# taz.de -- Homophobe Werbung: Vermarktung mit Schwulenwitz. Echt jetzt?
       
       > Ein Wärmepumpen-Unternehmen geht mit WM-Kickern und dem Slogan „Nichts
       > für Wärmeduscher“ auf KundInnenjagd. Wie geistlos, gestrig und gar nicht
       > witzig.
       
 (IMG) Bild: Wer es noch immer nicht kapiert hat: Sogar Bernd das Brot weiß schon, was Sache ist
       
       Es ist zum Schreien: Schwulenwitze sind immer noch en vogue. Da verkündet
       der österreichische Nationalspieler Phillipp Mwene in einem nicht besonders
       innovativen Werbespot: „Jungs, was ist los? Wir spielen jetzt bei 16 Grad!
       Nichts für Warmduscher!“ Und Stefan Posch (Österreich) und Nadiem Amiri
       (Deutschland) – beide WM-Fußballer – kichern bis in den Abspann hinein.
       
       Der Name des Betriebs für diesen Spot wird an dieser Stelle bewusst
       ausgelassen, denn offensichtlich wollte die Werbeagentur mit dem
       Instagram-Video provozieren. Innerhalb kürzester Zeit generierte sie damit
       über 10.000 Aufrufe, obwohl der Account des [1][Wärmepumpen]-Unternehmens
       gerade mal 6.000 Follower:innen hat. Sicher liegt das auch an dem
       geschmacklosen Witz der drei Promis.
       
       Der Duden verrät übrigens: Warmduscher steht für „Schlappschwanz,
       Schwächling“. Beleidigt werden Männer, die zu weich seien. Ganz praktisch
       sind damit oft Schwule gemeint. Spätestens seit Harald Schmidt 1998 in
       seiner Sendung einen Gag über die beiden deutschen DFB-Spieler Lothar
       Matthäus und Jürgen Klinsmann mit den Worten „Schwabenschwuchtel“ und
       „Warmduscher“ riss, ist die Verbindung allseits beliebt. Damals drohte der
       Deutsche Fußball-Bund dem Entertainer mit juristischen Folgen.
       
       ## Weder intelligent noch witzig
       
       Heute kichern die drei Spieler des [2][1. FSV Mainz] im DFB-Trikot über die
       schwulenfeindliche Beleidigung. Da hört der Spaß doch jetzt mal auf! Der
       Slogan der Werbekampagne lautet: „Wärmepumpen – mehr Intelligenz für zu
       Hause!“ Dabei bewirbt das Unternehmen auch sonst seine Systeme als
       „Warmduscher“. Was in Zeiten von toxisch männlichen Klimaleugnern durchaus
       eine gewisse Selbstironie hat.
       
       Aber ausgerechnet Spieler von Fußballnationalmannschaften während der WM
       über „Warmduscher“ lachen zu lassen, ist eben weder intelligent noch
       witzig. Denn Traditionalisten und Rechtskonservative rufen gern in
       Rollback-Manier nach mehr „starken Männern“. Und bis heute ist in
       Deutschland und Österreich [3][kein aktiver Fußballspieler offen out]. Da
       braucht es wahrlich keine weiteren Witze über Warmduscher.
       
       5 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Waermepumpe/!t5993030
 (DIR) [2] /Spielerstreik-beim-1-FSV-Mainz-05/!5714333
 (DIR) [3] /Homosexuelle-im-Profifussball/!6187790
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dana Müller
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Homofeindlichkeit
 (DIR) Schwule
 (DIR) Werbung
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Christopher Street Day
 (DIR) Homosexualität im Profisport
 (DIR) Homosexualität im Profisport
 (DIR) Nadine Angerer
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) PR-Aktion kurz vor der Wahl: Wegners Wagen auf dem CSD: Winken statt Wirken
       
       Zum Berliner CSD leistet sich der Regierende Bürgermeister erstmals einen
       eigenen Truck. Die Senatskanzlei lässt sich den Spaß allerhand kosten.
       
 (DIR) Film zur Homosexualität im Profi-Fußball: Verbotene Liebe
       
       Der Schweizer Spielfilm „Mario“ handelt von zwei schwulen Fußballern. Er
       ist zwar Fiktion, aber trotzdem nah an der Realität.
       
 (DIR) Fußball und Homosexualität: Und das Matterhorn steht immer noch
       
       Ein Schweizer Schiri outet sich als schwul. Er erntet gewogene Reaktionen.
       Will denn selbst im Fußball keiner mehr offen homophob sein?
       
 (DIR) Torhüterin Nadine Angerer: Ganz groß mit Hut
       
       Ruhig und fokussiert, aber gern mit dem letzten Wort: Nadine Angerer. Im
       Halbfinale gegen die USA wird es radikal, weiß die Sportlerin.