# taz.de -- Kevin De Bruyne: Der Blonde aus der Goldenen Generation
> Für Kevin De Bruyne wird diese WM wohl die letzte seiner Karriere sein.
> Über einen Spieler, der Belgien länger als ein Jahrzehnt geprägt hat.
(IMG) Bild: Blick auf eine große Karriere: Kevin De Bruyne, Juni 2026
Es ist das letzte Turnier der Goldenen Generation des belgischen Fußballs.
So scheint es zumindest. [1][Eden Hazard], einst der Superstar des Teams,
hat längst aufgehört. [2][Kevin De Bruyne], sein Nachfolger als Kapitän der
„roten Teufel“, war ebenfalls eine prägende Figur. Doch auch er trägt die
Binde nicht mehr: Vor dem Turnier übernahm [3][Youri Tielemans] das Amt.
Ein Umbruch zeichnet sich ab. Doch ganz loslassen kann De Bruyne noch
nicht. Wie einige seiner langjährigen Weggefährten führt er Belgien bei der
WM in Nordamerika noch einmal auf die große Bühne. Schließlich war er eines
der Gesichter dieser Goldenen Generation, die 2014 in Brasilien ihre Reise
begann.
Damals steckte der belgische Fußball in einer tiefen Krise. Belgien hatte
weder die Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika
noch die Europameisterschaften 2004, 2008 und 2012 erreicht. Doch in
Brasilien 2014 galt das Land plötzlich als Geheimfavorit.
Einer der Gründe: Kevin De Bruyne. Das belgische Team, angeführt von
Talenten wie ihm, machte erstmals auf sich aufmerksam. Es schaffte es bis
ins Viertelfinale, wo Argentinien, der spätere Finalist, die Reise
beendete. Doch die Belgier hatten gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen war.
De Bruyne glänzte besonders im Achtelfinale: Beim 2:1-Sieg gegen die USA
war der damals 23-Jährige der überragende Mann. In der Verlängerung traf er
selbst und bereitete ein weiteres Tor vor. Seine Karriere nahm endgültig
Fahrt auf.
Auf Vereinsebene gewann De Bruyne alles, was es zu gewinnen gibt. In acht
Jahren bei Manchester City war er an beeindruckenden 280 Toren beteiligt.
„Er ist ein Spieler der Extraklasse, einer der besten, die ich je
trainieren durfte“, sagte sein Trainer Pep Guardiola. „De Bruyne sieht den
Pass schneller als jeder Zuschauer auf der Tribüne“, so der ehemalige
belgische Nationaltrainer Roberto Martínez. Auch in der Bundesliga
reüssierte De Bruyne. Nach anderthalb Jahren beim VfL Wolfsburg wurde er zu
Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.
Doch in der Nationalmannschaft blieb der ganz große Triumph aus. Nach einem
sensationellen dritten Platz 2018 in Russland folgte 2022 in Katar die
Ernüchterung: Aus in der Vorrunde. Nun steht die Goldene Generation vor
ihrem endgültig letzten Turnier. Für den inzwischen 34-jährigen De Bruyne,
der nun in Neapel unter Vertrag steht, und seine Mitstreiter geht es darum,
wie sie in Erinnerung bleiben.
14 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Rico Setz
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