# taz.de -- Film „The Dink“: Das bessere Tennis
       
       > Die Apple-TV-Sportkomödie „The Dink“ macht sich über Leistungswahn lustig
       > und plädiert für „uncoole“ Sportarten. Die sind sowieso im Trend.
       
 (IMG) Bild: Lieber Pickleball als Tennis: Mary Steenburgen und Jake Johnson in „The Dink“
       
       Für manche Tennis-Puristen ist es der reine Horror: das immer [1][beliebter
       werdende Spiel „Pickleball“]. Dabei stehen vor allem ältere Semester mit
       eckigen Schlägern auf kleineren Tennisplatzparzellen und schlagen einen mit
       Löchern versehenen Plastikball hin und her. Das Internet ist voll von
       Pickleball-Hasskommentaren.
       
       Ähnlich verbohrt ist auch der gescheiterte Tennisstar Dusty Boyd (Jake
       Johnson), der die Pickleball-Gemeinde im schicken Tennisklub seines
       autoritären Vaters (Ed Harris) als Zumutung empfindet. Er lässt keine
       Gelegenheit aus, den Tennismacker raushängen zu lassen. In der Sportkomödie
       „The Dink“ auf Apple TV versucht ein [2][altehrwürdiger Tennisklub mit
       snobistischem Vorstand], der in holzvertäfelten Räumen tagt, die immer
       größer werdende Pickleball-Gemeinde loszuwerden.
       
       ## Arrogante Tennisspieler
       
       Während die Tennisspieler den Standesdünkel raushängen lassen, wollen die
       Pickleball-Spieler endlich auch mal gute Courts bekommen. Auf der
       Jahreshauptversammlung melden sie ihren Platzbedarf an. Aber der Vorstand
       zerrt eine uralte Regel hervor und fordert die sympathischen Senioren und
       Freizeitspieler zu einem alles entscheidenden Turnier auf. Wer gewinnt,
       darf bestimmen, ob im Verein entweder nur noch Tennis oder Pickleball
       gespielt werden darf.
       
       Als Tennismacker Dusty sich das Handgelenk verletzt, rät ihm sein Arzt (Ben
       Stiller), doch Pickleball zu spielen. Dusty merkt, dass es in diesem Sport
       viel freundlicher und menschlicher zugeht als im blöden Leistungstennis.
       Und natürlich verguckt er sich auch noch in seine 25 Jahre ältere
       Spielpartnerin.
       
       Diese soziale und kulturelle Katharsis erzählt der Film pointiert und
       witzig. Der zuvor so leistungsorientierte Dusty, der eigentlich nie ein
       Tennisstar war, auch wenn er das gern behauptet, kann plötzlich so sein,
       wie er will. Pickleball als „nicht coole“ Sportart, die aber einfach Spaß
       macht und weniger auf Leistung abzielt, wächst einem während des Films
       glatt ans Herz.
       
       Das aggressive Aufplustern der Tennis-Puristen erinnert dagegen an
       Friedrich Merz und dessen leistungsfetischistisches Gejammer in Sachen
       Bundesjugendspiele. Dabei trenden barriereärmere Sportarten wie [3][Tag
       Rugby], das ohne Körperkontakt auskommt, oder [4][Hobby Horsing], auf das
       einige Reiter arrogant herabschauen.
       
       ## Von wegen Looser
       
       „The Dink“ erzählt davon, wie sich die vermeintlichen Loser zusammentun und
       sich gegen die Leistungsnorm wehren. Im alles entscheidenden Finale gewinnt
       Dusty gegen seinen Angstgegner aus der Jugend (die Tennislegende Andy
       Roddick, die sich selbst spielt). Zuschauer ist dabei kein Geringerer als
       John McEnroe, ebenfalls Tennislegende, der sich als Pickleball-Fan outet.
       
       Am Ende spielen im Tennisklub alle einträchtig Pickleball. Man wird
       schließlich nicht jünger und die alles beherrschende Leistungsmanie im
       Sport ist zumindest in diesem Film langweiliger Quatsch von gestern.
       
       „The Dink“ ist eine etwas vorhersehbare Komödie, die mit fortlaufender
       Handlung immer sympathischer wird. Pickleball als „nicht coole“ Sportart,
       die aber einfach Spaß macht und nicht auf Leistung abzielt, wächst einem
       glatt ans Herz.
       
       „The Dink“, ab 27.7. auf Apple TV
       
       25 Jul 2026
       
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