit ihrer wertvollen Kunstsammlung. Er war in dieser
       Rolle indes heftig umstritten.
       
       Kritiker bemängelten seinen Führungsstil als autoritär und warfen ihm vor,
       kaum mit ausländischen Museen zusammenzuarbeiten. Zeitweise untersagte
       Knížák Leihgaben in andere Länder ganz – aus Angst vor Beschlagnahmung
       aufgrund von Rechtsstreitigkeiten des Staates.
       
       Knížák wurde am 19. April 1940 in Pilsen (Plzen) geboren, wuchs aber im
       westböhmischen Kurort Marienbad (Marianske Lazne) auf. Seine Werke waren in
       Ausstellungen unter anderem in Deutschland, Frankreich, den USA und Japan
       zu sehen. Der damalige Präsident Vaclav Klaus verlieh ihm im Jahr 2010 die
       tschechische Verdienstmedaille.
       
       26 Jul 2026
       
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