# taz.de -- Karibikinsel in der Krise: USA verhängen neue Sanktionen gegen Kuba
> Die Trump-Regierung will der kommunistischen Führung in Kuba noch mehr
> Druck machen. Das Land ächzt unter Stromausfällen und
> Wirtschaftseinbußen.
(IMG) Bild: Die Bevölkerung Kubas leidet aktuell unter Treibstoffmangel und ständigen Stromausfällen, Havanna im Juli 2026
afp | Mit einem neuen Sanktionspaket will die US-Regierung von Donald Trump
den Druck auf die kommunistische Führung in [1][Kuba] erhöhen. Zu den
künftig sanktionierten Gruppen gehörten „paramilitärische Kräfte“, mehrere
staatliche Handelsunternehmen und das Tourismusministerium, kündigte das
US-Außenministerium am Montag an. Die neuen Maßnahmen zielten auf
„ineinandergreifende Säulen“ des kubanischen Wirtschafts- und
Politikapparats ab.
Zu den künftig sanktionierten Gruppen gehören die „Miliz der
Territorialtruppen“ – eine zivile paramilitärische Organisation – sowie die
„Brigaden für schnelle Reaktion“, eine polizeiähnliche Truppe. Ebenfalls
auf der Liste steht die „Vereinigung der Kämpfer der Kubanischen
Revolution“, die dem US-Außenministerium zufolge „Dissidenten überwacht“.
Die Sanktionen treffen darüber hinaus staatliche Unternehmen, die
Kraftstoffe importieren oder mit anderen wichtigen Gütern handeln.
Mit Sanktionen belegt wird nach Angaben aus Washington auch das
Tourismusministerium. Der Tourismus war jahrelang eine wichtige
Einnahmequelle für die Regierung in Havanna. Wegen des US-Drucks sind die
Besucherzahlen dagegen eingebrochen. Viele internationale Hotelketten haben
ihren Betrieb auf der Karibikinsel eingestellt.
Mehrere der sanktionierten Unternehmen haben Verbindungen zu dem vom
Militär kontrollierten Konzern Gaesa, gegen den die USA schon früher
Sanktionen verhängt haben. Inzwischen hat er Vermögenswerte verkauft, um
dem wirtschaftlichen Druck zu entgehen.
Kuba steckt nicht zuletzt wegen der US-Sanktionen in seiner schwersten
Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Der Karibikstaat
leidet enorm unter Treibstoffmangel und Stromausfällen, [2][die teilweise
inselweit auf einmal auftreten].
Die US-Armee hatte im Januar dann den venezolanischen Präsidenten Nicolás
Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Anschließend sorgte
Washington dafür, dass Venezuela als der bis dahin wichtigste Öllieferant
Kubas seine Lieferungen an den Karibikstaat einstellte. Dies verschärfte
die Lage in dem Land nochmals drastisch. Zuletzt hatte [3][Mexiko
angekündigt, wieder Öl liefern zu wollen].
14 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Kuba/!t5008377
(DIR) [2] /Blackout-in-Kuba/!6194138
(DIR) [3] /Oelkrise-auf-Kuba/!6190380
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Kuba
(DIR) US-Sanktionen
(DIR) Kuba
(DIR) Kuba
(DIR) Kuba
(DIR) Kuba
(DIR) Kuba
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Inselstaat in demografischer Krise: Immer mehr Menschen verlassen Kuba
In den letzten fünf Jahren ist die kubanische Bevölkerung je nach Quelle um
bis zu 3 Millionen Menschen geschrumpft. Die Auswanderungswelle hat Folgen.
(DIR) Nach fünfjähriger Haft in Kuba: Dissident Luis Manuel Otero Alcántara in die USA ausgereist
Der kritische Künstler war einer von Hunderten politischen Gefangenen im
kommunistischen Kuba. Von Miami aus will er weiter Kunst machen.
(DIR) Blackout in Kuba: Der dritte in diesem Jahr
In Kuba werden inselweite Stromausfälle immer häufiger. Grund ist nicht nur
der Mangel an Öl, sondern ein marodes System der Energieversorgung.
(DIR) Ölkrise auf Kuba: Mexiko und Kuba verhandeln über Deal
Mexiko ist das einzige Land Lateinamerikas, das sich offen solidarisch zu
Kuba verhält. Nun will das Land wieder Öl auf die Karibikinsel liefern.
(DIR) Sozialarbeiterin über Lage in Kuba: „Der Staat wird immer weniger sichtbar“
Rita María García vom Christlichen Zentrum für Reflexion und Dialog
schildert, wie Kubas Versorgung zusammenbricht – und wie die Menschen auf
Wandel hoffen.