# taz.de -- Jury der Venedig-Biennale tritt zurück: Krach in Venedig
       
       > Aus Protest gegen die Teilnahme Russlands und Israels ist die Jury der
       > Kunstbiennale in Venedig zurückgetreten. Nun sollen die
       > Besucher:innen abstimmen
       
 (IMG) Bild: Bild aus harmonischeren Zeiten: Arbeit von Tracey Emin in Venedig 2007
       
       taz/dpa | Wenige Tage vor Beginn der Kunstbiennale in Venedig ist die
       Internatione Jury geschlossen zurückgetreten. In den vergangenen Wochen
       hatte es zunehmend Spannungen zwischen dem Biennale-Präsidenten Pietrangelo
       Buttafuoco mit den Juror:innen sowie der italienischen Regierung
       gegeben. Buttafuoco hatte entschieden, trotz des Ukrainekriegs russische
       Künstler:innen an der Biennale teilnehmen zu lassen. Daraufhin hatte
       [1][die EU-Kommission] der Biennale einen Zuschuss in Höhe von 2 Miliionen
       Euro entzogen. Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli hatte
       angekündigt, die Eröffnung der Biennale am 9. Mai zu boykottieren.
       
       Berichten italienischer Medien zufolge, will Buttafuoco nun das Publikum
       zur Jury machen: Die Biennale-Besucher:innen sollen darüber abstimmen,
       welche Künstler:innen die Preise gewinnen. Die Löwen, wie die Preise
       heißen, würden dann nicht am Anfang, sondern zum Ende der Ausstellung im
       November vergeben. Offenbar kann das Publikum die Preise auch an
       Künstler:innen aus Russland, Belarus oder Israel vergeben.
       
       An der Teilnahme dieser Länder hatte sich Streit entzündet. Eine
       Onlinepetition mit dem Titel „Stoppt die Normalisierung von
       Kriegsverbrechen durch Kunst“ hatte mehrere Millionen Unterschriften
       gesammelt. Seit 2022 war Russland von der Biennale ausgeschlossen. Nun
       sollen fast 40 russische Künstler:innen an der Ausstellung „The tree is
       rooted in the sky“ („Der Baum ist im Himmel verwurzelt“) teilnehmen, die im
       russischen Pavillon in den Gärten der Biennale gezeigt wird.
       
       Die Leitung begründete diese Entscheidung damit, dass die Ausstellung auch
       angesichts geopolitischer Spannungen ein Raum für Dialog, Offenheit und
       künstlerische Freiheit bleiben solle. Ukrainische und belarussische
       Künstler:innen werden ebenfalls in Venedig vertreten sein, ebenso wie
       Künstler:innen aus Iran, Israel und den USA.
       
       Die weltweit wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst wurde vor der
       Eröffnung bereits von anderen Ereignissen überschattet, etwa vom Tod der
       Künstlerin [2][Henrike Naumann], die den deutschen Pavillon gestalten
       sollte.
       
       1 May 2026
       
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