# taz.de -- Aufgepäppelte Kegelrobben: Jasper und Tomi zurück im Meer
       
       > In der Seehundstation in Norddeich werden geschwächte Kegelrobben
       > aufgezogen. Zwei Robben sind nun wieder fit genug, um allein in der
       > Nordsee zu überleben.
       
 (IMG) Bild: Eine Kegelrobbe auf den Weg ins Wasser. Zwei Kegelrobben sind auf der ostfriesischen Insel Juist ausgewildert worden
       
       dpa | Über Wochen wurden sie von Tierpflegern aufgepäppelt, nun robbten sie
       zurück in die Freiheit: Die Kegelrobben Jasper und Tomi sind auf der
       ostfriesischen Insel Juist ausgewildert worden – im Beisein von
       Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne). Die geschwächten
       Tiere waren zuvor in der Seehundstation Norddeich aufgezogen worden, bis
       sie wieder fit genug waren, um eigenständig im Wattenmeer zu überleben.
       
       Die beiden Tiere waren vor rund drei Monaten auf der Insel Borkum in
       hilfloser Lage gefunden worden. Der Leiter der Seehundstation, Peter
       Lienau, sagte, die Pflege und Auswilderung der Robben sei für sein Team
       eine „Herzensangelegenheit“. „Jede Rückkehr eines Tieres ins Wattenmeer ist
       ein Erfolg für den Artenschutz und zeigt, wie wichtig unsere Arbeit für den
       Erhalt der Kegelrobbenpopulation ist.“
       
       ## Meyer: Erfolgsgeschichte des Artenschutzes
       
       Die Kegelrobben, Deutschlands größte Raubtiere, haben sich zuletzt im
       niedersächsischen Wattenmeer prächtig vermehrt. Bei drei Zählflügen im
       vergangenen Winter während der Wurfsaison wurden laut
       Nationalparkverwaltung in der Spitze insgesamt 575 Jungtiere und 1.117
       erwachsene Kegelrobben gezählt. Die Gesamtzahl der Tiere während der
       Wurfsaison lag damit zuletzt bei 1.692.
       
       Minister Meyer sagte, der [1][Zuwachs der Kegelrobben] im Wattenmeer sei
       eine „echte Erfolgsgeschichte des Natur- und Artenschutzes“. Er verwies
       darauf, dass die Raubtiere noch vor wenigen Jahrzehnten an der Küste
       praktisch ausgestorben waren. „Heute können wir dank konsequentem Schutz
       und der engagierten Zusammenarbeit von Natur- und Artenschutz diese
       faszinierenden Tiere wieder in großer Zahl an der Nordseeküste begrüßen“,
       sagte er.
       
       Nach einer starken Bejagung waren die [2][Kegelrobben in Deutschland] vor
       100 Jahren fast ausgerottet. Erst in der zweiten Hälfte des 20.
       Jahrhunderts kamen die Tiere aus britischen Gewässern wieder ins
       Wattenmeer. Im Nationalpark sind sie neben den kleineren Seehunden die
       zweite Robbenart.
       
       23 May 2026
       
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