# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Russland und die Ukraine tauschen je rund 200 Gefangene aus
> Parallel zu einem größeren Gefangenenaustausch wird in der Ukraine nach
> den jüngsten massiven russischen Luftschlägen gegen Kyjiw der Toten
> gedacht.
(IMG) Bild: Rückkehr von ukrainischen Kriegsgefangenen im Sommer vergangenen Jahres
## Gefangenenaustausch zwischen Russland und Ukraine
Russland und die Ukraine haben nach übereinstimmenden Angaben jeweils 205
Kriegsgefangene ausgetauscht. Es sei der erste Schritt eines größeren
Austauschs von 1.000 Gefangenen jeder Seite, teilte der ukrainische
Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag auf der Plattform X mit. „Wir
werden weiter um jeden kämpfen, der noch in Gefangenschaft ist.“
Die heimkehrenden russischen Soldaten seien auf dem Gebiet von Belarus,
teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Es dankte den
Vereinigten Arabischen Emiraten für Vermittlung bei der Aktion.
Der Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen war Teil der Vereinbarung
über eine dreitägige Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai, vermittelt von
US-Präsident Donald Trump. Die Feuerpause schützte vor allem die
Militärparade zum russischen Weltkriegsgedenken am 9. Mai.
Danach hielt Kremlchef Wladimir Putin der Ukraine vor, sie habe die Listen
von Gefangenen nicht schnell genug vorgelegt. Selenskyj wies dies zurück
und forderte die USA als Vermittler auf, auf den versprochenen Austausch zu
drängen.
In den mehr als vier Jahren des russischen Angriffskriegs haben beide
Seiten bereits Tausende Gefangene ausgetauscht. Zuletzt fand dies immer an
der Grenze zwischen der Ukraine und Belarus statt. Weil An- und Abtransport
der Soldaten schwierig sind, sind auch früher größere Austausche in mehrere
Etappen aufgeteilt worden. (dpa)
## 24 Tote nach russischem Luftangriff auf Kyjiw
Zuvor hatte es einen der längsten und schwersten russischen
[1][Luftangriffe auf die Ukraine gegeben]. Allein in Kyjiw wurden bis
Freitagmorgen 24 Tote aus einem zerstörten Wohnblock geborgen, wie der
Katastrophenschutz mitteilte. Darunter sind auch drei Mädchen im Alter von
12, 15 und 17 Jahren. 48 Menschen wurden verletzt. Die Rettungsaktion in
den Trümmern des völlig zerstörten Hochhauses dauerte bis Freitagmorgen an,
insgesamt 28 Stunden. Für die Hauptstadt wurde ein Trauertag ausgerufen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj beauftragte sein Militär, Vergeltung für
diesen Angriff zu planen.
Der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften forderte
als Reaktion auf die jüngsten russischen Angriffe schärfere Sanktionen
gegen die Russische Föderation, gegen russische Politiker sowie russische
Religionsführer, „die sich durch ihre Billigung und Förderung an Verbrechen
gegen die Menschlichkeit in der Ukraine mitschuldig machen“. Dem Rat
gehören die Spitzen der 16 wichtigsten Religionsgemeinschaften der Ukraine
an – christliche, jüdische und muslimische. (dpa/taz/kna)
## Ukrainische Drohnenangriffe auf Russland
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben
in der Stadt Rjasan mindestens drei Menschen getötet und zwölf verletzt
worden, darunter auch Kinder. Zwei Wohnblocks und ein Industriebetrieb
seien beschädigt worden, teilte Pavel Malkov, Gouverneur der Region
südöstlich von Moskau, mit. Das meldete die staatliche russische
Nachrichtenagentur Tass.
Bei dem Industriebetrieb handelte es sich nach Berichten auf
Telegramkanälen um die Raffinerie von Rjasan, nach Branchenangaben die
drittgrößte in Russland. Dort sei ein großer Brand beobachtet worden. (dpa)
## Russland wehrt ukrainische Drohnenangriffe ab
Einen Großangriff mit [2][ukrainischen Drohnen] hat Russland nach eigenen
Angaben abgewehrt. In der Nacht zum Freitag habe die Luftabwehr 355
unbemannte Flugobjekte „abgefangen und zerstört“, erklärte das russische
Verteidigungsministerium. Der Angriff habe sich gegen die an die Ukraine
angrenzenden Regionen Belgorod, Brjansk und Kursk gerichtet.
Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von einem ungewöhnlich
großen Drohnenangriff der Ukraine auf viele russische Regionen in der
Nacht. 355 feindliche Flugobjekte seien abgeschossen worden, hieß es.
Solche Militärzahlen sind nicht im Detail zu überprüfen. (dpa)
## Betrieb am Flughafen Helsinki wegen Drohnenwarnung ausgesetzt
Am Flughafen Helsinki wurde am Freitagmorgen wegen einer Drohnenwarnung der
Betrieb für mehrere Stunden unterbrochen. Der Flugbetrieb wurde von 04.00
bis 07.00 Uhr (Ortszeit, 03.00 bis 06.00 Uhr MESZ) ausgesetzt. Trotz der
Wiederaufnahme des Flugbetriebs könne es im Laufe des Tages noch zu
Verspätungen und Ausfällen kommen, erklärte der Betreiber des Flughafens in
der finnischen Hauptstadt.
Die Sicherheitsbehörden hatten für den Süden der Region Uusimaa – in der
auch Helsinki liegt – eine Gefahrenwarnung wegen einer möglichen Drohne
herausgegeben. Ministerpräsident Petteri Orpo erklärte, die Streitkräfte
hätten die Überwachung verstärkt. Später bestätigte er, dass die „Gefahr in
Uusimaa vorbei“ sei. Nähere Angaben machte er nicht.
Im vergangenen Jahr waren im Luftraum europäischer Nato-Staaten [3][immer
wieder Drohnen an Flughäfen und Militäreinrichtungen] gesichtet worden,
unter anderem auch in Deutschland. (afp)
15 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Massive-russische-Luftangriffe/!6179009
(DIR) [2] /Umweltschuetzer-ueber-brennende-Oelanlagen/!6177534
(DIR) [3] /Beschluss-der-Innenministerinnen/!6135669
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Luftangriffe
(DIR) Drohnenangriffe
(DIR) Ölindustrie
(DIR) Kyjiw
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Lettland
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Ukraine
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Kyjiw nach russischem Großangriff: „Russland tötet uns an der Front und im Hinterland“
Nach den massiven Angriffen auf Kyjiw hat Bürgermeister Vitali Klitschko
einen „Tag der Trauer“ ausgerufen. 24 Menschen starben, rund 50 wurden
verletzt.
(DIR) Machtwechsel in Lettland: Kampfdrohnen stürzen Regierung in Riga
Die lettische Premierministerin Evika Siliņan tritt zurück, ihre Koalition
zerbricht. Was das mit Drohnen an der Grenze zu Russland zu tun hat.
(DIR) Massive russische Luftangriffe: Keine Aussicht auf Waffenruhe in der Ukraine
Mit mehr als 1.500 Drohnen und 56 Raketen hat Russland am Mittwoch und
Donnerstag die Ukraine angegriffen. Landesweit gibt es Tote und Verletzte.
(DIR) Korruption in der Ukraine: Früherer Vertrauter Selenskyjs unter starkem Verdacht
Andrij Jermak ist früherer Präsidialamtschef und Freund des ukrainischen
Präsidenten. Nun sitzt er wegen des Vorwurfs der Geldwäsche in
Untersuchungshaft.