# taz.de -- Rettungsinitiative teilt Daten nicht: Verwirrung um den Wal
> Die Spur des prominenten Buckelwals in der Nordsee verliert sich. Das war
> anders geplant. Entsprechend sauer ist der Umweltminister.
(IMG) Bild: Es herrschen Zweifel am Erfolg des umstrittenen Waltransports
afp/dpa | Das Landesumweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern wartet
weiter auf belastbare Informationen zu dem in einer aufsehenerregenden
Aktion [1][aus der Ostsee gebrachten Buckelwal.] Die für den Tiertransport
verantwortliche Privatinitiative habe entgegen ausdrücklichen
Vereinbarungen bisher keine Daten zu Ortungen oder Gesundheitszustand
bereitgestellt, teilte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch in
Schwerin mit.
Der Minister kritisierte das Verhalten der von den Behörden geduldeten
Initiative scharf: „Ich hätte mir hier deutlich mehr Transparenz
gewünscht.“ Er wolle sich aber auch weiterhin nicht an „Spekulationen“ über
einen etwaigen Tod des Meeressäugers beteiligen, fügte er hinzu.
Angesichts wachsender Zweifel am Erfolg des umstrittenen Waltransports
[2][sieht sich die von zwei Unternehmern finanzierte Rettungsinitiative
zunehmendem Druck ausgesetzt]. Bereits am Dienstag erklärten Experten des
Deutschen Meeresmuseums, sie gingen vom Tod des Meeressäugers aus. Demnach
dürfte der in die Nordsee freigesetzte Wal wohl aufgrund extremer
Entkräftung zu schwach für längeres Schwimmen gewesen sein.
Die Privatinitiative ließ den fast zwei Monate lang vor der deutschen
Ostseeküste umherirrenden und dabei mehrfach gestrandeten Wal in der
vergangenen Woche in einem wassergefüllten Lastkahn bis an die Nordspitze
Dänemarks schleppen. Das beispiellose Manöver wurde von Walexperten aus dem
In- und Ausland als nicht erfolgversprechend und tierquälend abgelehnt.
Fachleute hatten das mutmaßlich kranke und schwer angeschlagene Tier
bereits vor etwa einem Monat aufgegeben.
Backhaus rief am Mittwoch dazu auf, [3][Debatten um Tier- und Meeresschutz]
nicht auf den Buckelwal zu verengen. Die Strandungen des in der Ostsee
nicht heimischen Tiers seien ein Ausnahmefall gewesen, die „eigentlichen
Probleme“ seien andere. So lebten in der zentralen Ostsee heutzutage nur
noch einige hunderte kleinere Schweinswale. Bei ihrem Schutz „müssen wir
ansetzen“, erklärte der Minister. Notwendig seien etwa mehr Schutzräume.
6 May 2026
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