# taz.de -- Schulleiter Al-Mashhadani: Der erfundene U-Bahn-Angriff
       
       > Videoaufnahmen bestätigen taz-Recherche: Schulleiter Al-Mashhadani hat
       > Mordversuch erfunden. Gegen ihn wird wegen falscher Verdächtigung
       > ermittelt.
       
 (IMG) Bild: Hudhaifa Al-Mashhadani: im Podiumsgespräch im Roten Rathaus über Femizide
       
       [1][Vor einer Woche enthüllte die taz, dass gegen den Leiter der
       deutsch-arabischen Ibn-Khaldoon-Schule in Neukölln, Hudhaifa Al-Mashhadani,
       Ermittlungen wegen falscher Verdächtigung laufen]. Am 14. November 2025
       hatte der irakischstämmige Pädagoge behauptet, vor einer einfahrenden
       U-Bahn von einem fremden Mann mit einem palästinensischen Tuch gestoßen
       worden zu sein. Mehreren Quellen zufolge entsprach diese Schilderung nicht
       der Wahrheit. Zudem seien zahlreiche Details seiner Biografie,
       einschließlich seines in offiziellen Dokumenten verwendeten Doktortitels,
       nicht belegbar.
       
       Am Montag veröffentlichte der Tagesspiegel Bilder von einer
       BVG-Überwachungskamera, die den angeblichen Mordversuch zeigen sollen. Die
       Aufnahmen, von der Polizei bereits kurz nach dem Vorfall ausgewertet,
       belegen eindeutig: Einen tätlichen Angriff auf den Schulleiter hat es nie
       gegeben. Zu sehen ist lediglich, wie ein Mann ihn flüchtig durch die Tür
       der stehenden U-Bahn berührt, mit zwei Fingern auf seine eigenen Augen
       deutet und dann erneut auf Al-Mashhadani zeigt – eine Geste, die „Ich
       beobachte dich“ bedeuten kann.
       
       [2][Der Vorfall hatte medial und politisch hohe Wellen geschlagen] –
       dennoch hielt die Polizei die Belege für Al-Mashhadanis Falschdarstellung
       eines Mordversuchs fast vier Monate lang unter Verschluss. Wie die
       Aufnahmen an das Journalistenteam des Tagesspiegels gelangten, dem auch der
       einst Erdoğan-nahe, heute israelfreundliche freie Autor [3][Martin Lejeune]
       angehört, ließ das Blatt offen. Zudem berichtete die Zeitung unter Berufung
       auf Analysen des Nahostwissenschaftlers Tom Khaled Würdemann, auf Arabisch
       veröffentlichte Texte unter dem Namen Al-Mashhadani aus den letzten Jahren
       seien von antischiitischen und antisemitischen Tönen durchzogen.
       
       Laut Informationen der taz scheint Al-Mashhadani nun auch die Details eines
       weiteren Angriffs nicht korrekt wiedergegeben zu haben. Anfang 2025
       behauptete der Schulleiter gegenüber dem Tagesspiegel und der Jungle World,
       ein Steinwurf auf die Schule habe drei Kinder durch umherfliegende
       Glasscherben verletzt. Die Polizei wollte eine solche Körperverletzung auf
       Anfrage jedoch nicht bestätigen.
       
       ## Al-Mashhadani für Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen
       
       Bislang wollten sich Al-Mashhadanis Unterstützer in der Berliner Politik –
       darunter Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Neuköllns
       Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) – nicht direkt zu den Vorwürfen
       äußern. Erst kürzlich wurde dem vermeintlichen [4][Extremismusexperten das
       „Band für Mut und Verständigung“ der Hauptstadtregion] sowie die Ehrennadel
       von Neukölln verliehen. Ob eine vom Land Berlin vorgeschlagene Kandidatur
       Al-Mashhadanis für das Bundesverdienstkreuz nun zurückgezogen wird, konnte
       der Senat bis Redaktionsschluss nicht sagen.
       
       Der Bezirksbürgermeisterkandidat der Linken in Neukölln, Ahmed Abed,
       forderte indessen, die vor Kurzem an Al-Mashhadani verliehene Neuköllner
       Ehrennadel wieder aberkennen zu lassen. „Die Verleihung der höchsten
       Neuköllner Auszeichnung an einen Hochstapler, der sich akademische Titel
       erdreistet, mit antisemitischen Äußerungen auffällt und offensichtlich eine
       Straftat vortäuscht, schadet dem Preis und dem Ansehen Neuköllns“, so Abed.
       
       Auch die Grünen in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung erklärten
       gegenüber der taz, sie hätten Akteneinsicht im Verleihungsverfahren
       gefordert und bemühten sich um Aufklärung.
       
       10 Mar 2026
       
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