# taz.de -- „Beispiellose Gewalteskalation“: Zahl der Straftaten gegen Obdachlose steigt deutlich
       
       > In Deutschland werden immer mehr Menschen ohne Zuhause Opfer von Gewalt,
       > neun von ihnen starben dabei im Jahr 2025. Die Aufklärungsquote ist
       > unterdurchschnittlich.
       
 (IMG) Bild: Habseligkeiten eines Obdachlosen
       
       epd | Die Zahl der Straftaten gegen [1][obdachlose Menschen] in Deutschland
       ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Sie legte im Vergleich zum Jahr
       zuvor um knapp 17 Prozent auf 2.563 Straftaten zu, wie eine Anfrage der
       Linken an das Bundesinnenministerium ergab. Mehr als 2.000 Fälle richteten
       sich im vergangenen Jahr gegen obdachlose Männer, in gut 500 Fällen waren
       Frauen betroffen. Über die Zahlen hatte zuerst die Düsseldorfer Rheinische
       Post (Samstag) berichtet.
       
       Am häufigsten wurden [2][Obdachlose in Berlin] (592 Fälle) zu Opfern,
       gefolgt von Bayern (492) und Nordrhein-Westfalen (310). Laut den
       polizeilichen Kriminalstatistiken wurden bundesweit neun obdachlose
       Menschen bei gewalttätigen Angriffen getötet.
       
       ## Aufklärungsquote bei Straftaten gegen Obdachlose unterdurchschnittlich
       
       Die Antworten des Ministeriums, die dem Evangelischen Pressedienst (epd)
       vorliegen, zeigen zudem, dass die Aufklärungsquote bei Straftaten gegen
       obdachlose Menschen im Schnitt niedriger ausfällt als sonst üblich. Bei
       Fällen von Gewaltkriminalität gegen Obdachlose lag sie im vergangenen Jahr
       bei 66,5 Prozent, insgesamt betrug der Anteil aufgeklärter Fälle 77,5
       Prozent.
       
       „Wir erleben auf unseren Straßen derzeit eine [3][beispiellose
       Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen]“, sagte die
       Linken-Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Soziales Wohnen, Sahra
       Mirow, der Rheinischen Post. „Die mehr als 2.500 polizeilich erfassten
       Straftaten bilden dabei nur die Spitze des Eisbergs.“ Aufgrund einer
       geringen Anzeigebereitschaft der Betroffenen sowie ungenauer
       Erfassungskriterien und Definitionen aufseiten der Behörden sei von einer
       erheblichen Dunkelziffer und weitaus höheren Fallzahlen auszugehen.
       
       13 Jun 2026
       
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