# taz.de -- Folge von US-Sanktionen: Hamburger Reederei Hapag-Lloyd blockiert Kuba
       
       > Die Reederei, an der auch Hamburg beteiligt ist, nimmt vorerst keine
       > Aufträge für die realsozialistische Insel mehr an. Grund sei ein
       > Trump-Dekret vom 1. Mai.
       
 (IMG) Bild: Hier tut sich womöglich bald nichts mehr: Hafen von Havanna
       
       Die Sanktionspolitik der USA gegen Kuba zieht Kreise bis nach Hamburg. Wie
       Hapag-Lloyd am Montag bekannt gab, nimmt die Reederei vorübergehend keine
       neuen Buchungen für die sozialistische Republik mehr an. Die Stadt Hamburg
       hält 13,9 Prozent der Aktien von Hapag-Lloyd.
       
       US-Präsident Donald Trump hatte am 1. Mai per Dekret die [1][Sanktionen
       gegen den Inselstaat noch einmal verschärft und auf Angehörige von
       Drittstaaten ausgedehnt]. Dabei geht es um Personen, die in vom US-Finanz-
       und Außenministerium bestimmten Sektoren der kubanischen Wirtschaft tätig
       sind, explizit im Energie-, Verteidigungs-, Bergbau-, Finanz- und
       Sicherheitssektor.
       
       „Wir prüfen gerade die Lage, um zu entscheiden, ob und unter welchen
       Bedingungen wir unsere Dienste von und nach Kuba weiterführen“, teilt
       Hapag-Lloyd mit. Kunden werden aufgefordert, ihre Pläne mit Bezug auf Kuba
       zu überdenken.
       
       Agenturberichten zufolge hat nicht nur Hapag-Lloyd auf Trumps Dekret
       reagiert, sondern auch die französische Reederei CMA CGM. Laut dem
       Handelsblatt könnte der Ausfall der beiden Reedereien bis zu 60 Prozent des
       kubanischen Schiffsverkehrsaufkommens gefährden.
       
       ## Kubas Wirtschaft wird erdrosselt
       
       Kuba ist [2][seit der sozialistischen Revolution, genauer seit 1960,
       kontinuierlich von den Vereinigten Staaten sanktioniert] worden. Präsident
       Donald [3][Trump hat den Druck im laufenden Jahre schon einmal erhöht]: Am
       29. Januar stufte er die Politik der kubanischen Regierung als
       „ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung“ ein und erklärte den
       nationalen Notstand. Staaten, die direkt oder indirekt Öl nach Kuba
       liefern, bestraft er mit Einfuhrzöllen für die USA.
       
       [4][Für Kuba hat diese Verschärfung fatale Folgen], weil sie die Wirtschaft
       erdrosselt. Das gilt insbesondere, weil die USA in Venezuela, einem der
       bisherigen Hauptlieferanten, die Regierung gestürzt haben. Andere
       Lieferanten beugen sich dem Druck aus Washinghton, sodass es zu langen
       Stromausfällen kommt, Krankenhäuser nur eingeschränkt betrieben und die
       Städte nicht mehr richtig mit Lebensmitteln versorgt werden können.
       
       Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft wies darauf hin, dass die
       Vereinten Nationen (UN) die Blockade Kubas seit 30 Jahren verurteilten.
       Auch die deutsche Bundesregierung unterstützt die jährlichen Resolutionen
       zur Abschaffung der Sanktionen. Die [5][Ausdehnung der Sanktionen auf
       Dritte] [6][verletze das Völkerrecht, teilte die Bundesregierung im Januar
       auf eine Anfrage der Linken mit]. Sie verstoße gegen das Interesse
       Deutschlands und der EU, die wirtschaftlichen Beziehungen mit Kuba
       auszubauen.
       
       Mit Hapag-Lloyd beteilige sich auch ein Hamburger Unternehmen an Trumps
       illegalem Embargo, kritisierte die Hamburger Linksfraktion. „Damit macht
       sich der Senat mittelbar mitschuldig an einem Völkerrechtsbruch“, sagte der
       Bürgerschaftsabgeordnete David Stoop. „Der Senat muss dringend darauf
       hinwirken, dass die Entscheidung, sich an Trumps Embargo zu beteiligen,
       zurückgenommen wird“, forderte sein Kollege Kay Jäger. Zudem müsse er
       aufklären, wie es dazu gekommen sei.
       
       Der Hamburger Senat hatte unter dem damaligen Bürgermeister Olaf Scholz
       (SPD) in den Jahren ab 2009 für mehr als eine Milliarde Euro Anteile an
       Hapag-Lloyd erworben, um zu sicherzustellen, dass der Sitz der Reederei in
       Hamburg bleibe. Das Geschäft, zu dem Scholz versicherte „I want my money
       back“, war damals hochumstritten. In der Zwischenzeit hat es der Stadt aber
       [7][einige Milliarden Euro Dividende eingebracht].
       
       Zur Unterbrechung des Verkehrs mit Kuba wies der aktuelle rot-grüne Senat
       darauf hin, dass Hapag-Lloyd ein börsennotiertes Unternehmen sei. Als
       Anteilseigner äußere er sich „grundsätzlich nicht zu operativen
       Geschäftsentscheidungen des Unternehmens“.
       
       18 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/2026/05/imposing-sanctions-on-those-responsible-for-repression-in-cuba-and-for-threats-to-united-states-national-security-and-foreign-policy/
 (DIR) [2] https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/577890/us-sanktionen-gegen-kuba/
 (DIR) [3] /US-Eingriffe-in-Kuba/!6158815
 (DIR) [4] /Trumps-Oel-Embargo/!6155632
 (DIR) [5] /Banken-kuendigen-Konten/!6149205
 (DIR) [6] https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1139668
 (DIR) [7] /Hamburger-Regierungsbilanz/!6068808
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gernot Knödler
       
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