# taz.de -- Schulleiter Al-Mashhadani: Strafe für einen erfundenen Angriff
> Der Leiter der deutsch-arabischen Schule wird zu einer Geldstrafe von
> 17.000 Euro verurteilt. Ein hatte einen Mann des Mordversuchs an ihm
> bezichtigt.
(IMG) Bild: Hudhaifa Al-Mashhadani
dpa Nach rund acht Monaten sind die Ermittlungen zu einem
[1][vermeintlichen Angriff in einem U-Bahnhof in Berlin-Neukölln] für die
Staatsanwaltschaft Berlin abgeschlossen. Im Ergebnis soll das vermeintliche
Opfer, [2][Schulleiter Hudhaifa Al-Mashhadani], eine Geldstrafe von 17.100
Euro wegen falscher Verdächtigung zahlen. Das Amtsgericht Tiergarten hat
einen entsprechenden Strafbefehl (90 Tagessätze je 190 Euro) erlassen, wie
eine Gerichtssprecherin auf Anfrage sagte. Die taz hatte zuerst über
Ungereimtheiten in der Darstellung des Vorfalls berichtet.
Gegen den 30-Jährigen, gegen den sich das ursprüngliche Verfahren wegen des
Verdachts der Körperverletzung richtete, wurden die Ermittlungen laut
Staatsanwaltschaft mangels ausreichenden Tatverdachts eingestellt.
Nach Auffassung der Justiz hat der Leiter der deutsch-arabischen Schule in
Berlin-Neukölln im November 2025 gegenüber der Polizei wahrheitswidrig
angegeben, von einem Mann geschlagen und beinahe vor eine U-Bahn gestoßen
worden zu sein. Aufgrund seiner Anzeige sei ein Ermittlungsverfahren gegen
den ursprünglich Beschuldigten eingeleitet worden, „obwohl dieser beim
Einsteigen in die Bahn lediglich eine relativ unverfängliche Handbewegung“
in Richtung des Schulleiters gemacht habe“, so die Gerichtssprecherin.
## Widerspruch gegen Strafbefehl
Nach ihren Angaben hat der Anwalt von Al-Mashhadani Einspruch gegen den
Strafbefehl eingelegt. Damit wird es voraussichtlich zur mündlichen
Verhandlung vor dem Amtsgericht kommen. Mit einem Strafbefehl will die
Justiz Verfahren zügig abschließen, bei denen keine hohen Strafen zu
erwarten sind.
Al-Mashhadani äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht.
Auf eine frühere dpa-Anfrage zu entsprechenden Ermittlungen gegen ihn
teilte das Pressebüro der Deutsch-Arabischen Schule Ibn Khaldun e. V. mit:
„Er hat volles Vertrauen in die rechtsstaatlichen Verfahren sowie in die
zuständigen Behörden, die den Sachverhalt prüfen.“
Der Schulleiter gilt als Kritiker islamistischer Netzwerke und als einer
der wenigen Muslime in Neukölln, die sich öffentlich gegen Antisemitismus
einsetzen. Er wurde mehrfach ausgezeichnet.
Den Vorfall machte er seinerzeit unter anderem in sozialen Medien bekannt.
Nach seinen Schilderungen wurde er am 14. November am Bahnsteig der U7 von
einem Mann angegriffen und mit dem Tode bedroht. Der für politisch
motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA)
ermittelte. Es gab Solidaritätsbekundungen aus der Politik, darunter von
Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU).
9 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Schulleiter-Al-Mashhadani/!6161138
(DIR) [2] /Mutmasslicher-Angriff-in-Berlin-Neukoelln/!6157780
## TAGS
(DIR) Berlin-Neukölln
(DIR) Antisemitismus
(DIR) Antisemitismus
(DIR) Neukölln
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Schulleiter Al-Mashhadani: Der erfundene U-Bahn-Angriff
Videoaufnahmen bestätigen taz-Recherche: Schulleiter Al-Mashhadani hat
Mordversuch erfunden. Gegen ihn wird wegen falscher Verdächtigung
ermittelt.
(DIR) Mutmaßlicher Angriff in Berlin-Neukölln: Der Geschichtenerzähler
Der Schulleiter Hudhaifa Al-Mashhadani wurde durch einen angeblichen
Mordversuch auf ihn bekannt. An seiner Darstellung kommen nun Zweifel auf.
(DIR) Deutsch-Arabische Schule in Neukölln: Hudhaifa Al-Mashhadani trotzt dem Islamismus
Am U-Bahnhof Rathaus Neukölln in Berlin wird der Leiter einer Sprachschule
attackiert. Die Schule ist schon länger im Visier von Extremisten.