# taz.de -- Humanitäre Lage im Gazastreifen: Israels Armee stoppt Großteil der Gaza-Hilfsflotte
       
       > Rund 250 Aktivisten wurden westlich von Zypern festgenommen, zehn Boote
       > sind noch unterwegs: Israels Marine geht weiter gegen die „Global Sumud
       > Flotilla“ vor.
       
 (IMG) Bild: Athen, 19. Mai: Protest vor dem griechischen Außenministerium, nachdem die israelische Marine eine Aktivistenflotte abgefangen hat
       
       dpa | Die israelische Armee hat die meisten Boote der internationalen
       Gaza-Hilfsflotte gestoppt. Die Marine sei über Nacht weiter gegen die
       „Global Sumud Flotilla“ vorgegangen und habe mehr als die Hälfte von
       insgesamt 57 Booten unter ihre Kontrolle gebracht, berichtete der
       israelische Rundfunk. Rund 250 Aktivisten seien bei dem Einsatz westlich
       von Zypern bisher festgenommen worden.
       
       Unter den Festgenommenen soll auch die Schwester der irischen Präsidentin
       Catherine Connolly, Margaret Connolly, sein, wie mehrere Medien unter
       Berufung auf die Veranstalter berichten. „Es ist sehr beunruhigend, und ich
       mache mir große Sorgen um sie, und auch um ihre Kollegen an Bord“, sagte
       Präsidentin Connolly unter anderem dem Sender RTÉ zufolge am Montag in
       London vor Journalisten. Der irische Regierungschef Michael Martin
       bezeichnete die Festnahme irischer Staatsbürger der Nachrichtenagentur PA
       zufolge als „falsch“ und „inakzeptabel“.
       
       Die Veranstalter der Protestaktion sprachen von einer „Entführung“ der
       Aktivisten und teilten mit, zehn Boote seien weiterhin unterwegs in
       Richtung [1][Gazastreifen]. Mehr als 40 weitere seien seit Montag gestoppt
       worden. Der Einsatz der israelischen Armee 250 Seemeilen von Gaza entfernt
       gegen die Hilfsflotte sei „eine weitere illegale Aggression auf hoher See“,
       hieß es in einer Mitteilung auf der Webseite der Organisation. [2][Ziel der
       „Global Sumud Flotilla“] sei es gewesen, „einen humanitären Korridor
       einzurichten und Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu
       durchbrechen“.
       
       Das israelische Außenministerium sprach dagegen von einer Provokation und
       teilte mit, auf den Booten seien bisher keine humanitären Hilfsgüter
       gefunden worden.
       
       ## Mehrere Außenminister verurteilen israelisches Vorgehen
       
       Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, die Aktivisten sollten
       nach ihrer Festnahme auf ein Schiff der Marine gebracht werden, auf dem
       sich ein „schwimmendes Gefängnis“ befinde. Von dort sollten sie in die
       israelische Hafenstadt Aschdod gebracht werden. [3][In der Vergangenheit]
       waren internationale Aktivisten stets [4][nach einer Weile wieder in ihre
       Heimatländer abgeschoben] worden.
       
       Die Außenminister der Länder Jordanien, Indonesien, Spanien, Pakistan,
       Brasilien, Türkei, Bangladesch, Kolumbien, Libyen und der Malediven
       verurteilten in einer gemeinsamen Mitteilung „die erneuten israelischen
       Angriffe auf die Global Sumud Flotilla, eine friedliche zivile humanitäre
       Initiative, die darauf abzielt, internationale Aufmerksamkeit auf das
       katastrophale humanitäre Leid des palästinensischen Volkes zu lenken“.
       
       19 May 2026
       
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