# taz.de -- Schlaf und Gewicht: Schlafen im Hellen erhöht das Risiko für Übergewicht
       
       > Eine Metaanalyse mit mehr als 867.000 Teilnehmenden zeigt: Wer nachts
       > künstlichem Licht ausgesetzt ist, wird häufiger übergewichtig oder
       > adipös.
       
 (IMG) Bild: Weil Menschen heutzutage viel Zeit mit Handys, Computern verbringen, sind sie ständig künstlichem Licht ausgesetzt
       
       Wenn es im Winter schon gegen 16 Uhr dunkel wird, werden viele Menschen
       früher müde und möchten mehr schlafen. Dahinter steckt eine komplexe
       Biologie und vor allem [1][das Hormon Melatonin]. Es steuert unseren
       Schlaf-Wach-Rhythmus: Bei Dunkelheit wird es verstärkt produziert,
       Tageslicht hemmt die Produktion.
       
       Weil Menschen heutzutage viel Zeit – oft auch abends – mit Handys,
       Computern und anderen Bildschirmen verbringen, sind sie ständig künstlichem
       Licht ausgesetzt. Das verringert die Schlafqualität. Doch damit nicht
       genug: In einer Studie haben Forschende nun einen weiteren negativen Effekt
       von künstlichem Licht bei Nacht entdeckt.
       
       ## Die Studie
       
       Menschen, die bei künstlichem Licht schlafen, haben ein erhöhtes Risiko für
       [2][Übergewicht oder Adipositas]. Dabei geht es nicht nur um blaues Licht
       wie das von Handybildschirmen, sondern um künstliche Lichtquellen und
       Lampen im Allgemeinen. Ein Forschungsteam der Beijing University of Chinese
       Medicine veröffentlichte im Dezember 2025 [3][die Ergebnisse] einer
       Metaanalyse im Fachmagazin BMC Public Health. Darin wurden
       Beobachtungsstudien mit insgesamt mehr als 867.000 Teilnehmenden
       analysiert.
       
       Elf Studien untersuchten konkret das Risiko für Adipositas, definiert als
       Body-Mass-Index (BMI) über 30. Sechs Studien untersuchten das Risiko für
       Übergewicht, definiert als BMI über 25. Der BMI ist ein aus Körpergröße und
       Körpergewicht abgeleiteter Indexwert. In der Gruppe mit der höchsten
       nächtlichen Lichtexposition war das Risiko für Adipositas erhöht, ebenso
       das Risiko für Übergewicht. Der Zusammenhang war vor allem in Nordamerika
       und Asien ausgeprägt. Für Europäer sind die Ergebnisse wegen der geringen
       Datenlage nur eingeschränkt aussagekräftig.
       
       Das Forschungsteam hat eine These aufgestellt, mit der es den Zusammenhang
       erklärt: Künstliches Licht hemme die Ausschüttung von Melatonin und störe
       den Fett- und Insulinstoffwechsel.
       
       Bei den Untersuchungen handelt es sich um sogenannte Beobachtungsstudien,
       die zwar einen statistischen Zusammenhang beweisen, aber keine
       Ursache-Wirkung-Aussagen treffen. Wer jeden Tag mit künstlichem Licht
       schläft, wird also nicht automatisch übergewichtig. Bei adipösen oder
       übergewichtigen Menschen kann dieser Faktor aber eine Rolle spielen.
       
       ## Was bringt’s?
       
       Die Studie liefert einen Hinweis auf einen möglichen, [4][bislang
       unterschätzten Risikofaktor]. Rund ein Viertel der Erwachsenen in
       Deutschland ist adipös. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die
       durch zahlreiche Faktoren beeinflusst wird. Erkenntnisse über den Einfluss
       von Schlaf mit künstlichem Licht auf das Körpergewicht erweitern das Bild.
       
       Wie dunkel man es im Schlafzimmer mag, ist also nicht nur eine Frage der
       Vorliebe, sondern möglicherweise auch der Gesundheit.
       
       24 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Die-Pille-fuer-die-Stille/!5112839
 (DIR) [2] /Forscher-zu-Uebergewicht/!6106662
 (DIR) [3] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12817692/
 (DIR) [4] /Studie-zu-gesundem-Leben/!6135272
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sofia Zharinova
       
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