# taz.de -- Krieg am Golf: Trumps Fantasiewelt
       
       > Der US-Präsident hat sich mit dem Krieg gegen Iran selbst in eine Falle
       > lanciert. Teheran kann Trump daraus befreien, wenn er die Bedingungen
       > annimmt.
       
 (IMG) Bild: Blöd für Trump: Die Realität ist stärker als seine Fantasien
       
       US-Präsident Donald Trump lebt nicht in der realen Welt, sondern in seinen
       eigenen Fantasien. Zu diesen Hirngespinsten gehört, dass er glaubt, den
       eigenen Irankrieg einfach ignorieren zu können. Auf dem Nato-Gipfel in
       Ankara ließ er verlauten, dass er mit den Machthabern in Teheran nichts
       mehr zu tun haben wolle. Sie seien „kranke Leute“, und es sei
       „Zeitverschwendung, sich mit ihnen zu beschäftigen“.
       
       Blöd für Trump: Die Realität ist stärker als seine Fantasien, und es ist
       nun einmal eine Tatsache, dass der Iran strategisch gewonnen hat. Teheran
       kann die Straße von Hormus jederzeit sperren – und damit [1][die weltweiten
       Ölpreise] nach oben treiben. Die Konsequenzen wären unschön für Trump. Denn
       mit den Ölpreisen steigt auch die Inflation in den USA, was wiederum zu
       Stimmenverlusten der Republikaner bei den Kongresswahlen im November führen
       dürfte.
       
       Trump muss den Irankrieg schnell beenden, wenn er nicht weitgehend machtlos
       im Weißen Haus sitzen will, weil er die Mehrheiten im Kongress verloren
       hat. Doch einen Frieden mit Teheran kann es nur geben, wenn sich Trump auf
       die iranischen Forderungen einlässt. Diese Liste ist bekanntlich lang. Die
       Iraner wollen die Straße von Hormus dauerhaft kontrollieren und dort
       Gebühren für passierende Schiffe erheben, sie fordern ein Ende aller
       Sanktionen, die Freigabe von beschlagnahmten Vermögenswerten und [2][eine
       Waffenruhe im Südlibanon].
       
       Kurz: [3][Die Iraner wollen zur dominanten Macht im Nahen Osten]
       aufsteigen. Diese Forderungen hatte Trump sogar schon weitgehend akzeptiert
       – in einer „Absichtserklärung“ mit dem Iran, die er in Ankara nun wieder
       einkassiert hat. Offenbar ist ihm verspätet aufgefallen, dass dieses
       Dokument seine Niederlage für jeden sichtbar machte. [4][Nun herrscht
       offiziell wieder Krieg], wieder fliegen Raketen.
       
       Aber an Trumps Dilemma ändert sich nichts. Den Konflikt mit dem Iran hat er
       strategisch verloren. Und so bleibt nur noch die Frage, wie lange es
       dauert, bis auch Trump seine Fantasiewelt verlässt und erkennt, dass er in
       der Falle sitzt.
       
       8 Jul 2026
       
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 (DIR) Ulrike Herrmann
       
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