# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: USA schießen iranische Drohnen ab
       
       > US-Streitkräfte schießen zwei iranische Angriffsdrohnen über der ‌Straße
       > von Hormus ab. Pakistans Innenminister Naqvi ist als Vermittler nach
       > Teheran gereist.
       
 (IMG) Bild: Der Persische Golf, wo die USA laut eigenen Angaben die Straße von Hormus mit dem Drohnenabschuss am Samstag schützen wollten
       
       ## USA schießen iranische Drohnen ab
       
       US-Streitkräfte schießen nach eigenen Angaben zwei iranische
       Angriffsdrohnen über der ‌Straße von Hormus ab. Die ⁠Drohnen hätten den
       Schiffsverkehr bedroht, teilt ‌das US-Militär ‌mit. (rtr)
       
       ## USA wollen iranische Vermögen für Golfstaaten umleiten
       
       Die ‌US-Regierung will einem Insider ‌zufolge nach iranischen Angriffen auf
       Kuwait und Bahrain iranische Vermögenswerte zur Entschädigung an
       Golfstaaten umleiten. Damit sollten künftige, durch Iran verursachte
       Schäden ausgeglichen werden, sagte eine mit den Überlegungen vertraute
       Person am Samstag. US-Finanzminister Scott Bessent habe zudem ein Team
       beauftragt, die Höhe der bereits entstandenen Schäden zu ermitteln. Die USA
       zögen ‌in Betracht, auch für diese Entschädigungen iranische Vermögenswerte
       zu verwenden. Welche Art von Vermögenswerten die Regierung in Washington
       ins Auge fasst, wurde nicht präzisiert. Die Wortwahl deute jedoch darauf
       hin, dass es sich nicht nur um eingefrorene Gelder handeln müsse.
       
       Die Ankündigung erfolgte, einen Tag nachdem Mohsen Resaei, ein Berater des
       obersten iranischen Führers, erklärt hatte, ein Friedensabkommen hänge von
       der Freigabe von 24 Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen
       Vermögenswerten ab. Die Friedensverhandlungen scheinen ins Stocken geraten
       ‌zu sein, obwohl ein pakistanischer Minister als Vermittler am Samstag nach
       Teheran reiste. Die Spannungen wurden durch neue Angriffe verschärft.
       US-Streitkräfte griffen iranische Radarstellungen an, woraufhin die
       iranischen ⁠Revolutionsgarden nach eigenen Angaben ihrerseits
       US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain angriffen.
       
       Die USA und Iran verhandeln indirekt über ein Interimsabkommen zur
       Beendigung des drei Monate alten Krieges. Teheran fordert den Zugang ‌zu
       Öleinnahmen ‌in Milliardenhöhe, Ausnahmen von Sanktionen gegen Rohölexporte
       und die ⁠Aufhebung der US-Blockade seiner Häfen. Iran hat die Straße von
       Hormus blockiert, durch die vor dem Krieg etwa ‌ein Fünftel der weltweiten
       Öltransporte floss. Zudem ‌hat Iran einen Waffenstillstand im Libanon
       zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz zur Bedingung für ein Abkommen mit
       Washington gemacht. (rtr)
       
       ## Irans WM-Team darf nur am Spieltag in die USA
       
       Die [1][Nationalspieler Irans] werden nach Angaben des iranischen
       Botschafters in Mexiko nur an den Spieltagen für ihre WM-Partien in die USA
       einreisen dürfen. Noch am selben Tag müssten sie die Vereinigten Staaten
       wieder verlassen und in ihr Quartier im Nachbarland Mexiko zurückkehren,
       sagte Botschafter Abolfazl Pasandideh, wie Medien in der mexikanischen
       Stadt Tijuana berichteten.
       
       Insgesamt 15 Funktionäre des iranischen Fußballverbandes hätten bislang
       kein Visum für die Einreise in die USA zur am Donnerstag beginnenden WM
       erhalten, sagte der Botschafter vor Journalisten in Tijuana laut der
       spanischen Übersetzung eines Dolmetschers. Man hoffe jedoch, dass sie noch
       vor dem ersten Spiel Irans ein Visum erhalten. Zu ihnen zählt laut
       iranischen Medien auch Verbandspräsident Mehdi Tadsch.
       
