# taz.de -- Feministischer Erfolg vor Gericht: Spiralen-Hersteller muss Schmerzensgeld zahlen
> In ihrer Gebärmutter zerbrach die Verhütungsspirale, ein Seitenarm blieb
> verschwunden. Nach Jahren des Leids siegt die Betroffene vor Gericht.
(IMG) Bild: Verhütungsmittel Kupferspirale
Ein feministischer Kampf geht mit einem Sieg zu Ende: Eine Frau, in deren
Gebärmutter eine Kupferspirale zerbrochen ist, hat vor Gericht recht
bekommen. Der Hersteller muss ihr ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro
sowie sämtliche Gerichts- und Anwaltskosten zahlen. Dies entschied das
Oberlandesgericht Dresden nach einem jahrelangen Zivilprozess.
„Ich bin ich wahnsinnig erleichtert, dass es endlich vorbei ist“, sagt die
Betroffene der taz. Sie möchte nicht mit Namen genannt werden. Die letzten
Monate seien für sie eine „Achterbahnfahrt der Gefühle“ gewesen.
Das Landgericht hatte der Frau in einem ersten Verfahren schon vor einigen
Monaten recht gegeben. Doch der Hersteller der Spirale, eine in Spanien
sitzende Firma namens Eurogine, legte Berufung ein. Erneut musste die
Betroffene monatelang warten.
Jetzt sagt sie, sie sei stolz: Auf sich und auf alle, die sie unterstützt
hätten. „Wir haben einem Pharmakonzern gezeigt, dass sie nicht durchkommen
und dass Menschen mit Gebärmüttern das Recht haben, angemessen medizinisch
versorgt zu werden!“
## Eine ganze Charge defekter Produkte
Die Spirale, um die es ging, gehörte zu einer ganzen Charge defekter
Produkte von Eurogine, und trägt die technische Bezeichnung Typ Multiload
„T-Safe CU 380A QL/Ancora 375 (Lot-Nummer 0216)“. Diese Nummer sei wichtig,
sagt ihr Anwalt – etwa für andere Frauen, die prüfen wollen, ob auch sie
betroffen sind.
Die Frau, die nun vor Gericht gewonnen hat, wollte das Kupferteil kurz vor
Ablauf der üblichen fünf Jahre aus ihrer Gebärmutter entfernen lassen. Als
ihre Frauenärztin den Stab aus ihrer Vulva zog, [1][fehlten die beiden
Seitenarme].
Eine Weile später, als sie ihre Tage bekam, hing einer der Seitenarme an
ihrem Tampon. Der zweite blieb verschwunden. Die Frau bekam es mit der
Angst zu tun, auch weil niemand ihr sagen konnte, was das für ihre
Gesundheit bedeutet: Ist das Teil in andere Organe gewandert? Kann sie in
Zukunft noch schwanger werden?
Weder ihre Gynäkologin noch ein anderer Spezialist noch das medizinische
Zentrum von ProFamilia Bremen, das ihr die Spirale 2017 eingesetzt hatte,
hätten ihr helfen können, sagt die Betroffene heute. ProFamilia antwortet
auf eine Anfrage der taz zu dem Fall nicht.
Dabei war die Klägerin sicher nicht die einzige, die unter den defekten
Verhütungsmitteln leiden musste. Ihr Rechtsanwalt, der zahlreiche Frauen
vertritt, geht von Hunderten bis Tausenden Betroffenen aus. Seine Mandantin
rät möglichen anderen Opfern: „Wehrt euch, [2][verklagt den Hersteller] und
lasst euch nicht einschüchtern!“ Um sich mit anderen auszutauschen, hat sie
[3][eine E-Mail-Adresse] eingerichtet, unter der sich Betroffene bei ihr
melden können.
20 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /kaputte-kupferspiralen/!6105159
(DIR) [2] /Kaputte-Kupferspiralen/!6106534
(DIR) [3] /netzwerkspirale@proton.me
## AUTOREN
(DIR) Lotte Laloire
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