# taz.de -- Streit um Mordfall in Großbritannien: London weist Äußerungen von J. D. Vance zurück
       
       > Nach Aussagen des US-Vizepräsidenten zum Mord an dem Teenager Henry Nowak
       > warnt die britische Regierung davor, die Tat für Hass und Spaltung zu
       > instrumentalisieren.
       
 (IMG) Bild: Der Fall Nowak und das Ausschlachten dessen durch Rechtsextreme haben in Großbritannien zu Gewalt und Ausschreitungen geführt
       
       London/Washington D.C. dpa | Nach den Äußerungen von US-Vizepräsident JD
       Vance zum [1][Mordfall Henry Nowak] hat die britische Regierung dazu
       aufgerufen, von „Spaltung, Hass oder Spannungen“ abzusehen. In einem
       X-Beitrag hatte Vance am Freitag zu „gerechtem Zorn“ aufgerufen und den
       Mord an dem 18-Jährigen im südenglischen Southampton auf eine angebliche
       „Masseninvasion von Migranten“ zurückgeführt. Der Fall sorgte zuletzt in
       Großbritannien für Aufruhr. In Southampton kam es am Dienstag im Zuge eines
       Protests zu Ausschreitungen.
       
       In den vergangenen Tagen sei versucht worden, „in unsere Demokratie
       einzugreifen und Zwietracht auf unseren Straßen zu säen“, teilte ein
       Sprecher der britischen Regierung kurz nach den Äußerungen von Vance mit.
       Man solle den Wunsch der Familie von Nowak akzeptieren und seinen Tod nicht
       für „Spaltung, Hass oder Spannungen“ ausnutzen, sagte der
       Downing-Street-Sprecher britischen Medien zufolge. Er ging dabei allerdings
       nicht konkret auf die Äußerungen von Vance ein.
       
       [2][Nowak war im Dezember 2025 in Southampton niedergestochen worden]. Die
       Polizei schenkte jedoch dem Täter Glauben, der behauptete, als Anhänger der
       Sikh-Religion rassistisch beleidigt worden zu sein und sich als Opfer
       darstellte. Die schweren Verletzungen Nowaks waren zunächst nicht sichtbar.
       Seine Beteuerungen, er sei niedergestochen worden und könne nicht atmen,
       wurden ignoriert. [3][Ihm wurden Handschellen angelegt, als er bereits im
       Sterben lag].
       
       Am Montag wurde der Täter zu einer lebenslangen Haftstrafe von mindestens
       21 Jahren verurteilt. Bodycam-Aufnahmen des Vorfalls gingen um die Welt.
       
       ## Immer wieder Kritik aus den USA
       
       Rechtspopulistische Politiker und Rechtsextremisten sehen den Fall als
       angeblichen Beleg dafür, dass Bemühungen zur Bekämpfung von Rassismus in
       Großbritannien bei der Polizei inzwischen zu einer Benachteiligung der
       weißen Mehrheitsbevölkerung führten. Liberale und Linke wittern dahinter
       eine Kampagne mit rassistischem Hintergrund.
       
       Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Regierung von Präsident Donald
       Trump gegen Großbritannien ausholt. Der Republikaner wirft den Briten und
       anderen Europäern unter anderem immer wieder eine fehlgeleitete
       Migrationspolitik vor.
       
       6 Jun 2026
       
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