# taz.de -- Konkurrenz für Deutsche Bahn: Grazie mille, Italo!
       
       > Das italienische Unternehmen Italo macht der Deutschen Bahn Konkurrenz.
       > Keine Nachricht kann für Deutschlands Bahnverkehr besser sein als diese.
       
 (IMG) Bild: Die Züge fahren immer, sie starten pünktlich und kommen pünktlich an
       
       Endlich mal eine gute Nachricht: Bahnfahren könnte bald wieder
       zuverlässiger werden. Dafür sorgt allerdings nicht die Deutsche Bahn,
       sondern das [1][italienische Bahnunternehmen Italo]. Das will ab 2028 so
       wichtige Strecken wie München–Frankfurt–Köln–Dortmund und
       München–Berlin–Hamburg befahren – im Stunden- und Zweistundentakt. Was die
       DB seit Jahren nicht schafft, übernimmt mal eben die ausländische
       Konkurrenz.
       
       Grazie mille, Italo! Denn Bahnreisen in Italien ist wie Eintauchen ins
       Reiseparadies: Die Züge fahren immer, sie starten pünktlich und kommen
       pünktlich an. Die Waggons sind klimatisiert, selbst in jeder Bummelbahn,
       mit dem Ticketkauf erhält man in den Schnellzügen automatisch eine
       Platzkarte. Die [2][Anzeigen in den Zügen] funktionieren, Toiletten sind
       nicht gesperrt und haben immer Wasser. Und wenn man früh genug bucht, fährt
       man von Rom nach Neapel für 15 Euro.
       
       Und die [3][Deutsche Bahn? È arrabbiato – ist sauer]. Und droht schon mal
       damit, weniger befahrene Anbindungen zu reduzieren. Weil ihnen durch die
       Konkurrenz auf den „Rennstrecken“ Geld verloren ginge, mit dem just die
       anderen Verbindungen finanziert würden. Was für ein scheinheiliges und
       durchsichtiges Argument. Mit all den Einnahmen auf den lukrativen Strecken
       hätte die DB ihr hausgemachtes Dilemma doch längst mildern können.
       Stattdessen lässt sie Züge ausfallen, um ihre Verspätungsstatistik
       aufzuhübschen.
       
       Drosselt die DB jetzt wie angekündigt weitere Verbindungen – ausgerechnet
       in Regionen, die ohnehin seltener angefahren werden –, holt sie sich ohne
       Not zusätzlichen Ärger an den Hals. Weitaus klüger und kundenorientierter
       wäre doch, sie nutzte die Kapazitäten, die ihr Italo mit dem Einstieg in
       den deutschen Markt schenkt, zur Reparatur der eigenen Infrastruktur. Auch
       ein Beratungsgespräch mit den italienischen Bahnkolleg:innen dürfte so
       verkehrt nicht sein. Wenn’s mit dem Italienischen hapert, kann man auch bei
       der ÖBB vorbeischauen. In Österreich klappt es mit der Bahn so gut wie in
       Italien.
       
       1 Jul 2026
       
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