# taz.de -- Das WM-Tagebuch des Fifa-Präsidenten: Glückliche Tage für den Fußball
       
       > Gianni Infantino erinnern die Diskussionen um eine Rote Karte an seine
       > Zeit als Nachwuchsfußballer. Auch da ist über Schiedsrichter diskutiert
       > worden.
       
 (IMG) Bild: Einfach nur happy: Gianni Infantino auf der Tribüne irgendeines WM-Stadions
       
       ## 7. Juli 2026
       
       Was bin ich doch für ein glücklicher Mensch! Das liegt an den Ereignissen
       der vergangenen Tage, die die Fußballwelt umgetrieben haben. Wer wie ich
       den Fußball liebt, muss seine helle Freude gehabt haben an all den
       [1][Diskussionen um eine Rote Karte für einen US-Spieler]. Ich musste dabei
       nicht nur einmal an meine Kindheit denken, an den kleinen Fußballer Gianni,
       der vielleicht nicht so begabt war wie andere, aber mindestens ebenso
       ehrgeizig wie die Besten im Team. Nach einem Punktspiel konnten wir
       stunden-, manchmal sogar tagelang über einzelne Spielszenen reden.
       
       Natürlich haben wir bisweilen auch über einen Schiedsrichter und seine
       Entscheidungen diskutiert. Wir haben uns geärgert und uns manchmal mehr als
       klammheimlich gefreut, wenn der Unparteiische mal zu Unrecht zu unseren
       Gunsten entschieden hat. Wenn wir uns betrogen fühlten, hätten wir nur
       allzu gern gewusst, an wen wir uns mit einer Beschwerde richten können. Das
       ist in unserem wunderbaren Verband ganz anders. [2][Hier gibt es für alle
       nur denkbaren Anliegen eine Kommission]. Auch deshalb liebe ich die Fifa so
       sehr.
       
       Die Kommissionen treffen Entscheidungen beinahe so, wie sie wollen.
       Manchmal werde ich gar nicht nach meiner Meinung gefragt, auch wenn ich
       durchaus etwas zu sagen hätte. Dafür gibt es ein wunderbares Wort, das in
       der DNA der Fifa fest eingeschrieben ist: Unabhängigkeit. Mich überrascht
       es bisweilen selbst, wie diese Kommissionen entscheiden.
       
       ## Bonus akzeptiert
       
       Als vor Kurzem der Vergütungsausschuss, in dem wunderbare Kollegen aus der
       Schweiz, aus Spanien und Indien sitzen, entschieden hat, dass der jährliche
       Bonus des Fifa-Präsidenten [3][von 1,81 Millionen Euro auf 2,42 Millionen
       Euro erhöht wird], war ich ebenso überrascht wie erfreut. Natürlich habe
       ich diese Entscheidung akzeptiert.
       
       Genauso habe ich die Entscheidung unserer Disziplinarkommission akzeptiert,
       die Sperre nach der Roten Karte für diesen Fußballer aus dem Team der USA
       zur Bewährung auszusetzen. Ich hätte sie auch akzeptiert, wenn mich mein
       Freund Donald Trump vor der Entscheidung nicht angerufen hätte. Und
       natürlich akzeptiere ich, dass über diese Entscheidung mit viel Herzblut
       diskutiert wird, so wie wir Buben damals nach unseren Spielen diskutiert
       haben.
       
       Außerdem bin ich froh, dass durch all die Diskussionen endlich einmal ein
       Licht auf all die Gremien geworfen wird, die Tag und Nacht alles dafür
       unternehmen, den Fußball noch besser zu machen, als er es ohnehin schon
       ist. Wir haben eine Ethikkommission, eine Berufungskommission, eine
       Governance, Audit- und Compliancekommission und eine Prüfungskommission.
       
       Wunderbare Menschen leisten da wertvolle Arbeit. In der Governance-, Audit-
       und Compliancekommission sitzt mit Polina Jumaschewa eine Frau aus
       Russland, die als Tochter eines engen Beraters meines Freundes Wladimir
       Putin von der Pike auf gelernt hat, wie man eine große Organisation führt.
       Auch das macht mich glücklich.
       
       7 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Trump-greift-bei-Fussball-WM-ein/!6193728
 (DIR) [2] https://inside.fifa.com/de/organisation/committees
 (DIR) [3] https://www.sportschau.de/fussball/mehr-gehalt-fuer-gianni-infantino,fifa-praesident-gianni-infantino-gehaltserhoehung-100.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gianni Infantino
       
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