# taz.de -- Amazon und Microsoft: EU erwägt strengere Regeln für Cloud-Dienste
> Die EU erwägt strengere Regeln für die Cloud-Dienste von Amazon und
> Microsoft. Damit will sie die Marktmacht großer Digitalkonzerne
> einschränken.
(IMG) Bild: Die EU erwägt strengere Regeln für Cloud-Dienste, dazu gehört auch Microsoft
afp | Die EU erwägt strengere Wettbewerbsregeln für die Cloud-Dienste
[1][der US-Unternehmen Amazon und Microsoft.] Die EU-Kommission komme nach
einer ersten Prüfung zu der vorläufigen Einschätzung, dass „die in der EU
größten, beziehungsweise zweitgrößten Cloud-Computing-Dienste“ als
sogenannte Gatekeeper benannt werden sollten, erklärte die Brüsseler
Behörde am Donnerstag. Demnach erfüllen die Dienste der beiden Tech-Riesen
die Voraussetzungen, um unter das Gesetz für digitale Märkte der EU zu
fallen.
Mit dem [2][Gesetz für digitale Märkte (DMA)] will die EU die Marktmacht
großer Digitalkonzerne einschränken und für einen faireren Wettbewerb
sorgen. Beide US-Konzerne fallen wegen ihrer Vormachtstellung in anderen
Bereichen bereits unter das Gesetz.
Der Amazon-Clouddienst AWS ist Weltmarktführer, Microsoft liegt mit Azure
nur knapp dahinter. Insgesamt beherrschen US-Anbieter zwei Drittel des
Cloud-Markts in der EU. Ein Unternehmen kann laut DMA als Gatekeeper
eingestuft werden, wenn es „wirtschaftlich stark ist, erhebliche
Auswirkungen auf den europäischen Markt hat und in mehreren EU-Ländern
tätig ist“.
Die EU hatte die Überprüfung von AWS und Azure im November gestartet.
Sollten die beiden Anbieter tatsächlich unter das DMA fallen, könnte dies
die US-Regierung von US-Präsident Donald Trump verärgern. Washington hat
die EU-Regeln wiederholt kritisiert und bezeichnet sie als unfaires
Handelshemmnis.
Die endgültige Entscheidung über AWS und Azure soll noch in diesem Jahr
fallen. Microsoft erklärte, das Unternehmen setze den „konstruktiven“
Austausch mit der EU-Kommission fort. Auch AWS will nach eigenen Angaben
„den Dialog mit der Kommission fortsetzen“. Gleichzeitig kritisierte eine
Sprecherin des Amazon-Dienstes, die Einschätzung Brüssels drohe
„Investitionen und Innovationen in Europa zu bremsen“.
25 Jun 2026
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