# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: USA wollen weiter vermitteln
       
       > US-Außenminister Rubio hält nach den jüngsten russischen Großangriffen an
       > Verhandlungen fest. In der Nacht zu Dienstag kam es zu weiteren tödlichen
       > Angriffen.
       
 (IMG) Bild: US-Außenminister Rubio betont in Indien, weiter an Vermittlungen zwsichen der Ukraine und Russland festhalten zu wollen
       
       Bei [1][schweren russischen Angriffen] aus der Luft ist, ukrainischen
       Behördenangaben nach, im Osten des Landes mindestens ein Mensch getötet
       worden, 15 weitere wurden verletzt. In der Hafenstadt Odessa sei ein
       Infrastrukturobjekt durch Beschuss zerstört worden, teilte Gouverneur
       Serhij Lyssak auf Telegram mit. Von den vier Verletzten sei einer seinen
       Wunden erlegen, schrieb er später.
       
       In der Stadt Kramatorsk im Gebiet Donezk wurden derweil durch den Abwurf
       gelenkter Gleitbomben am Abend 12 Personen verletzt. „Unter den Verletzten
       ist ein achtjähriger Junge“, schrieb der ukrainische Gouverneur der Region
       Wadym Filaschkin auf Telegram. Laut den örtlichen Behörden war es bereits
       der dritte schwere Angriff auf die Stadt im Tagesverlauf. (dpa)
       
       ## USA wollen vermitteln
       
       Nach den jüngsten russischen Großangriffen wollen die USA nach Angaben von
       Außenminister Marco Rubio [2][weiter im Ukrainekrieg vermitteln.] „Die USA
       stehen bereit und sind gewillt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um
       ein Ende dieses Krieges zu erleichtern“, sagte Rubio am Dienstag in Indien.
       Zuvor hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow Diplomaten und Ausländer
       vor bevorstehenden Angriffen auf Kyjiw gewarnt. Derweil wurde bei einem
       Angriff in Odessa ein Mensch getötet.
       
       „Jedes Mal, wenn man diese massiven Angriffe der einen oder anderen Seite
       sieht, ist dies eine mahnende Erinnerung daran, warum dies ein
       schrecklicher Krieg ist“, sagte Rubio nach einem Telefonat mit seinem
       russischen Kollegen Lawrow und forderte: „Er muss beendet werden.“ Die USA
       hofften, dass sich „zu gegebener Zeit“ die Gelegenheit bieten werde, auf
       ein Ende des Kriegs hinzuwirken, sagte der US-Außenminister.
       
       Bei dem Gespräch am Montag hatte Lawrow nach Angaben Moskaus eine zuvor an
       Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen in Kyjiw
       ausgesprochene Aufforderung, die ukrainische Hauptstadt angesichts
       bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen, wiederholt.
       
       In dem zuvor erfolgten Aufruf forderte Russland Ausländer und Diplomaten in
       Kyjiw auf, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer
       Angriffe zu verlassen. „Die Angriffe werden sowohl auf Entscheidungszentren
       als auch auf Kommandoposten zielen“, teilte das Außenministerium in Moskau
       am Montag mit. „Ausländische Bürger, einschließlich des Personals
       diplomatischer Missionen und internationaler Organisationen“ würden
       dringend dazu aufgerufen, „die Stadt so bald wie möglich zu verlassen“.
       
       Rubio sagte am Dienstag auf Nachfrage vor Journalisten, Russland habe „eine
       Mitteilung an alle Botschaften geschickt“, nicht nur an die US-Vertretung.
       Ein Sprecher des französischen Außenministeriums erklärte am Montag: „Wir
       sind an Putins Drohungen gewöhnt. Eine Evakuierung kommt nicht infrage.“
       Der Botschafter der Europäischen Union in Kyjiw schrieb auf Facebook: „Wir
       gehen nirgendwohin.“
       
       Die Ukraine bezeichnete die Drohungen Russlands indes als „Rhetorik“. „Wir
       sagen unseren Partnern, dass sie dieser russischen Erpressung nicht
       nachgeben sollen“, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij
       Sybiha.(afp)
       
       ## Russland wirbt für neue Rekruten mit Schuldenerlass
       
       Der russische ‌Präsident Wladimir Putin hat ein Dekret zum Schuldenerlass
       für neue Rekruten im Ukrainekrieg und deren Familien unterzeichnet. Wer ab
       dem 1. Mai einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium geschlossen hat,
       wird samt Ehepartner von Verbindlichkeiten in Höhe ‌von bis zu 10 Millionen
       Rubel (rund 139.700 Dollar) befreit, teilte der Kreml am späten Montagabend
       mit. Voraussetzung sei, dass vor diesem Datum bereits ein rechtlicher
       Anspruch auf Eintreibung der Schulden bestand und der Vertrag für den
       Einsatz für mindestens ein Jahr unterzeichnet wurde. Zudem verlängerte
       Putin die Pachtrechte für staatliches ‌Land für Kämpfer in der Ukraine auf
       unbestimmte Zeit.
       
       Die Summe von 10 Millionen Rubel entspricht laut der Immobiliendatenbank
       ⁠Cian in etwa dem Preis für eine 35 Quadratmeter große Einzimmerwohnung in
       Moskau. Das Gesetz ergänzt eine Reihe von bereits ‌bestehenden
       Unterstützungsmaßnahmen wie ‌hohe Prämien oder eine ⁠bevorzugte Zulassung
       an Hochschulen. Die Regierung in Moskau versucht damit, ihre Truppen in dem
       ‌seit mehr als vier ‌Jahren andauernden Krieg aufzustocken.(rts)
       
       ## Abschuss von Raketenflugkörper
       
       Die russische Luftabwehr schießt nach offiziellen Angaben Flugkörper ab,
       die auf die Region Leningrad zusteuern. Dies teilt der regionale Gouverneur
       Alexander Drosdenko über ‌den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Weitere
       Details nennt ⁠er zunächst nicht. In der Region im Nordwesten Russlands
       liegt unter ‌anderem ‌die ⁠Millionenmetropole St. Petersburg. Zudem
       befinden sich dort ‌wichtige Hafenanlagen ‌und Energieinfrastruktur wie
       Ölraffinerien. (rts)
       
       26 May 2026
       
       ## LINKS
       
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