# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Können Sie sich den Namen dieser Band merken?
       
       > Zweierlei A-capella-Musik steht an, mit Vögeln und Hoffnung. Und es gibt
       > eine Berliner Premiere mit „Geordie Jazz“ – von Knats.
       
 (IMG) Bild: Die Kernbesetzung der Geordie-Jazzer Knats: King David-Ike Elechi, Stan Woodward und Ferg Kilsby
       
       Was verbindet Vögel und Hoffnung? Laut dem Schriftsteller Jonathan Franzen
       gilt: Wer Vögel beobachtet, hat weniger Angst vor dem Tod. Da passt es,
       dass zwei A-cappella-Konzerte diese Woche im Zeichen von Vögeln einerseits
       und Hoffnung andererseits stehen.
       
       „Mit den Vögeln singen“ nennt der RIAS Kammerchor das Programm für sein
       Konzert im Kraftwerk am Freitag. Von der Renaissance bis zur Gegenwart
       reichen die Werke, Komponisten wie Maurice Ravel, Orlando Gibbons, Felix
       Mendelssohn Bartholdy, William Byrd oder die 1994 geborene Áine Mallon
       erkunden den Gesang der geflügelten Wirbeltiere. Die Leitung hat der
       Chefdirigent Justin Doyle, der Biologe und Tierstimmenimitator Uwe Westphal
       steuert einzelne Vogelstimmen bei und gibt unter dem Titel „Musik und
       Wissenschaft im Dialog“ vorab eine Einführung (Kraftwerk, 8. 5., 20 Uhr,
       Einführung 19 Uhr, 35/16 Euro).
       
       Etwas dramatischer liest sich, was der Rundfunkchor Berlin unter der
       Leitung von Benjamin Goodson tags darauf am Sonnabend in der
       Heilig-Kreuz-Kirche unter der Überschrift „Hoffnung“ verspricht. Einen
       Abend „zwischen Reue, Wahnsinn und Erlösung“ mit Werken des 20. und 21.
       Jahrhunderts etwa von Olivier Messiaen und Arvo Pärt, darunter Vokalmusik
       mit erweiterter Stimmtechnik von Dieter Schnebel, dessen „Lamento di
       Guerra“ für Stimme und Orgel die A-cappella-Auswahl ebenso ergänzt wie die
       „Missa brevis“ für Chor und Orgel von Zoltán Kodály und ein freies
       Orgelsolo von Peter Holder (Heilig-Kreuz-Kirche, 9. 5., 20 Uhr, 38/17
       Euro).
       
       Ohne Gesang, dafür mit einer außerirdischen Rhythmusgruppe gesegnet ist die
       Band Knats, die am Sonntag im Gretchen ihr erstes Deutschlandkonzert gibt.
       In Newcastle vom Bassisten Stan Woodward und dem Schlagzeuger King
       David-Ike Elechi gegründet, zog das Quintett 2022 nach London, wo der Jazz
       seit einigen Jahren boomt. Für Knats ging es seitdem stetig voran, 2025
       stellten sie ihren „Geordie Jazz“, wie sie ihre Musik mit einer Verneigung
       in Richtung ihrer Heimatstadt nennen, auf ihrem schlicht „Knats“ betitelten
       Album der Welt vor. Und die Welt ließ sich von ihrer aktualisierten Version
       von Fusion Jazz mit viel Funk, aber genauso viel Ska, Drum’n’Bass oder
       Hip-Hop, nicht lange bitten.
       
       Allein schon die Energie von Woodward und Elechi ist ein Beleg dafür, dass
       Virtuosität im Dienst des Groove eine sehr gute Sache sein kann. Die
       weiteren Mitstreiter wie der Trompeter Ferg Kilsby stehen ihnen in nichts
       nach, lassen Kraft so spielerisch leicht wirken, dass es schon mit dem
       Teufel zugehen müsste, wenn da niemand tanzen sollte (Gretchen, 10. 5.,
       19.30 Uhr, Tickets VVK 12/18/22 Euro).
       
       8 May 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tim Caspar Boehme
       
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