# taz.de -- Kampf gegen „Wokeness“: Weißes Haus will weißere Museen
> Die Museen sollen „positivere“ Geschichten erzählen, findet die
> Trump-Regierung. Historiker:innen protestieren gegen „ideologische
> Attacke“.
(IMG) Bild: Die Smithsonian-Stiftung, die vor allem in Washington mehrere Häuser betreibt, steht unter Druck
Angekündigt hatte es sich schon länger: [1][Im Sommer vergangenen Jahres]
äußerte sich US-Präsident Donald Trump zur angeblich falschen Darstellung
der Geschichte des Landes in den großen Washingtoner Museen. Die
Smithsonian-Stiftung, die vor allem in Washington [2][mehrere Häuser]
betreibt, sei „außer Kontrolle“, klagte er damals auf eigenem
Social-Media-Produkt „Truth Social“. Alles drehe sich dort darum, „wie
schrecklich unser Land ist, wie schlimm die Sklaverei war und wie wenig die
Unterdrückten erreicht haben – nichts über Erfolge, nichts über
Strahlkraft, nichts über Zukunft“.
Damals kündigte Trump eine „Überprüfung“ an. Das Smithsonian erhielt vier
Monate Zeit „polarisierende oder ideologisch beeinflusste Sprache durch
einheitsstiftende, historisch korrekte und konstruktive Beschreibungen“ zu
ersetzen. Der Smithsonian-Etat stammt wesentlich aus Bundesmitteln – Trump
könnte also am Geldhahn drehen.
In dieser Woche nun wurde nachgelegt: Kaum zufällig am 4. Juli, an dem sich
die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten zum
250. Mal jährte, veröffentlichte das Weiße Haus einen „Report“. Darin wird
dem „National Museum of American History“ – Teil des Smithsonian-Geflechts
– unter anderem „ideologischer Aktivismus“ attestiert.
Statt dem „amerikanischen Volk verstehen zu helfen“, wo das Land herkomme,
„was es so besonders mache und warum es erhaltenswert sei“, heißt es [3][in
dem 162-seitigen Papier], erzähle das Museum „die amerikanische Geschichte
als politisches Werkzeug“. Anthea Hartig, seit 2019 seine Direktorin, habe
ausdrücklich erklärt, eine ihrer Rollen sei es, Forschung und Lehre zu
verbinden mit Aktivismus und dem Eintreten für soziale Gerechtigkeit.
## Widerspruch von Expert:innen
[4][Scharf kritisiert hat den „Report“] wiederum die Organization of
American Historians (OAH), die größte Vereinigung von
Geschichtswissenschaftler:innen im Land. Die Administration
präsentiere eine maskierte „parteiische ideologische Attacke“. Das neue
Papier sei nur das jüngste Kapitel einer „breiter angelegten,
systematischen Kampagne“.
Was Trump und die Seinen als „Weglassen ruhmreicher Kapitel“ der
US-Geschichte betrachten, ist aus Sicht der Historiker:innen gerade
die Anerkennung von „Konflikt, Kampf und Diversität“; also „der
Komplexität“, die stets die „amerikanische Erfahrung definiert“ habe.
7 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /unterm-strich/!6105223&s=smithsonian/
(DIR) [2] https://de.washington.org/smithsonian-institution-museums
(DIR) [3] https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2026/07/Smithsonian-Report-Saving-Americas-Story.pdf
(DIR) [4] https://www.oah.org/2026/07/06/statement-on-the-white-house-report-saving-americas-story/
## AUTOREN
(DIR) Alexander Diehl
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