# taz.de -- Kreuzberger Rap-Trio RAPK über Proteste: „Protest und Kultur sollten sich niemals ausschließen“
> Nach Kritik an ihrem 1.-Mai-Auftritt zeigt sich RAPK selbstkritisch. Ein
> Interview über Fehler, Konsequenzen und die Rolle von Musik im Protest.
(IMG) Bild: Ausgelassene Stimmung auf der Partymeile: die Oranienstraße am 1. Mai
RAPK ist ein Rap-Trio, bestehend aus den Kreuzbergern Victor, Tariq und
Gustav. Angefangen haben die Endzwanziger als Jugendliche in Jugendzentren
am Halleschen und Schlesischen Tor – heute spielen sie in der ausverkauften
Columbiahalle. Ihre Texte verbinden Kreuzberger Alltag mit Systemkritik:
Neben Kiffen auf der Parkbank erzählen ihre Lieder von Verelendung durch
Drogen, [1][Racial Profiling im Görli,] der Polizeiwache am Kotti und
Gentrifizierung. Seit dem Ende des Myfests veranstaltet RAPK traditionell
ein Soli-Konzert für den Kiez. Im Interview sprechen sie als Kollektiv über
ihren Auftritt am 1. Mai, der in diesem Jahr auf der Demoroute, der
Revolutionären-1.-Mai-Demo lag.
taz: Was ist eure Bilanz vom 1. Mai und der Revolutionären-1.-Mai-Demo?
RAPK: Der 1. Mai war wie jedes Jahr sehr intensiv. Dass es unter anderem
auch durch unser Konzert zu einer Verzögerung der Demo kam, sehen wir sehr
kritisch und ziehen daraus Konsequenzen für die Zukunft.
taz: In den sozialen Medien wurden Vorwürfe laut, dass die Linkspartei,
Ikkimel und ihr zur Eventisierung des Kampftags beitragt, nachdem der
Demoaufzug [2][aufgrund eurer Konzerte stundenlang nicht durchgekommen]
ist. Könnt ihr die Kritik nachvollziehen?
RAPK: Dass die Demo ungehindert laufen kann, war immer unsere oberste
Priorität. Wir bedauern sehr, dass es zu der Verzögerung kam, und möchten
uns dafür entschuldigen, dass unser Konzert dazu beigetragen hat. Wir haben
nicht richtig kalkuliert und werden künftig wieder besser darauf achten,
unser Konzert räumlich von der Demo zu trennen.
taz: Welche Rolle spielt eure Musik im politischen Protest am 1. Mai?
RAPK: [3][Unsere Musik soll Proteste unterstützen, Menschen verbinden und
politische Inhalte zugänglich machen], nicht im Weg stehen. Sie ist Teil
derselben Bewegung, nicht ein Ersatz für sie.
taz: Müssen sich Protest und Kultur ausschließen?
RAPK: Nein, sie sollten sich niemals ausschließen, sondern im besten Fall
gegenseitig beflügeln.
taz: Wie könnte ein Gleichgewicht aussehen?
RAPK: Musik war immer Teil von Protest und Protest immer ein elementarer
Bestandteil unserer Musik und [4][Sozialierung als Kreuzberger. Wir haben
durch Ansagen über die Lautsprecher vor Ort und Posts auf unserem
Instagram-Account versucht, den Weg für die Demo frei zu machen.]
3 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Lilly Schröder
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