# taz.de -- „Keine Waffenfabrik im Kiez“: Geld für Soziales statt für die Aufrüstung
       
       > Stadtteilgruppen im Wedding starten die Kampagne „Mein Bezirk für den
       > Frieden“. Protestaktion vor dem Atomschutzbunker, der reaktiviert werden
       > soll.
       
 (IMG) Bild: Demo vor dem Werk von Pierburg im Wedding (Walpurgisnacht 2025). Der Betrieb (Rheinmetall) stellt auf Rüstungsteile um
       
       „Berlin braucht Wohnungen statt Bunker“, stand auf dem Transparent, mit dem
       sich kürzlich rund 20 Personen vor dem Atomschutzbunker am Gesundbrunnen
       postierten. Es sind Mitglieder des Stadtteilkomitees und der Organisation
       Hände weg vom Wedding.
       
       Die beiden Initiativen sind seit Jahren im Wedding aktiv, protestieren
       gegen Verdrängung von einkommensarmen Menschen und den Leerstand von
       Wohnungen. Jetzt haben die beiden Stadtteilgruppen [1][die Kampagne „Mein
       Bezirk für den Frieden“] gestartet. Die Protestaktion vor dem
       Atomschutzbunker, der reaktiviert werden soll, ist ein Teil der Kampagne.
       
       „Unser Bezirk braucht keine neuen militärischen Strukturen, sondern mehr
       bezahlbaren Wohnraum und soziale Angebote, die sich an den Bedürfnissen der
       Menschen orientieren“, fasst Marc Seilheimer von Hände weg vom Wedding
       gegenüber der taz das Credo der Kampagne zusammen.
       
       „Sicherheit entsteht nicht durch Aufrüstung, sondern durch gute Bildung,
       eine funktionierende Gesundheitsversorgung, bezahlbare Wohnungen, soziale
       Gerechtigkeit und internationale Solidarität. Die Ressourcen, die für
       Militär und Kriegsvorbereitung ausgegeben werden, fehlen dort, wo sie heute
       das Leben der Menschen tatsächlich verbessern könnten“, betont Seilheimer
       den Zusammenhang zwischen den Kampf gegen Aufrüstung und den Sozialabbau im
       Stadtteil zusammen.
       
       ## Aktivist*inne sammeln Unterschriften
       
       In den nächsten Wochen wollen die Aktivist*innen im Stadtteil
       Unterschriften unter 10 Forderungen sammeln. „Keine Bundeswehrwerbung und
       -rekrutierung im Stadtteil“ gehört ebenso dazu wie „Keine Waffenfabrik im
       Kiez“. [2][Diese Forderung bezieht sich auf die Rheinmetall-Filiale am
       Humboldthain, die aktuell auf die Rüstungsproduktion vorbereitet wird.]
       
       Über viele Jahre hatte die Firma Pierburg auf diesem Areal Autozubehör
       produziert. Seit über einem Jahr gibt es Proteste gegen die neue
       Rüstungsfabrik im Kiez. Mein Bezirk für den Frieden hat sich in den
       nächsten Wochen viel vorgenommen. Auf dem Buttmannstraßenfest am 4. Juli
       will die Initiative ebenso Unterschriften sammeln, wie während der
       [3][Aktionstage gegen Rheinmetall im Wedding], die am 10. bis 12. Juli in
       einem Zelt im Humboldthain stattfinden sollen.
       
       Seilheimer betont, dass die Initiative Mein Bezirk für den Frieden vor
       allem die Bewohner*innen im Wedding erreichen will, die noch nicht
       politisch aktiv sind. Die Initiative ist strikt außerparlamentarisch, „Wir
       unterstützen keine Partei. Aber wir wollen der neuen
       Bezirksverordnetenversammlung (BVV) unsere Forderungen vorlegen“, betont
       der Aktivist.
       
       Die BVV-Wahlen finden wie die Abstimmung zum Berliner Abgeordnetenhaus am
       20. September statt. Bis dahin plant die Initiative auch Kiezspaziergänge
       zu Orten der Aufrüstung im Wedding. Zudem soll im Interbüro in der Genter
       Straße 60 eine Beratungsstelle für junge Menschen eingerichtet werden, die
       den Wehrdienst verweigern wollen. Mittlerweile diskutieren auch
       Jugendeinrichtungen im Wedding, wie sie die Initiative Mein Bezirk für den
       Frieden unterstützen können.
       
       3 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.unverwertbar.org/aktuell/2026/10136/
 (DIR) [2] /Protest-gegen-die-Ruestungsindustrie/!6165623
 (DIR) [3] https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Peter Nowak
       
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