# taz.de -- Neue Fußballregeln: Gegen Rassismus und Zeitschinderei
       
       > Die Fifa hat zur Weltmeisterschaft eine Reihe neuer Bestimmungen
       > eingeführt. Dabei hat sie ausnahmsweise einmal vieles richtig gemacht.
       
 (IMG) Bild: War was? Ja, es war was, und nun muss Paraguays Miguel Almirón den Platz verlassen
       
       „After review, number 10, Paraguay, covered his mouth. Decision is red
       card“, schallte die Stimme des Schiedsrichters Ivan Barton durch das
       Stadion in San Francisco. Er zeigte Miguel Almirón die rote Karte. Eine
       historische Entscheidung: Zum ersten Mal in der Fußballgeschichte wird ein
       Spieler vom Platz gestellt, weil er während eines Dialogs seinen Mund
       bedeckt hat. So will es eine der neuen Fifa-Regeln, die für dieses Turnier
       eingeführt wurden.
       
       Die neue Regel hat ihren Ursprung in einem Vorfall während eines
       Champions-League-Spiels zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon. Dort
       soll der brasilianische Superstar Vinícius Júnior vom Benfica-Spieler
       Gianluca Prestianni rassistisch beleidigt worden sein. Dabei hat er sein
       Trikot vor den Mund gehalten. Nun greift die Fifa durch.
       
       Und noch einmal [1][Vinícius Júnior]: So spektakulär seine Dribblings auch
       sind, wird ihm regelmäßig Schauspielerei vorgeworfen. Allerdings steht er
       damit nicht allein da. Woche für Woche werfen sich Profis nach Zweikämpfen
       zu Boden, als benötigten sie einen Rettungswagen. Doch dann geht es doch
       bald weiter. Nicht nur so wird Zeit geschunden.
       
       ## 14 Minuten Zeitspiel
       
       Eine Auswertung des Magazins Kicker zeigt, wo die Minuten bleiben:
       Freistöße, Diskussionen mit dem Schiedsrichter, VAR-Checks,
       Verletzungsunterbrechungen, das Stellen der Mauer oder [2][sogenannte
       Rudelbildungen]. Insgesamt gehen so durchschnittlich gut 14 Minuten pro
       Spiel verloren.
       
       [3][Jetzt gilt]: Wer auf dem Feld behandelt wird, verlässt anschließend den
       Platz und darf erst nach einer Minute wieder zurück aufs Spielfeld.
       Dasselbe gilt für Auswechslungen. Spätestens zehn Sekunden nach der Anzeige
       des Wechsels durch den vierten Offiziellen muss der ausgewechselte Spieler
       das Feld verlassen haben. Trödelt er, wird er trotzdem vom Platz genommen.
       Der eingewechselte Spieler darf dann allerdings erst nach einer Minute oder
       bei der nächsten Spielunterbrechung aufs Feld. Wer Zeit schinden will,
       schadet der eigenen Mannschaft.
       
       Man kann sich über die Amerikanisierung der Weltmeisterschaften, die Trink-
       beziehungsweise Werbepausen sowie die pompösen Zeremonien vor dem Anpfiff
       aufregen. Doch die grundlegenden Regeländerungen dieses Turniers sind
       positiv. Den Slogan „My game is Fair Play“ des Weltverbandes gibt schon
       seit 1987. Endlich kommt man dem Anspruch ein wenig näher. Gut gemacht,
       Fifa!
       
       22 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Rassismus-im-spanischen-Fussball/!5879673
 (DIR) [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Rudelbildung
 (DIR) [3] https://inside.fifa.com/de/refereeing/media-releases/ifab-weitere-massnahmen-verbesserung-spielfluss-spielerverhalten
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Rico Setz
       
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