# taz.de -- Die Wahrheit: Schottische Gespenster
       
       > Eines der schrecklichsten Monster der Weltgeschichte entspringt den
       > meeresumtosten Gestaden der Äußeren Hebriden.
       
       Dass es in Schottland spukt, hat man lange vermutet. Eine Studie des
       Online-Casinos Slotbox.com hat das nun bestätigt. Dessen Analyse ergab,
       dass die schottischen Highlands die höchste Anzahl paranormaler Sichtungen
       im Vereinigten Königreich aufweisen, darunter Poltergeister, Ufos und
       andere unerklärliche Vorkommnisse.
       
       Im September 1954 zum Beispiel wurde Glasgow angeblich von einem Vampir mit
       eisernen Zähnen heimgesucht, der durch die Straßen streifte und sich vom
       Fleisch der Kinder ernährte. Gruppen hysterischer Jugendlicher beschlossen,
       sich mit Pfählen und Messern zu bewaffnen. Sie begaben sich in Begleitung
       bissiger Hunde zum Friedhof im Süden der Stadt und suchten hinter Bäumen
       und Grabsteinen nach dem grauenhaften Wesen. Die Panik breitete sich immer
       weiter aus, bis schließlich US-amerikanische Horrorcomics dafür
       verantwortlich gemacht wurden.
       
       Die lokale Abgeordnete Alice Cullen plädierte dafür, diese Comics zu
       verbieten. Im folgenden Jahr wurde das Gesetz über schädliche
       Veröffentlichungen für Kinder und Jugendliche verabschiedet – ein Vorläufer
       für das Verbot von sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren.
       
       ## Kreatur aus dem Meer
       
       Furchterregender als der Vampir von Glasgow ist der Nuckelavee, eine
       Kreatur, dessen Atem Getreide verdorren lässt und Vieh krank macht. Der
       Begriff stammt vom orkneyischen „knoggelvi“ ab, dem „Teufel des Meeres“.
       Einen Meeresgeist, den Seonaidh, gibt es auch auf der Hebrideninsel Lewis.
       Die Inselbewohner opferten ihm Bier, damit er den Seetang für die Düngung
       der Felder vermehren möge. Dem Searrach Uisage, was Wasserfohlen bedeutet,
       musste man hingegen Lämmer opfern.
       
       Auf Lewis gibt es auch eine ganze Reihe anderer unheimlicher Wesen, zum
       Beispiel eine gefürchtete Seeschlange. Im Laufe der Jahrhunderte wurden
       verschiedene Sichtungen gemeldet, darunter der Bericht eines deutschen
       Schiffes aus dem Jahr 1882 über eine 40 Meter lange Seeschlange in der Nähe
       vom Butt of Lewis.
       
       Die „Blue Men of the Minch“ haben dagegen Humor. Es sind legendäre Wesen,
       die im „Minch“ leben, dem Meeresarm zwischen Lewis und dem schottischen
       Festland. Sie sind blauhäutig wie Schlümpfe, aber weniger harmlos: Sie
       können Stürme entfachen, um Schiffe zu versenken. Kann der Kapitän aber ein
       Reimgedicht vervollständigen, muss niemand ertrinken.
       
       Und außerdem gab es eine Werwolf-Familie auf einer Insel im Loch Langavat
       auf Lewis, die umliegende Dörfer verwüstet hat. Die Region, in der sie
       lebten, gehört dem Clan MacLeod. Eine Mary Anne MacLeod hat ein Monster
       erschaffen, gegen das die Werwölfe Schoßhündchen sind. Es verwüstet nämlich
       nicht nur Dörfer, sondern ganze Länder. Diese Mary Anne MacLeod hatte
       Schottland am 2. Mai 1930 an Bord der RMS Transylvania (!) verlassen, kam
       am 11. Mai in New York an, heiratete einen Fred Trump und bekam fünf
       Kinder, darunter einen orangefarbenen Jungen.
       
       18 May 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ralf Sotscheck
       
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