# taz.de -- Anti-Nazi-Festival macht weiter: „Jamel rockt den Förster“ einigt sich im Pacht-Streit
       
       > Das Festival „Jamel rockt den Förster“ hat sich nach langem juristischen
       > Tauziehen mit der Gemeinde geeinigt – auf 5.000 Euro Pacht.
       
 (IMG) Bild: Bei „Jamel rockt den Förster“ kann getanzt werden, so wie hier im Jahr 2024
       
       Das war kurz vor knapp: In wenigen Tagen soll es mit der [1][traditionellen
       Ticketverlosung für das Anti-Nazi-Festival „Jamel rockt den Förster“]
       losgehen. Dabei lagen Veranstalter und Gemeinde immer noch im Clinch um die
       Pacht für die Gemeindeflächen, die das Festival schon seit mehr als zehn
       Jahren nutzt.
       
       Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde dafür plötzlich Pachtzahlungen von
       8.000 Euro gefordert. Darum hatte sich ein langer Rechtsstreit entsponnen.
       Nun hat man sich vor dem Verwaltungsgericht auf eine Zahlung von 5.000 Euro
       geeinigt – für dieses und die Folgejahre, [2][wie mehrere Medien
       übereinstimmend berichten].
       
       Damit ist das Fortbestehen des Festivals gesichert. Die plötzliche
       Pachtforderung war nicht nur von den Veranstaltern als politisch motivierte
       Schikane wahrgenommen worden. Immerhin hatte man die Flächen,
       gemeindeeigene Wiesen rund um den alten Forsthof, der als
       Veranstaltungszentrum dient, vorher kostenfrei nutzen dürfen.
       
       Im Dorf Jamel haben sich seit den 90er-Jahren Rechtsextreme und Neonazis
       angesiedelt. Das von dem aus Hamburg zugezogenen Künstlerpaar Birgit und
       Horst Lohmeyer begründete Forstrock-Festival versucht – mit viel
       prominenter Unterstützung – dagegenzuhalten.
       
       ## Einfluss von rechts
       
       [3][Der Beschluss der Gemeindevertretung Pacht zu erheben, war] auch dem
       wachsenden Einfluss der Rechten zugeschrieben worden. Offiziell begründete
       Bürgermeisterin Christina Wandel ihn mit der knappen Kassenlage. [4][Das
       Verwaltungsgericht Schwerin teilte mit], dass es gegen die Erhebung einer
       Pacht grundsätzlich keine rechtlichen Bedenken sähe – unabhängig davon, ob
       es sich bei der Veranstaltung um eine politische Versammlung handle oder
       nicht.
       
       Mit der Anmeldung als politische Versammlung hatten die Veranstalter
       zunächst versucht, das Festival vor den Pachtforderungen zu schützen.
       Daraufhin hatte allerdings der Landkreis als Versammlungsbehörde eine Reihe
       von kaum zu erfüllenden Auflagen erlassen. Dabei ging es unter anderem um
       ein flächendeckendes Alkoholverbot, aber auch Vorschriften zu Ordnern,
       Wegen und Vorabanmeldungen der auftretenden Bands, die den Charakter des
       Festivals grundlegend verändert hätten.
       
       Um beide Ebenen – die Pachtzahlungen einerseits und die
       Versammlungsauflagen andrerseits – entspannen sich dann langwierige
       gerichtliche Auseinandersetzungen bis in die nächste Instanz vor dem
       Oberverwaltungsgericht.
       
       Zumindest die Auseinandersetzung um die Pacht ist mit diesem Vergleich nun
       erledigt. Den Veranstaltern ging es dabei nach eigenem Bekunden auch darum,
       sich vor künftigen willkürlichen Pachtsteigerungen zu schützen.
       
       Das diesjährige „Jamel rockt den Förster“ ist aufgrund der Wahl in
       Mecklenburg-Vorpommern auf den 4. und 5. September gelegt worden. Die
       Tickets werden verlost, weil es in jedem Jahr mehr Interessenten als Platz
       gibt. Das Line-Up bleibt wie immer bis zur letzten Minute geheim.
       
       17 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://tickets.forstrock.de/produkte
 (DIR) [2] https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/westmecklenburg/jamel-einigung-im-pacht-streit-ums-festivalgelaende,mvregioschwerin-4942.html
 (DIR) [3] /Rock-gegen-Rechts/!6107225
 (DIR) [4] https://www.mv-justiz.de/gerichte-und-staatsanwaltschaften/fachgerichte/verwaltungsgerichte/verwaltungsgericht-schwerin/Aktuelles/?id=221966&processor=processor.sa.pressemitteilung
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nadine Conti
       
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