# taz.de -- Ausländerfeindliche Gewalt in Südafrika: Präsident Ramaphosa stellt sich vor Migranten
> In einer Rede verspricht Südafrikas Präsident bedrängten afrikanischen
> Migranten Schutz vor selbst ernannten Bürgerwehren. Doch die wollen
> weitermachen.
Südafrikas Regierung wird die [1][Welle ausländerfeindlicher Gewalt gegen
afrikanische Migranten] nicht in den Griff bekommen, wenn sie nicht das
Problem von Menschenrechtsverletzungen in Herkunftsländern angeht. Das
sagen Oppositionelle, nachdem der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa
am Sonntag ein Maßnahmenpaket gegen die Gewalt vorgestellt hatte.
Ramaphosa verurteilte die kriminelle Gewalt gegen Ausländer durch selbst
ernannte Bürgerwehren in Südafrika scharf. In seiner mit Spannung
erwarteten Rede versicherte der Präsident, Ausländer in Südafrika seien
sicher und die Regierung werde sowohl legale Migranten vor Ausbeutung und
Übergriffen schützen als auch illegale Migration beenden. Ramaphosa
kündigte an, Emissäre in afrikanische Länder zu schicken, die zuvor
begonnen hatten, ihre [2][Landsleute aus Südafrika zu evakuieren] – Ghana,
Mosambik und Malawi.
Jeder legale Migrant in Südafrika müsse legal arbeiten oder seinen
Geschäften nachgehen können, so Ramaphosa. Er stellte sich damit gegen
ausländerfeindliche Gruppen, die in Südafrika allen Migranten, auch den
legalen, eine Frist bis zum 30. Juni gesetzt haben, um das Land zu
verlassen.
„Südafrika ist dem Schutz der Menschenrechte aller Menschen in unserem Land
verpflichtet, ob Staatsbürger oder Ausländer“, sagte Ramaphosa. „Die
Durchsetzung der Einwanderungsgesetze obliegt dem Staat allein. Niemand
sonst darf jemanden in der Straße um einen Staatsbürgerschaftsnachweis
bitten.“ Wer Gesetzlosigkeit und Gewalt anstachele, destabilisiere das
Land.
## „Der Präsident bringt uns um“
Während die an Südafrikas Regierung beteiligte liberale Partei Democratic
Alliance (DA) die Rede des Präsidenten begrüßte, äußerten sich Anführer der
ausländerfeindlichen Übergriffe kritisch. So sagte Nkosikhona Ndabandaba:
„Der Präsident bringt uns um. Der 30. Juni 2026 bleibt die Deadline.“ Er
kündigte einen „Shutdown“ in Benoni östlich von Johannesburg als Protest
gegen ausländische Fernfahrer an.
Es gäbe aber weniger Ausländer in Südafrika, wenn nicht so viele Menschen
aus Simbabwe und Mosambik fliehen müssten, kritisierte Oppositionspolitiker
[3][Mmusi Maimane], einst der erste schwarze Führer der DA und heute Führer
der Kleinpartei Build One South Africa (Bosa). Die autoritären Regierungen
in den beiden Länder seien „die Ursache für unregistrierte
Massenzuwanderung nach Südafrika“. Über 1 Million Menschen aus Simbabwe
lebten im Jahr 2022 in Südafrika und über 416.500 aus Mosambik, zitierte er
die jüngsten verfügbaren Daten. In beiden Ländern wird den
Regierungsparteien Zanu-PF (Afrikanische Nationalunion von
Simbabwe/Patriotische Front) und Frelimo (Mosambikanische Befreiungsfront)
Wahlfälschung, Korruption, Gewalt gegen Kritiker und ökonomisches
Missmanagement vorgeworfen.
[4][David Coltart], oppositioneller Bürgermeister von Simbabwes
zweitgrößter Stadt Bulawayo, stimmte zu. Wenn die aktuellen Bemühungen der
Zanu-PF Erfolg hätten, Simbabwes Verfassung zu ändern und damit Präsident
Emmerson Mnangagwas Amtszeit über 2028 hinaus zu verlängern, würde dies
noch mehr Menschen in die Flucht nach Südafrika treiben, sagte er. „Alle
inneren Maßnahmen in Südafrika werden nichts bringen, wenn der Pushfaktor
aus Simbabwe bleibt.“
9 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Auslaenderfeindliche-Gewalt-in-Suedafrika/!6184108
(DIR) [2] /Xenophobie-in-Suedafrika/!6182203
(DIR) [3] https://en.wikipedia.org/wiki/Mmusi_Maimane
(DIR) [4] https://en.wikipedia.org/wiki/David_Coltart
## AUTOREN
(DIR) Tintswalo Baloyi
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