# taz.de -- OECD-Prognose: Weniger Wirtschaftswachstum erwartet
> Der Irankrieg schwächt die Weltwirtschaft, prognostiziert die OECD. Der
> Industrieländer-Club empfiehlt die gezielte Entlastung der Bedürftigsten.
(IMG) Bild: Von ihnen sollten sich die Volkswirtschaften eigentlich befreien: fossiler Brennstoff aus der Zapfsäule
Der Industrieländer-Club OECD hat mit Blick auf den anhaltenden Irankrieg
seine Wirtschaftsprognose für Deutschland und die Weltwirtschaft erneut
gesenkt. Für dieses Jahr erwartet die Organisation für Deutschland ein
Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 0,7 Prozent, im März waren es noch
0,8 Prozent und im vergangenen Dezember 1,0 Prozent gewesen. Die
Weltwirtschaft wird der Prognose zufolge um 2,8 Prozent wachsen, nach 3,4
Prozent im Jahr 2025, teilte die Organisation am Mittwoch mit.
Dabei geht die OECD von einer vorübergehenden Störung der Energieproduktion
und -exporte der Golfstaaten aus. Sollten der Irankrieg und die Blockade
des wichtigen Handelswegs Straße von Hormus anhalten, sind die Aussichten
schlechter. Der Irankrieg habe [1][zu einem Energieschock] und in dessen
Folge zu einem stärkeren Inflationsdruck geführt, erklärte die
Organisation, in der sich 38 Industrieländer zusammengeschlossen haben. Das
verschlechtere voraussichtlich die Wachstumsaussichten. Der Inflationsdruck
steigt der Organisation zufolge sowohl in Industrie- als auch in
Schwellenländern. Der Energieschock führe zu höheren Rohstoffpreisen,
während indirekte Effekte die [2][Preise in der gesamten Wirtschaft in die
Höhe trieben], insbesondere bei Agrarprodukten und Lebensmitteln.
„Jegliche fiskalische Unterstützung, die Länder als Reaktion auf den Schock
leisten, muss gezielt den Bedürftigsten zukommen und zeitlich befristet
sein, um einen weiteren Anstieg der Staatsverschuldung zu vermeiden und
Anreize zum Energiesparen zu erhalten“, forderte OECD-Generalsekretär
Mathias Cormann. Nach Auffassung der Organisation zeigt die aktuelle Krise
auch, dass es immer wichtiger für die Volkswirtschaften wird, sich von der
Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu befreien.
Deutschland hat als Reaktion auf die steigenden Preise für Mai und Juni
einen sogenannten Tankrabatt eingeführt, indem die Mineralölsteuern
vorübergehend gesenkt wurden. Außerdem hat die Bundesregierung eine
Taskforce eingerichtet, die die Preisentwicklung beobachten soll. Maßnahmen
wie das von der [3][OECD und Umweltverbänden empfohlene Tempolimit] hat sie
bisher nicht ergriffen.
3 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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