# taz.de -- Eintracht-Trainer muss gehen: Die Quatschköpfe der Nation
       
       > Eintracht Frankfurt braucht jetzt mehr als nur einen neuen Trainer. Der
       > Verein braucht jemanden, der versteht, die Erfolge auch wirklich zu
       > feiern.
       
 (IMG) Bild: Waah! Dino Toppmöller zeigt Emotionen
       
       Sechs gegen Leipzig, eins gegen Hamburg, drei gegen Dortmund und Bremen: In
       den letzten fünf Bundesligaspielen hat Eintracht Frankfurt elf Gegentore
       kassiert. Das ist schon ganz ordentlich, über die bisherige Saison
       betrachtet kommt Frankfurt auf 39 Gegentore. So viele Buden hat sich
       aktuell [1][sonst nur Heidenheim] gefangen.
       
       Gleichzeitig hat Frankfurt aber auch 38 Tore geschossen (mehr haben nur die
       Bayern gemacht) und steht auf Platz sieben der Tabelle, in Schlagweite der
       internationalen Plätze. Könnte man das also nicht als Stil verkaufen: Kopf
       hoch, Schultern raus, wir sind der Quatschkopf der Fußballnation? Während
       alle auf Stabilität gucken, gucken wir auf Spaß?
       
       Aber das tun sie nicht, die Frankfurter. Gegen Bremen dieses Wochenende
       haben sie kurz vor Schluss noch das dritte Tor gemacht zum Ausgleich, und
       es hat sich niemand gefreut. Ansgar Knauff, der gerade getroffen hatte und
       eigentlich schon weiß, wie Jubel geht, stand da und guckte, als hätte er
       unabsichtlich eine Katze überfahren. Ein bisschen Emotion kam auf, als die
       Schiedsrichter überprüften, ob der Treffer regelkonform gefallen war. Und
       obwohl das Tor dann anerkannt wurde, bleibt der Eindruck, dass Knauff und
       Frankfurt in der emotionalen Bilanz sich über das Tor mehr geärgert als
       gefreut haben.
       
       ## Was ist im halbvollen Glas?
       
       Die Frage, ob das Glas halbvoll ist oder halbleer, braucht im Grunde immer
       die Gegenfrage: Was ist eigentlich drin in dem Glas? Wasser, Bier, Omas
       Bratensoße? Die Verantwortlichen und die Spieler bei der Eintracht scheinen
       der Meinung, dass das Glas vor allem halb voll ist mit Großvaters Auswurf
       kurz vor seinem Ableben.
       
       Markus Krösche, Sportvorstand der Eintracht, wollte sich zum möglichen
       Verbleib des Trainers Dino Toppmöller nach dem Spiel explizit nicht
       explizieren; in einer [2][Krisensitzung Samstagnachmittag] sollte über den
       weiteren Verbleib des Trainers entschieden werden. Das verschob sich dann
       weiter und weiter. Erst am Sonntagmittag um 12.26 Uhr kam die Meldung von
       der Demission Toppmöllers.
       
       ## Geht's noch?
       
       Da ist schon die Frage angebracht: Geht's noch? Frankfurt ist auf Platz
       sieben, spielt Champions League, die Spiele [3][sind immer zumindest
       unterhaltsam]. Im Gesamtpaket ist höchstens der VfB Stuttgart der Eintracht
       voraus: Mit allen anderen Vereinen will kein*e Freund*in des Fußballs
       auch nur am Rande sympathisieren. Dass die TSG Hoffenheim oder RB Leipzig
       auf dem Papier aktuell erfolgreicher sind: Das stimmt schon. Aber denen
       zuzugucken macht weniger Spaß, als allein am Rechner beim Solitär zu
       verlieren.
       
       Eintracht Frankfurt braucht keinen neuen Trainer, sondern einen
       Enthusiasten: Jemanden, der die Erfolge feiert. Eine Art Hofnarr. Gewinnen
       kann schließlich jede*r, Spaß daran zu haben, das ist die Tugend.
       
       18 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /St-Pauli-im-Aufschwung/!6137934
 (DIR) [2] https://www.weltfussball.at/news/ne16396471/sge-geruechte-um-alonso-als-toppmoeller-nachfolger/
 (DIR) [3] /Kampf-fuer-Reisefreiheit/!6122880&s=toppm%C3%B6ller/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Frédéric Valin
       
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