# taz.de -- Alternativen zur WM: Ein Profi mit persönlichem Touch
> Die Doku über den Fußballstar Lukas Podolski erzählt von ihm als Person:
> bodenständig und fußballsüchtig.
(IMG) Bild: Da jubelte er noch für den 1. FC Köln, eine Szene aus der Netflix-Doku „Poldi“
Noch ein Fußballweltmeister von 2014 bekommt eine Doku. Diesmal „Prinz
Poldi“. Seine 90 Filmminuten beginnen mit einem kreativen Meta-Touch. Wenn
es nach ihm ginge, so Lukas Podolski, sollten Dokus über Fußballer nicht 80
Prozent der Zeit von deren Karriere handeln und 20 Prozent vom Privatleben.
Sondern andersherum.
So wird es bei der Netflix-Doku „POLDI“ dann auch gemacht. Ein wenig
00er-Jahre-Nostalgie und die ein oder andere legendäre „linke Klebe“ durch
den Kölsche Jung mit polnischen Wurzeln wird zwar eingeblendet. Aber
[1][hauptsächlich geht es um Lukas] als Sohn, Bruder, Ehemann, Vater,
Businessman und als alternder Profi, der mittlerweile beim polnischen
Erstligisten Górnik Zabrze kickt und damit struggelt bald aufgeben zu
müssen, was bisher sein Leben ausgefüllt hat: Fußball.
Nicht reißerisch, eher bodenständig – wie die Podolskis selbst – lässt die
Doku Poldi und seine Nächsten erzählen. Von der Herkunft aus einfachen
Verhältnissen, dem Sprung vom Bolzplatz zu den Geißböcken und weiter
hinauf, von Vorurteilen und von Ehekrisen. Zeigt, wie die Mutter ihrem Sohn
ein Schnitzel mit Margarine anbrät. Wie der Vater voller Stolz erzählt, wie
sein Sohn ihm als junger Profi einen Audi vor die Tür gestellt hat. Dann
steigt Poldi wieder in den Privatjet, weiter geht’s.
Schnelle Schnitte stehen für Poldis Leben; immer Vollgas, immer offensiv,
immer am Handy, immer neue Geschäfte, immer einen sympathischen
Poldi-Spruch parat. Et kütt, wie et kütt, sagt er gern. Doch an erster
Stelle – weit vor Frau und Kinder – steht immer der Fußball. Die Doku
bleibt durchgehend unterhaltsam, seicht, auf seine Art ehrlich und nicht
verherrlichend.
Einige Male kratzt sie sogar kurz unter der Oberfläche und gräbt dann doch
nicht tiefer. Vielleicht ist da aber auch nichts weiter? Außer ein
fußballsüchtiger Typ, der wirklich nicht weiß, wie es weitergehen soll,
wenn der Fußball wegbricht.
6 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Ruth Lang Fuentes
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