# taz.de -- Ebola-Quarantänezentrum in Kenia: Exklusive Zelte für Ebola-infizierte US-Amerikaner
       
       > In Kenia wurden jüngst US-Ärzte, die in der DR Kongo Ebola-Patienten
       > behandelten, in ein kenianisches Quarantänezentrum geflogen – trotz
       > gerichtlichen Verbots.
       
 (IMG) Bild: Sicherheitskräfte nach Protesten gegen die US-amerikanische Ebola-Einrichtung in Laikipia im Juni 2026
       
       Auf Satellitenfotos sind sie deutlich erkennbar: die weißen Zelte in Reih
       und Glied auf einem separaten Areal direkt neben dem kenianischen
       Luftwaffenstützpunkt Laikipia, rund 200 Kilometer nördlich von Kenias
       Hauptstadt Nairobi. Die US-Regierung hatte im Juni angekündigt, sie werde
       dort ein Quarantänezentrum mit 50 Betten und ein hochmodernes
       Ebola-Behandlungszentrum bauen, um exklusiv US-amerikanische Staatsbürger
       zu behandeln, falls sie sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem
       tödlichen Ebolavirus anstecken sollten.
       
       Vergangene Woche verkündete die US-Regierung neue Reise-Restriktionen für
       US-Staatsbürger, welche die DR Kongo, Uganda oder Südsudan bereist haben –
       also jene Länder, in welchen [1][Ebola] bestätigt oder vermutet wird. Laut
       diesen müssen sich alle US-Bürger zunächst 21 Tage in einem anderen Land
       außerhalb des Ebola-Gebietes in Quarantäne begeben, bevor sie ein Flugzeug
       in die USA besteigen dürfen.
       
       Dazu war vorgesehen, die mit 13 Millionen US-Dollar von der US-Regierung
       finanzierte Ebola-Einrichtung in Kenia zu nutzen. Doch dagegen gingen im
       Juni die [2][Kenianer] massenweise auf die Straßen. Die tagelangen Proteste
       in Laikipia und Nairobi wurden von Kenias Polizei brutal niedergeschlagen.
       
       Die Menschenrechtsorganisation Katiba Institute zog dagegen vor Gericht –
       erfolgreich. Das Gericht hatte im Juni in einem Eilverfahren den Bau
       zunächst gestoppt und Kenias Gesundheitsminister Aden Duale einbestellt. Er
       sollte die Vereinbarungen mit der US-Regierung offenlegen und erklären, wie
       es zu diesem Deal gekommen war. Am Donnerstag diese Woche soll
       diesbezüglich das finale Urteil gesprochen werden. Das Gericht hat
       Gesundheitsminister Duale jedoch ausdrücklich gewarnt, den Bau der
       Einrichtung vor der Urteilsverkündung nicht weiter voranzutreiben.
       
       Missachtete Anordnung 
       
       Diese Anordnung wurde demnach komplett ignoriert. „Sieben Mitarbeiter des
       amerikanischen Katastrophenhilfeteams von Samaritan’s Purse befinden sich
       im Isolationszentrum in Kenia“, bestätigt am Sonntag Franklin Graham,
       Vorsitzender des evangelikalen US-amerikanischen Hilfswerks Samaritan’s
       Purse, in einer E-Mail der taz. „Keiner von ihnen zeigt Symptome, dennoch
       wurden sie von der kenianischen Regierung für 21 Tage unter Quarantäne
       gestellt“, so Graham: Sie seien in großen Militärzelten auf einem
       umzäunten, geschotterten Gelände untergebracht, schliefen auf Feldbetten
       und würden vom US-Militär verpflegt, bestätigt er.
       
       Als „absoluten Skandal“ bezeichnet Katiba in einer [3][Erklärung] am
       Wochenende die Unterbringung der amerikanischen Ärzte in Kenia. Diese
       stelle eine „eklatante und gefährliche Missachtung der geltenden
       Anordnungen des Obersten Gerichtshofs dar.“ Katiba stellt in dieser
       Erklärung zudem klar: „Jeder kenianische Regierungsbeamte, der diesen
       eklatanten Verstoß gegen die gerichtlichen Anordnungen genehmigt,
       ermöglicht oder ignoriert hat, hat seinen Amtseid gebrochen und das
       Vertrauen der Öffentlichkeit zutiefst missbraucht.“
       
       Kenias Tageszeitung The Nation zitiert am Sonntag in einem Artikel einen
       Diplomaten des US-Außenministeriums, der namentlich nicht genannt werden
       will, mit dem Worten: „Die kenianischen Behörden haben ihre Verlegung in
       die Einrichtung unter Aufsicht von Ärzten der US-Gesundheitsbehörde
       genehmigt.“
       
       Kenias Regierung schweigt 
       
       [4][Kenias Regierung] hält sich jedoch bedeckt. Journalisten verschiedener
       kenianischer Tageszeitungen haben am Sonntag Gesundheitsminister Duale und
       andere Offizielle des Gesundheitsministeriums um einen Kommentar gebeten –
       vergeblich.
       
       Diese Verweigerung der Informationen wird womöglich nun Auswirkungen auf
       den Urteilsspruch haben. Kenias Verfassungsgericht hat angekündigt, am
       Donnerstag bezüglich der Rechtmäßigkeit der US-Ebola-Einrichtung in Kenia
       ein Urteil zu verkünden.
       
       20 Jul 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Simone Schlindwein
       
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