# taz.de -- Verleihung der Pulitzer-Preise: Berichterstattung über Trump und Epstein ausgezeichnet
> Der Pulitzer-Preis geht dieses Jahr an mehrere Medien, die kritisch über
> die Trump-Politik berichten. Eine Journalistin sticht besonders heraus.
(IMG) Bild: Eine besondere Auszeichnung erhielt die Journalistin Julie K. Brown (2. v. r.) vom Miami Herald
Bei der diesjährigen Verleihung der renommierten Pulitzer-Preise ist
besonders Berichterstattung über die US-Regierung von Präsident Donald
Trump gewürdigt worden. Der Preis in der Kategorie „Dienst an der
Öffentlichkeit“ ging am Montagabend an die Washington Post für ihre
Berichterstattung über Trumps Bemühungen, die Bundesbehörden umzugestalten.
Weitere Preise gab es für Berichterstattung über das [1][rigorose Vorgehen
der US-Regierung] in der Einwanderungspolitik und Bereicherungen in Trumps
Umfeld.
Die Pulitzer-Verwalterin Marjorie Miller prangerte vor der Bekanntgabe der
Preisträger den zunehmenden Druck auf Journalisten in den USA an. „Wir
stehen für zivilen Diskurs und gegen Zensur“, sagte sie. „Leider muss das
heute wiederholt werden, in einer Zeit, in der der Zugang von Medien zum
Weißen Haus und zum Pentagon eingeschränkt wird, die Meinungsfreiheit auf
den Straßen infrage gestellt wird und der US-Präsident Klagen in
Milliardenhöhe wegen Verleumdung und Böswilligkeit gegen zahlreiche Print-
und Rundfunkmedien eingereicht hat.“
Der Preis in der [2][Kategorie „Investigativer Journalismus“] ging an die
New York Times. Die Zeitung habe aufgedeckt, wie Trump seine Macht
ausgenutzt habe, um Geld zu verdienen und seine Familie und Verbündeten zu
bereichern, hieß es in der Begründung. Die Recherchen zeigten auf, wie
[3][Trumps Verbündete] und Familienmitglieder von Verbindungen zu
wohlhabenden Golfmonarchien und von ihren Investitionen im Bereich der
Kryptowährungen profitierten.
In der Kategorie „Lokale Berichterstattung“ wurde die Chicago Tribune
ausgezeichnet. Sie habe aufgezeigt, wie US-Einwanderungsbehörden die Stadt
im US-Bundesstaat Illinois im Rahmen von Trumps Vorgehen gegen
undokumentierte Migranten einer „belagerungsähnlichen Invasion“ ausgesetzt
hatten.
## Berichterstattung über Epstein
Eine besondere Auszeichnung erhielt zudem die Journalistin Julie K. Brown
vom Miami Herald für ihre Berichterstattung in den Jahren 2017 und 2018
über den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. „Ihre Serie
‚Perversion of Justice‘, die vor fast einem Jahrzehnt veröffentlicht wurde,
zeigte auf, wie Staatsanwälte Epstein vor bundesweiten Anklagen wegen
Sexhandels schützten, als ihm erstmals vorgeworfen wurde, junge Frauen
missbraucht zu haben“, sagte Pulitzer-Verwalterin Miller bei der Verkündung
des Preises.
In der Kategorie „Berichterstattung im Inland“ ging der Preis an die
Nachrichtenagentur Reuters für ihre Berichte über Trumps Einsatz der Macht
seines Amtes, um „Rache an seinen Gegnern zu nehmen“. Die
Nachrichtenagentur Associated Press wurde in der Kategorie
„Auslandsberichterstattung“ ausgezeichnet für ihre Reportagen darüber, wie
Washington US-Unternehmen erlaubte, Überwachungstechnologie an China zu
verkaufen.
In weiteren Kategorien wurden Fotos aus dem Gazastreifen sowie Berichte
über einen Schusswaffenangriff an einer Schule im US-Bundesstaat Minnesota
und über KI-Manipulation bei der Facebook-Mutter Meta geehrt. Die
Auszeichnungen werden von der renommierten New Yorker Columbia University
verliehen.
Der von dem aus Ungarn stammenden US-Zeitungsverleger Joseph Pulitzer
gestiftete Preis (1847-1911) wird seit 1917 vergeben. Der darüber
entscheidende Pulitzer-Rat setzt sich aus Journalisten, Redakteuren und
Akademikern zusammen. Für die diesjährigen Preise wurden 1.077
journalistische Beiträge eingereicht. (AFP/epd)
5 May 2026
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