# taz.de -- Ermittler in der DFB-Zentrale: Unfreiwillige Erinnerung an die Heim-EM
> Die Organisatoren der EM 2024 sollen Tickets zu günstigen Konditionen an
> die Gastgeberstädte verteilt haben. Jetzt wird wegen Korruption
> ermittelt.
(IMG) Bild: Besuch von Ermittlern: DFB-Zentrale in Frankfurt am Main
Kommt da zusammen, was zusammengehört? Fußball und Korruption sind die
Schlagworte einer Nachricht, die dem Deutschen Fußball-Bund einmal mehr
negative Schlagzeilen beschert. Mitten in all die Wortbeiträge ehemaliger
Fußballheroen über die Qualifikation von Julian Nagelsmann als
Bundestrainer platzte am Mittwochvormittag die Meldung von
Hausdurchsuchungen in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main sowie in
mehreren Kommunen im gesamten Bundesgebiet. Es geht um die Fußball-EM, die
2024 in Deutschland ausgetragen wurde, um Tickets, für die das
Organisationskomitee den ausrichtenden Kommunen exklusive Vorkaufsrechte
gewährt haben soll.
Die Staatsanwaltschaft Bochum und das LKA NRW ermitteln „wegen des
Verdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung“, heißt es [1][in einer
Pressemitteilung des Landeskriminalamts]. Der DFB wollte sich zu den
Ermittlungen erst mal nicht äußern, stellte aber klar, dass er diesmal
nicht zu den Beschuldigten gehört. Anders als damals bei den Ermittlungen
wegen Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2006 nach
Deutschland, die aber letztlich juristisch auch folgenlos blieben.
Auslöser für die bundesweiten Razzien war der Fall eines kommunalen
Beschäftigten. Dazu teilte das LKA mit: „Gegenstand der Ermittlungen sind
mutmaßlich gewährte, nicht genehmigte Vorteile, unter anderem in Form eines
Fußballländerspielbesuches, die ein damals für eine Gastgeberstadt tätiger
Beschuldigter von hierfür Verantwortlichen der ausrichtenden Gesellschaft
erhalten haben soll.“ Jetzt vermuten die ermittelnden Behörden eine
strukturierte Vorteilsgewährung durch die Euro 2024 GmbH.
An der waren die Europäische Fußballunion Uefa und der DFB je zur Hälfte
beteiligt. Deswegen also die Untersuchung in der Verbandszentrale. Auch in
den EM-Gastgeberstädten Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg,
Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und München sollten Durchsuchungen
stattfinden.
Die Aufarbeitung des frühen Scheiterns der DFB-Elf bei der WM geht derweil
weiter.
1 Jul 2026
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(DIR) [1] https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/58451/6305766
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(DIR) Andreas Rüttenauer
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