       Iran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit
       den USA. Die Einreise der Nationalmannschaft in die Vereinigten Staaten
       hatte deshalb für Diskussionen gesorgt. Ende Mai erklärte der iranische
       Verband, sein Trainingslager aus dem US-Bundesstaat Arizona ins südlich von
       San Diego gelegene Tijuana zu verlegen. Die Ankunft der Nationalmannschaft
       wird in Tijuana am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) erwartet. Die iranische
       Auswahl trifft am 16. Juni in Los Angeles auf Neuseeland und am 21. Juni
       ebenfalls in Los Angeles auf Belgien. Das dritte Vorrundenspiel findet am
       27. Juni in Seattle gegen Ägypten statt. (dpa)
       
       ## Pakistans Innenminister als Vermittler in Teheran
       
       [2][Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi] ist nach erneuten Kampfhandlungen
       zwischen den USA und Iran nach Teheran gereist. Geplant seien hochrangige
       Treffen mit iranischen Regierungsbeamten, erfuhr die Deutsche
       Presse-Agentur am Samstag aus pakistanischen Sicherheits- und
       Diplomatenkreisen. Ziel sei es, den Dialog zwischen Iran und den USA zu
       fördern.
       
       Der iranische Staatssender Irib berichtete nach der Ankunft Naqvis am
       Samstagabend (Ortszeit) in Teheran, es seien Treffen mit Präsident Massud
       Peseschkian und Außenminister Abbas Araghtschi geplant. Laut der
       Nachrichtenagentur Isna soll der pakistanische Innenminister bei seiner
       Reise eine Botschaft des pakistanischen Armeechefs Asim Munir an den
       obersten Führer Modschtaba Chamenei überbringen.
       
       Naqvi gilt als enger Vertrauter von Munir. Diesem werden gute Kontakte zu
       US-Präsident Donald Trump nachgesagt, er gilt als Vermittler zwischen den
       Kriegsparteien. Naqvis Besuch in Teheran folgt auf ein Treffen mit seinem
       iranischen Amtskollegen Eskandar Momeni in Kirgistan am Donnerstag und
       Freitag. In einer Stellungnahme im Anschluss an das Treffen hieß es, „beide
       Innenminister betonten die Notwendigkeit, die Bemühungen für einen
       nachhaltigen Frieden in der Region konsequent fortzusetzen“.
       
       Israel und die USA hatten Iran vor drei Monaten angegriffen. Seit dem 8.
       April herrscht in dem Krieg eigentlich eine Waffenruhe. Dennoch kommt es
       immer wieder zu gegenseitigen Angriffen, zuletzt in der Nacht auf Samstag.
       Regionale Staaten und vor allem Pakistan vermitteln zwischen Washington und
       Teheran, um den Krieg dauerhaft zu beenden. (dpa)
       
       ## Libanons Armeechef besucht Pakistan
       
       Der libanesische Armeechef Rodolphe Haykal ist zu einem Besuch in Pakistan
       aufgebrochen. Er reise auf Einladung seines pakistanischen Kollegen Asim
       Munir, teilte das libanesische Militär am Samstag mit. Der Besuch steht im
       Zusammenhang mit Pakistans Vermittlerrolle zur Beendigung des Irankriegs,
       wie die Nachrichtenagentur AFP aus einer mit der Angelegenheit vertrauten
       Quelle erfuhr. Der Libanon spiele „eine entscheidende Rolle in den
       Verhandlungen“. Munir ist der pakistanische Chefvermittler in den
       Gesprächen zwischen den USA und Iran.
       
       Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Als
       Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali
       Chamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab.
       Israel fliegt seinerseits Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und
       schickte Bodentruppen über die Grenze. Israel und die libanesische
       Regierung hatten sich am Mittwoch bei Gesprächen in Washington auf die
       „Umsetzung einer Waffenruhe“ geeinigt. Es sollten dabei bestimmte
       „Testgebiete“ unter „exklusiver Kontrolle“ der libanesischen Armee
       geschaffen werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
       
       Beide schränkten ein, dass die Umsetzung aber von der Einstellung der
       Angriffe der Hisbollah abhänge. Die proiranische Miliz, die bereits die
       vorherigen Waffenruhen mit Israel abgelehnt hatte, akzeptiert aber auch die
       neue Vereinbarung nicht. Iran besteht darauf, den Libanon in ein mögliches
       Abkommen mit den USA zur Beendigung des Kriegs einzubeziehen. (afp)
       
       ## Iran warnt Nachbarn vor Nutzung ihres Territoriums für US‑Angriffe
       
       Iran hat die Nachbarstaaten erneut davor gewarnt, ihr Territorium für
       mögliche US‑Militäroperationen gegen die Islamische Republik zur Verfügung
       zu stellen. „Die Länder der Region sollten den Grundsatz guter
       Nachbarschaft beachten und ihr Territorium nicht für aggressive Handlungen
       gegen den Iran nutzen“, erklärte das Außenministerium in Teheran in einer
       Mitteilung.
       
       Hintergrund der scharfen Reaktion sind laut Teheran die US‑Angriffe vom
       frühen Samstagmorgen (Ortszeit) auf Radaranlagen der Region Sirik und der
       Insel Gheschm im Süden des Landes. „Dieser Angriff war ein klarer Verstoß
       gegen die Waffenruhe vom April 2026 und eine militärische Aggression gegen
       die territoriale Integrität Irans“, so das Ministerium.
       
       Iran forderte den UN‑Sicherheitsrat dazu auf, auf die „offensichtliche
       Verletzung der Waffenruhe“ und die „illegalen Handlungen der USA“, die
       sowohl den regionalen als auch den internationalen Frieden gefährdeten, zu
       reagieren.
       
       Israel und die USA hatten Iran vor drei Monaten angegriffen. Seit dem 8.
       April herrscht in dem Krieg eigentlich eine Waffenruhe. Dennoch kommt es
       immer wieder zu gegenseitigen Angriffen. Das US-Militär fing nach eigenen
       Angaben am Freitag mehrere von Iran auf die mit den USA verbündeten
       Golfstaaten Kuwait und Bahrain abgefeuerte Raketen ab. Zuvor hatte das
       US-Militär im Bereich der Straße von Hormus nach eigenen Angaben auch vier
       iranische Drohnen abgewehrt und anschließend in Iran Radarstationen auf der
       dortigen Insel Gheschm und im Ort Goruk attackiert. (dpa)
       
       7 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Iran-und-die-Fussball-WM/!6164474
 (DIR) [2] /Kaempfe-zwischen-Afghanistan-und-Pakistan/!6116420
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Pakistan
 (DIR) Libanon-Krieg
 (DIR) Straße von Hormus
 (DIR) Drohnen
 (DIR) US-Army
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: Kallas warnt vor weiterer Eskalation
       
       Die EU-Außenbeauftragte kritisiert die Kampfhandlungen im Nahen Osten,
       zuvor hatte Iran Israel angegriffen. Der Ölpreis steigt wieder deutlich.
       
 (DIR) Historiker Moshe Zimmermann über Israel: „Deutschland kann Druck aufbauen“
       
       Der Historiker Moshe Zimmermann kritisiert ein falsches Verständnis
       deutscher Staatsräson gegenüber Israels Regierung. Er fordert mehr
       Entschiedenheit.
       
 (DIR) Bruch der Feuerpause im Irankrieg: Washington und Teheran eskalieren weiter
       
       Trotz einer Waffenruhe setzen die USA und Iran ihren gegenseitigen Beschuss
       fort. Auch Kuwait gerät wieder ins Visier. Ein Ende scheint nicht in Sicht.
       
 (DIR) Krieg im Südlibanon: Israel und Libanon vereinbaren neue Art der Waffenruhe
       
       Die Hisbollah-Miliz soll sich aus Südlibanon zurückziehen, während Israels
       Armee bleibt. Die Hisbollah lehnt das als „libanesische Kapitulation“ ab.