# taz.de -- Nahrungsergänzungsmittel: Das Geschäft mit der Gesundheit
       
       > Influencer-Werbung für Nahrungsergänzungsmittel ist oft irreführend. Um
       > Schaden abzuwenden, braucht es eine klarere Regulierung.
       
 (IMG) Bild: Viele bunte Pillen: Hinter Versprechen von Influencern steckt meistens keine Wissenschaft, sondern ein Geschäftsmodell
       
       Kleine bunte Tabletten sollen Krebs heilen, Depressionen lindern und die
       Libido steigern. Nichts hält Influencer:innen davon ab, genau das zu
       versprechen – und dafür [1][bis zu 10.000 Euro pro Post zu kassieren.]
       
       Hinter diesen Versprechen steckt meistens keine Wissenschaft, sondern ein
       Geschäftsmodell. Eines, das auf Kosten der menschlichen Gesundheit
       funktioniert. Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt: Rund 70 Prozent
       der Menschen in Deutschland greifen zu Kapseln, Pulvern und Tropfen. Mit
       Aussagen „in klinischen Studien erwiesen“ wird der Eindruck vermittelt,
       dass die Produkte seriös sind, oft zu Unrecht.
       
       Die [2][Verbraucherzentrale] warnt vor „nicht verkehrsfähigen
       Nahrungsergänzungsmitteln“ sowie vor unzulässiger und irreführender
       Werbung. Die meisten dieser Aussagen tauchen im offiziellen Onlineshop gar
       nicht auf und Instagram-Stories verschwinden nach 24 Stunden.
       
       Laut Bundesinstitut für Risikobewertung [3][kann es zu gefährlichen Folgen
       einer unnötigen Supplementierung kommen.] So führte eine Überdosierung von
       Vitamin D bisweilen zu hohen Calciumwerten – mit Folgen wie Nierensteinen,
       Gefäßverkalkung und Herzrhythmusstörungen.
       
       ## Gefährliche Wechselwirkungen
       
       Vitamin K wiederum kann mit dem Blutgerinnungshemmer Warfarin wechselwirken
       und dessen lebensnotwendige Wirkung abschwächen.
       
       Einige Nahrungsergänzungsmittel enthalten klar gesundheitsgefährdende
       Inhaltsstoffe. [4][Giftiges Dinitrophenol] wird in Europa illegal als
       Fatburner verkauft: [5][2015 gab es nach Angaben des Bundesinstituts für
       Risikobewertung sogar einen Todesfall nach der Einnahme des Präparats.]
       Erst vor wenigen Wochen wurde [6][in einer Honigpaste das Potenzmittel
       Sildenafil nachgewiesen] – ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der
       schwere Nebenwirkungen wie Herzrasen oder Sehstörungen auslösen kann.
       
       Über mögliche Nebenwirkungen hält sich die Werbung bedeckt. Fest steht: Es
       braucht strengere Regeln bei der Vermarktung solcher Präparate, um die
       Verbraucher:innen in Deutschland vor gesundheitlichem Schaden zu
       bewahren.
       
       21 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.shopify.com/de/blog/influencer-preise#8
 (DIR) [2] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/erschreckende-bilanz-bei-kontrollen-im-onlinehandel-und-von-influencern-28499
 (DIR) [3] https://www.bfr.bund.de/cm/343/hochdosierte-nahrungsergaenzungsmittel-mit-vitamin-d-koennen-langfristig-die-gesundheit-beeintraechtigen.pdf
 (DIR) [4] https://www.bfr.bund.de/cm/343/nahrungsergaenzungsmittel-die-dinitrophenol-dnp-enthalten-koennen-zu-schweren-vergiftungen-bis-hin-zu-todesfaellen-fuehren.pdf
 (DIR) [5] https://www.bfr.bund.de/cm/343/nahrungsergaenzungsmittel-die-dinitrophenol-dnp-enthalten-koennen-zu-schweren-vergiftungen-bis-hin-zu-todesfaellen-fuehren.pdf
 (DIR) [6] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/warnung-vor-honigpaste-mit-sildenafil-bei-amazon-163326/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sofia Zharinova
       
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