# taz.de -- Schauspieler Connor Storrie bei Met-Gala: 12 Sekunden Sex
       
       > Ein kurzes Video, ein Mann, ein ärmelloser Neckholder – der „Heated
       > Rivalry“-Schauspieler Connor Storrie war der Hingucker auf der Met-Gala.
       > Ein Crush-Bekenntnis.
       
 (IMG) Bild: Ach… Hier stimmt einfach alles
       
       Es sind 12 Sekunden. 12 atemberaubende Sekunden. 12 Sekunden braucht der
       Schauspieler Connor Storrie auf der Met-Gala dafür, sein breitschultriges
       Smoking-Jackett (Yves Saint Laurent) auszuziehen, seine entblößten nackten
       ultramuskulösen Schultern nach hinten zu drücken, die bodenlange an einem
       weiß-auf-schwarz gepunkteten ärmellosen Neckholder hängende
       Wasserfall-Schleppe hinter sich zu werfen, den Juwel an seinem kleinen
       Finger in die richtige Position zu drehen, sein Handgelenk zu schütteln, um
       die Armbanduhr an ihren Platz zu verweisen, das linke Bein mit den spitz
       zulaufenden Cigarette Shoes nach vorne zu schieben, die rechte Hand in die
       Hosentasche der extrem weit geschnittenen Anzughose zu schieben und dann
       den Blick straight in die Kameras zu richten.
       
       Ungezählte Male gucke ich diesen 12-Sekunden Clip, als würde ich Gottes
       Rückkehr auf die Erde beiwohnen. Ein umwerfend gutaussehender Mann mit
       einer Jawline wie aus dem 3-D-Drucker, mit leicht verrutschten Kusslippen,
       seetiefen Loveeyes, wohl platzierten Muttermalen.
       
       Alles an diesen 12 Sekunden ist Sex. Und alles an diesen 12 Sekunden ließe
       sich als Appropriation von Weiblichkeit diffamieren.
       
       Beim Ankommen auf der Gala trägt der Shootingstar eine schwarze Clutch, an
       den Ohren hat er Brillanten, seine Locken sind um den Kopf gelegt wie
       gemalt.
       
       Die [1][britische Ausgabe der Vogue hat die 12 Sekunden in einem
       Instagram-Video] mit dem Song „All the things she said“ der Frauenband Tatu
       unterlegt.
       
       „All the things she said, all the things she said / Running through my
       head, running through my head“, lautet sein Refrain.
       
       Und es gibt kaum ein passenderes Lied für diesen umwerfenden Auftritt von
       Connor Storrie.
       
       Der Anblick dieser 12 Sekunden ist eben nicht einfach nur der Anblick eines
       außergewöhnlich schönen Mannes. Beim Anblick seines Auftritts laufen einem
       Bilder von Frauen durch den Kopf, Filmgöttinnen und Bühnenköniginnen, Diven
       wie Rita Hayworth, Audrey Hepburn, Marlene Dietrich und all die anderen
       Grand Dames aus Hollywood: unten rum weit ausgestellt, nackte Schultern und
       hinter dem Rücken ein Stück Hauch von Nichts wehend.
       
       Die [2][Met-Gala] ist eine Benefizveranstaltung für das Costume Institute
       des Metropolitan Museum of Art in New York, die als „Mode-Oscar“ gilt.
       Promis von Beyoncé bis Kate Moss tragen sündhafte teure, fantastische
       Kostüme der angesagtesten Designer. In diesem Jahr kaperte Amazongründer
       Jeff Bezos die Veranstaltung und wurde Hauptsponsor. Auf den roten
       Teppichen und Treppen war das allerdings kein großes Thema.
       
       Das größte Thema war neben dem wie ein Fastnachtskostüm wirkenden Outfit
       von Heidi Klum, die als Marmorstatue ging, das Met-Debüt von Connor
       Storrie. Connor wurde 2025 in seiner Rolle als queerer Eishockeyspieler in
       der [3][Serie „Heated Rivalry“] zum Megastar.
       
       Und apropos Eishockeyspieler. Der durchsichtige Neckholder von Connor
       Storrie spielt natürlich auch gekonnt mit dem Wife Beater genannten
       Männerunterhemd. Im Prinzip ist so ein schulterloser Neckholder ja auch nur
       das weiblichere Pendant dazu und wurde jahrelang unter den Designersmokings
       nicht nur auf der Met-Gala getragen.
       
       Doch die Zeiten stehen anders. Das Spiel mit der Uneindeutigkeit der
       Geschlechter hat die nächste Runde erreicht. Männer tragen jetzt weder Wife
       Beater noch androgynen Heroin-Chic. Männer tragen jetzt krass ausgebildete
       männliche Oberkörper, umhüllen die aber mit einem Hauch Grace Kelly.
       
       So gut wie alle Kleider der weiblichen Stars auf der Met-Gala indes waren
       zwar üppiger als der charmant reduzierte Auftritt von Connor Storrie, aber
       ungleich langweiliger. Was das nun für die Geschlechtergleichheit bedeutet,
       mag ich nicht beurteilen. Es sind vielleicht auch einfach nur 12 wahnsinnig
       erotische Sekunden.
       
       6 May 2026
       
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