# taz.de -- Bischof zum Weltflüchtlingstag: „Man lässt keinen Menschen ertrinken, Punkt“
       
       > Der evangelische Bischof Christian Stäblein erinnert an das Schicksal der
       > Menschen auf der Flucht. Dass vielen nicht geholfen werde, sei
       > „furchtbare Realität“.
       
 (IMG) Bild: Ein Kreuz aus Rettungswesten am Berliner Dom: Sea-Watch und die Kirche erinnern an auf der Flucht nach Europa Gestorbene
       
       epd/dpa/taz | Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni hat der Berliner Bischof
       und Beauftragte für Flüchtlingsfragen der Evangelischen Kirche in
       Deutschland (EKD), Christian Stäblein, an die Not und das Schicksal von
       Fliehenden erinnert. Fast [1][118 Millionen Menschen seien derzeit weltweit
       auf der Flucht], sagte Stäblein am Samstag im RBB-Radio 88.8.
       
       Die christliche Haltung dazu sei klar: „Man lässt keinen Menschen
       ertrinken, Punkt“, bekräftigte Stäblein. Dass es trotzdem passiere, sei
       „eine furchtbare Realität“.
       
       Seit Jahrzehnten sind Zehntausende Menschen bei dem Versuch ertrunken,
       [2][das Mittelmeer Richtung Europa zu überqueren]. Allein im Jahr 2025
       kamen [3][laut UN-Flüchtlingshilfe] dabei fast 2.000 Menschen ums Leben.
       Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Hilfsorganisation wie Sea Watch, die
       versuchen Menschen zu retten, werden [4][immer wieder blockiert] und
       attackiert.
       
       Stäblein erinnerte auch an den 75. Jahrestag der Genfer
       Flüchtlingskonvention. Sie besage unter anderem, dass für Menschen auf der
       Flucht ganz besonders Schutz und Menschenrechte gelten.
       
       Er nehme wahr, dass die Stimmung in der Frage des Umgangs mit Geflüchteten
       hochsensibel sei, sagte Stäblein: „Sie schwankt zwischen Willkommenskultur
       und Abschottung – zwischen Angst, Sorge, Ablehnung und Zuversicht.“
       Zugleich hob der Bischof das Engagement der Gesellschaft hervor:
       „Weltflüchtlingstag ist daher auch ein Tag des Dankes: an alle, die dafür
       sorgen, dass unser Zusammenleben gelingen kann.“ Denn, entscheidend bleibe
       die Integration.
       
       Vor 10 Tagen hatte auch der katholische Papst Leo XIV. sichere Fluchtrouten
       gefordert und Europa davor gewarnt, sich an den Tod von Migranten auf den
       Fluchtrouten über das Meer zu gewöhnen. Bei einem Besuch am Hafen von
       Arguineguín auf Gran Canaria sagte das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4
       Milliarden Katholiken, der Kontinent dürfe nicht die Menschenwürde
       beschwören und zugleich hinnehmen, dass das Mittelmeer und der Atlantik zu
       „Friedhöfen ohne Grabsteine“ würden.
       
       20 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /UNHCR-Bericht-2025/!6186388
 (DIR) [2] /Flucht-und-Migration-ueber-das-Meer/!6168615
 (DIR) [3] https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/mittelmeer
 (DIR) [4] /Sea-Watch-Kapitaen-ueber-Ermittlungen/!6186509
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Mittelmeer
 (DIR) Evangelische Kirche
 (DIR) Bischof
 (DIR) Sea-Watch
 (DIR) Sea-Watch
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Geflüchtete
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Sea-Watch-Kapitän über Ermittlungen: „Sie interessierten sich für mich, nicht für die Schüsse“
       
       Nach einem Angriff durch die libysche Küstenwache rechnet Sea-Watch-Kapitän
       Anne van Dam mit Unterstützung durch Italien. Stattdessen wird gegen ihn
       ermittelt.
       
 (DIR) UNHCR-Bericht 2025: Der Trend geht zur Abschiebung
       
       Die Zahl der Flüchtlinge weltweit ist erstmals seit langer Zeit leicht
       zurückgegangen, so die Vereinten Nationen. Der Grund dafür ist aber
       bedenklich.
       
 (DIR) Todeszone Mittelmeer: Als Wal wäre ihnen das nicht passiert
       
       Das Massensterben von Migranten auf See ging auch diese Woche weiter. Doch
       für unsere Mitmenschen dort gibt es keinen Liveticker und kein Mitleid.