# taz.de -- Angebliche Drohnenkäufe Kubas: Eine plumpe Lüge
       
       > Kuba liegt am Boden. Die Idee, die Regierung könnte Angriffe auf die USA
       > planen, ist doch arg unglaubwürdig und dient einzig US-Übernahmegelüsten.
       
 (IMG) Bild: Havanna, Kuba, 17. März: Straßenszene mit Wandbildbild vom Revolutionshelden Che Guevara
       
       Es scheint unglaublich albern. Die US-Plattform [1][Axios] meldet exklusiv
       unter Berufung auf US-Geheimdienste, der kubanische Staat habe sich mit 300
       militärischen Drohnen eingedeckt. Er plane, damit die US-Militärbasis
       Guantánamo auf Kuba, US-Kriegsschiffe in der Karibik oder gar Ziele im nur
       140 Kilometer entfernten Florida in den USA anzugreifen.
       
       Beim besten Willen: Das von US-Präsident Donald Trump angekündigte
       [2][Vorgehen gegen Kubas kommunistische Regierung] („Ich kann mit Kuba
       machen, was ich will“) auf den letzten Metern noch zu einer Aktion der
       präventiven Selbstverteidigung umzudeuten, ist doch gar zu plump. Im
       Unterschied zum US-Präsidenten agiert Kubas Regierung nicht erratisch.
       
       Die ausschließlich auf den eigenen Machterhalt ausgerichtete
       [3][Reformunfähigkeit der Partei- und Staatsführung] hat Kuba in die
       derzeitige Lage gebracht: Was als politisch-emanzipatorisches Projekt der
       nationalen Souveränität deklariert war, hinterlässt heute ein vergreisendes
       Land in Scherben, dem [4][mehrere Generationen junger Menschen fehlen],
       abhängiger von außen denn je.
       
       Außer der Macht und den Privilegien jener Machtclique aus Militär,
       Castro-Familie und Parteikadern, die Millionenbeträge am staatlichen
       Haushalt vorbei verdienen und organisieren, ist heute nichts mehr übrig,
       was es zu verteidigen gälte. Bildungssystem und [5][Gesundheitswesen sind
       schon lange kaputt], ohne Überweisungen von Verwandten sind die
       Schwarzmarktpreise für Lebensmittel für die einfachen Leute nicht zu
       bezahlen. Die immerhin fließen – in den vergangenen Jahren hat Kuba die
       größte Auswanderungswelle seit Beginn der Revolution erlebt.
       
       Die Vorstellung, die Führung würde sich in dieser Situation mit Drohnen
       eindecken, um als Schlusspunkt noch einmal einen Krieg mit den USA zu
       provozieren, hat fast etwas Romantisches. Man stellt sich Raúl Castro vor,
       wie Alexis Sorbas am Strand tanzend, nachdem alles zusammengebrochen ist.
       Das ist Unsinn. Weit wahrscheinlicher ist, dass die US-Geheimdienste eine
       weitere Lüge in die Welt gesetzt haben, um Trump Optionen zu eröffnen.
       
       18 May 2026
       
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 (DIR) [1] https://www.axios.com/2026/05/17/us-military-drones-cuba
 (DIR) [2] /Uebernahmegelueste-durch-die-USA/!6163284
 (DIR) [3] /Krise-in-Kuba/!6171682
 (DIR) [4] /Kubas-frustrierte-Jugend/!5917433
 (DIR) [5] /Soziale-Krise-in-Kuba/!6007437
       
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 (DIR) Bernd Pickert
       
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