# taz.de -- Die Wahrheit: Total tödliche Iren
> Zu Wasser und zu Lande wackelt die irische Verteidigung. Truppenteile
> haben, wie auch immer, bei einem markigen Panzer-Wettbewerb die USA
> geschlagen.
Tödlichkeit ist das, worum es in der Armee wirklich geht“, sagte Oberst
Justin Harper von der US-Armee neulich über den Sullivan Cup. Das ist ein
Wettkampf des Militärs, bei dem die beste Besatzung des M2 Bradley, eines
35 Tonnen schweren Schützenpanzers, ermittelt wird. Überraschend erwiesen
sich die Iren als tödlicher als die US-Amerikaner. Was diese Leistung noch
bemerkenswerter macht, ist die Tatsache, dass keins der irischen
Besatzungsmitglieder jemals vorher diese Sorte Kettenfahrzeug gesehen
hatte.
Eine Woche lang traten verschiedene Zweige des US-Militärs gegeneinander
an, zusammen mit einer Handvoll internationaler Teams. Neben der Bedienung
des Fahrzeugs sowie dem Abfeuern seiner Waffen wurden die Fitness der
Besatzungen und ihr Umgang mit Handfeuerwaffen geprüft. Das fünfköpfige
Team des Kavalleriekorps der irischen Armee schlug die US-Wettkampfgegner
in allen Punkten.
Ein fünfköpfiges Team? Das ist gar nicht gut. Irland hat gerade 128
Millionen Euro für vier Hubschrauber ausgegeben, die aber keine Gruppen von
Soldaten befördern können. Eigentlich sollten zwei Hubschrauber mit
mittlerer Tragkraft angeschafft werden. Stattdessen orderte das
Verteidigungsministerium aber die vier Mini-Helikopter, die höchstens vier
Soldaten befördern können und darüber hinaus fünf Millionen Euro pro Stück
mehr gekostet haben, als Zypern für die gleichen Hubschrauber bezahlt hat.
Fiona Lafferty vom Verteidigungsministerium erklärte, der Preis hänge –
ähnlich wie bei einem Auto – von der Ausstattung ab. Die irische Variante
verfügt vermutlich über einen Jacuzzi und eine Hausbar mit 20 Jahre alten
Whiskeys. Außerdem dienen die neuen Hubschrauber lediglich der
Pilotenausbildung, sagte Lafferty, und dafür seien „keine mittelschweren
Transportkapazitäten erforderlich“.
## Fast alle in der Werkstatt
Die wären aber nötig gewesen, als man den Frachter [1][MV Matthew und seine
Kokainladung im Wert von 157 Millionen Euro beschlagnahmen wollte.] Damals
war nur ein mittelschwerer Hubschrauber der irischen Armee einsatzbereit.
Die anderen fünf waren in der Werkstatt.
Um Irlands Marine ist es ebenso schlecht bestellt. Sollte die Päpstliche
Schweizergarde, die kleinste und älteste aktive Armee der Welt, angreifen,
um Irland wieder auf den rechten katholischen Weg zurückzuführen, wäre man
wehrlos. Deshalb will Irland zum Schutz seiner Meere die „Partnerschaften“
mit dem Vereinigten Königreich und Frankreich vertiefen.
Vor allem in Großbritannien stößt das auf Unmut. Schließlich kreisen
britische Flugzeuge zur Abschreckung der Russen ständig über der Ostsee.
„Dadurch bleibt keine Luftkapazität übrig, um diese Trittbrettfahrer zu
verteidigen“, erklärte Steve Aiken, ein ehemaliger Kommandant eines
Atom-U-Boots der Royal Navy. Aber die Engländer haben im Gegensatz zu den
irischen Trittbrettfahrern keinen Blumentopf beim Sullivan Cup gewonnen.
1 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Ralf Sotscheck
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