# taz.de -- Trainerdiskussion in Frankfurt: Nachfolger werden schon gehandelt
> Dass Albert Riera Eintracht Frankfurt verlassen wird, ist beinah sicher.
> Der spanische Trainer ist an der Art seiner Kommunikation gescheitert.
(IMG) Bild: Beim Erleben einer Niederlage: Albert Riera reagiert auf das 1:2 seiner Eintracht gegen den HSV
Eigentlich verrät bereits die Postadresse des Proficamps von [1][Eintracht
Frankfurt] („Im Herzen von Europa 1“) den internationalen Anspruch. Das
setzt sich über die Besprechungsräume fort, die nach ehemaligen Gegnern in
Europapokalwettbewerben benannt sind: Glasgow Rangers, Juventus Turin oder
Widzew Łódź. Doch die Gefahr besteht, dass die Hessen erstmals seit 2020
wieder einen internationalen Wettbewerb verpassen.
Vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund am Freitagabend liegt die
Eintracht nur noch auf Rang acht. Und selbst dieser Platz könnte wackeln,
wenn am letzten Spieltag der VfB Stuttgart in den Frankfurter Stadtwald
kommt. Dass Albert Riera dann noch auf der Bank sitzt, ist nicht gesichert.
Der Trainer arbeitet nur noch auf Abruf, eine Niederlage in Dortmund würde
er kaum überstehen.
Spätestens am Saisonende soll es einen Schnitt geben. Nicht zuletzt
irritiert der bis 2028 gebundene Fußballlehrer mit seinem Umgang und seinem
beinah selbstverliebten Auftreten. Letztlich hat sich Sportvorstand Markus
Krösche mit der Verpflichtung des Spaniers ein teures Missverständnis
geleistet. Ohnehin ist auch Krösches Ansehen durch die
Kaderzusammenstellung und die Trainerentscheidungen beschädigt.
Die Überlegung, am Tag nach dem Offenbarungseid gegen den Hamburger SV
(1:2) den Exzentriker Riera zu schassen, wurde verworfen, weil das zur
Verfügung stehende Interimsgespann mit Dennis Schmitt und Alexander Meier
nach der Entlassung von [2][Dino Toppmöller] ebenfalls nicht gepunktet
hatte.
Die Mannschaft trägt ebenso Verantwortung daran, dass die als heimlicher
Bayern-Jäger in die Saison gestarteten Adlerträger so böse abstürzt sind –
und zwar mit dem teuersten Kader der Klubgeschichte. Bereits in der
Winterpause hatte Vorstandschef Axel Hellmann moniert, dass sich „ein
bisschen zu viel Wohlfühloase“ breitgemacht hätte. Der Weckruf verpuffte
bei den Profis. Riera erkannte schnell die Defizite, seine Expertise
erfährt hohe Achtung, doch verlor der 44-Jährige mit seinen personellen und
taktischen Alleingängen jeglichen Rückhalt.
Das letzte halbwegs überzeugende Spiel war der Heimsieg gegen den [3][SC
Freiburg] (2:0) am 1. März. Seitdem sprangen aus acht Partien nur noch neun
Punkte heraus. Ohnehin ist sein Punkteschnitt schlechter als der seines
Vorgängers Toppmöller. Am vergangenen Samstag verweigerten sogar die Ultras
den Support. Das Publikum pfiff Riera aus, weil auf dessen großspurige
Ankündigungen meist einfallslose Auftritte folgen. Auch das Tischtuch
zwischen weiten Teilen des Teams und dem Coach ist zerschnitten. Dabei
hatte er bei seiner Vorstellung vollmundig davon schwadroniert, die Spieler
würden für ihn vom Balkon springen.
Kaum ein Fußballlehrer hat in der Mainmetropole in der Kürze so viel
Porzellan zerschlagen wie der eigenwillige Mallorquiner, der als stur und
streitbar, unberechenbar und unbelehrbar rüberkommt. Seine Auftritte in der
Öffentlichkeit mit ausschweifenden Belehrungen oder wütenden Tiraden waren
nicht kompatibel mit einem seriös geführten Profiklub. Alle Versuche, dem
Charakterkopf gut gemeinte Ratschläge zu geben, schlugen fehl.
## Neue und alte Namen
Im Sommer wird ein radikaler Schnitt folgen – auf allen sportlichen Ebenen.
Auch das Team hinter dem Team wurde unnötig aufgebläht. Manager Krösche
muss zwar nicht von vorne anfangen, aber vieles gehört auf den Prüfstand.
Zuerst aber muss ein Trainer gefunden werden, der wieder die Grundtugenden
der Eintracht weckt. Diverse Namen machen bereits die Runde.
Eine Rückholaktion des in Monaco entlassenen [4][Adi Hütter] würden viele
Anhänger begrüßen. Der derzeit bei Al-Ahli arbeitenden Matthias Jaissle
könnte ein Kandidat werden, die Namen von Jacob Neestrup (vereinslos/vorher
FC Kopenhagen) und Kjetil Knutsen (FK Bodö/Glimt) ploppen wieder auf. Als
deutsche Lösungen werden Alexander Blessin (St. Pauli) und Ralf Kettemann
(SC Paderborn) gehandelt. Eintracht-Macher Krösche lebt mit der Familie in
Paderborn, ist bis heute Rekordspieler jenes Klubs, der noch vom
Bundesligaaufstieg träumen kann.
7 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Frank Hellmann
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