# taz.de -- USA verhandeln mit Kuba: CIA-Chef trifft überraschend im sozialistischen Inselstaat ein
       
       > Die Regierung in Havanna sagt, man habe niemals feindliche Aktivitäten
       > gegen die Vereinigten Staaten unterstützt. Unterdessen bleibt die
       > Stromversorgung auf der Insel kritisch.
       
 (IMG) Bild: Rosen für den Klassenfeind: CIA-Chef John Ratcliffe (l.) mit kubanischen Regierungsvertretern
       
       dpa/ap/taz | Der Direktor des US-Auslandsgeheimdiensts CIA, John Ratcliffe,
       ist überraschend nach Kuba gereist, um sich mit Vertretern des
       sozialistischen Karibikstaats zu treffen. Die Zusammenkunft mit ranghohen
       Beamten des Innenministeriums habe auf Antrag der US-Regierung
       stattgefunden, teilte die kubanische Regierung mit.
       
       Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen CIA-Beamten
       übereinstimmend, Ratcliffe habe sich unter anderem mit Kubas Innenminister
       Lázaro Álvarez Casas und mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro getroffen,
       einem Enkel des kubanischen Revolutionsführers Raúl Castro.
       
       Das Nachrichtenportal Axios und der Sender NBC News zitierten einen
       CIA-Beamten mit der Aussage, dass Ratcliffe nach Kuba gereist sei, um die
       Botschaft von US-Präsident Donald Trump zu überbringen, „dass die
       Vereinigten Staaten bereit sind, sich ernsthaft mit Wirtschafts- und
       Sicherheitsfragen zu befassen, jedoch nur, wenn Kuba grundlegende
       Veränderungen vornimmt“.
       
       Von der kubanischen Regierung hieß es, der Besuch habe vor dem Hintergrund
       „komplexer“ bilateraler Beziehungen darauf gezielt, den politischen Dialog
       zwischen beiden Ländern zu fördern. Kubas Vertreter hätten bei dem Treffen
       mit Ratcliffe und der US-Delegation eindeutig nachweisen können, dass die
       Insel „keine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA“ darstelle,
       erklärte die Regierung in Havanna.
       
       Folglich gebe es auch keinen Grund, das Land weiterhin auf der US-Liste der
       staatlichen Sponsoren von Terrorismus zu führen, für die Sanktionen gelten.
       Kuba finanziere oder dulde keine terroristischen Organisationen und habe
       „niemals feindliche Aktivitäten gegen die USA unterstützt“.
       
       ## Stromnetz im Osten Kubas bricht zusammen
       
       Unterdessen ist es auf Kuba [1][erneut zu einem schweren Stromausfall]
       gekommen. Der staatliche Elektrizitätsverband erklärte am Donnerstag
       (Ortszeit), der Zusammenbruch des Stromnetzes habe alle östlichen Provinzen
       von Guantánamo bis Ciego de Ávila vom Strom abgeschnitten. Einsatzkräfte
       arbeiteten an der Wiederherstellung der Stromversorgung. Wie lange dies
       dauern wird, blieb zunächst unklar. In Havanna, wo der Strom rationiert
       wird, hielten die Ausfälle am Donnerstag 24 Stunden an.
       
       Am Mittwochabend beobachteten AP-Journalisten, wie Bewohner zahlreicher
       Stadtviertel mit Töpfen und Pfannen Lärm machten und Mülltonnen anzündeten,
       um gegen die Stromausfälle zu protestieren. Stunden später erschien
       Energieminister Vicente de la O Levy im kubanischen Fernsehen und
       bezeichnete die Lage als kritisch.
       
       Kuba produziert kaum 40 Prozent des Kraftstoffs, den es benötigt, um seine
       Wirtschaft mit Energie zu versorgen. Nach [2][einer ersten Hilfslieferung
       kündigte Russland] an, Anfang April ein zweites Tankschiff nach Kuba zu
       schicken. Laut russischen Nachrichtenberichten verließ der Öltanker
       Russland im Januar, steckt aber seit Wochen an derselben Stelle im Atlantik
       fest.
       
       Stromausfälle kommen auf Kuba wegen der maroden Infrastruktur relativ
       häufig vor. Die Regierung in Havanna führt die Ausfälle jedoch auch auf die
       US-Energieblockade zurück. US-Präsident Donald Trump drohte im Januar jedem
       Land Strafzölle an, das Öl an Kuba liefert oder verkauft.
       
       ## Medien: USA wollen Ex-Staatschef Raúl Castro anklagen
       
       Seit der Revolution 1959 sind die Beziehungen zwischen den USA und Kuba
       angespannt, [3][mit dem letzten Regierungswechsel in Washington haben sie
       sich nochmals verschärft]. Als eine seiner ersten Amtshandlungen nach dem
       erneuten Einzug ins Weiße Haus hatte Trump im Januar 2025 den von der
       kommunistischen Partei regierten Inselstaat wieder auf die US-Terrorliste
       gesetzt.
       
       Trump erhöhte den Druck, um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen
       Wandel im Interesse der USA zu forcieren. In den vergangenen Monaten
       führten die beiden Regierungen nach eigenen Angaben Gespräche, deren Inhalt
       nicht bekannt ist.
       
       Wie am Freitag bekannt wurde, unternehmen die USA wohl parallel zu den
       Gesprächen Schritte, um den 94-jährigen kubanischen Ex-Präsidenten Raúl
       Castro anzuklagen – den Großvater von Raúl Guillermo Rodríguez Castro also,
       mit dem sich gerade erst CIA-Chef John Ratcliffe getroffen hat. Die
       mögliche Anklage gegen Großvater Castro soll sich auf den tödlichen
       Abschuss von Flugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch Kuba im
       Jahr 1996 konzentrieren, berichtete der Sender CBS News unter Berufung auf
       US-Beamte.
       
       Floridas republikanischer Gouverneur Ron DeSantis legte auf der Plattform X
       nahe, dass er eine Anklage gegen Kubas früheren Staatschef begrüßen würde.
       Den Bericht von CBS News kommentierte er mit den Worten: „Gib Gas, das hat
       lange auf sich warten lassen!“
       
       Mehrere US-Medien hatten bereits in den vergangenen Monaten über einen
       Brief mehrerer Kongressmitglieder an die US-Regierung berichtet, in dem
       diese eine Anklage gegen Raúl Castro gefordert haben sollen. Ihr Vorwurf
       demnach: Er habe den Abschuss als damaliger Verteidigungsminister
       angeordnet.
       
       Raúl Castro gab 2018 das Präsidentenamt und 2021 den Vorsitz der
       Kommunistischen Partei ab, seitdem ist er nicht mehr in der Tagespolitik
       aktiv. Als jüngerer Bruder von Revolutionsführer Fidel Castro und einer der
       letzten Vertreter der Generation der Revolutionäre genießt er aber immer
       noch hohes Ansehen in Kuba.
       
       15 May 2026
       
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       ist unklar.